Fledermäuse im Sandhäuser Wald:
Kleine Jäger in der Dämmerung
(cki 13.6.26)
Am 13. und 14. Juni 2026 steht Baden-Württemberg im Zeichen der Artenvielfalt. Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V. (LNV) hat den landesweiten Aktionstag im Jahr 2022 ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Blick auf die Naturschätze im Land zu lenken und Biodiversität sowie Artenkenntnis stärker ins öffentliche Interesse zu rücken.
Auf der Internetseite des LNV findet sich eine Karte mit zahlreichen Veranstaltungen – auch in Mannheim und Heidelberg. Im vergangenen Jahr kamen landesweit mehr als 200 Veranstaltungen zusammen. Das zeigt: Viele Menschen wollen genauer wissen, was vor ihrer Haustür lebt. Zugleich wächst das Bewusstsein dafür, wie stark Lebensräume verschwinden, Insekten zurückgehen und der Klimawandel Ökosysteme verändert.
Fünf Fledermausarten in Sandhausen
Der BUND Sandhausen nimmt den Tag der Artenvielfalt zum Anlass, auf die Fledermäuse in Sandhausen und im Sandhäuser Wald hinzuweisen. Wer an Sandhausen denkt, denkt oft zuerst an die Flugsanddünen und ihre besondere Vegetation. Doch auch über Gärten, Waldwegen und freien Flächen ist Leben unterwegs.
Im Gemeindegebiet kommen fünf interessante Fledermausarten vor: Bechsteinfledermaus, Braunes Langohr und Kleinabendsegler gehören zum typischen Arteninventar älterer Laubmischwälder in der Hardt. Besonders bedeutsam ist die Bechsteinfledermaus. Sie steht im Anhang II der Natura-2000-Richtlinie und besitzt damit einen besonderen Schutzstatus.
Jägerinnen der Abenddämmerung
Zwergfledermaus und Breitflügelfledermaus nutzen den Sandhäuser Wald vor allem als Jagdgebiet. Ihre Quartiere liegen meist an Gebäuden im Siedlungsgebiet. Von dort fliegen sie in den Wald, um Insekten zu jagen.
Gerade diese beiden Arten lassen sich an warmen Sommerabenden beobachten: im Garten, über freien Flächen oder über dem Schulhof. Gegen den fahlblauen Himmel der Dämmerung zeichnen sich ihre schnellen Flugbahnen gut ab. Die scheuen Waldfledermäuse bleiben dem Blick meist verborgen. Sie starten erst bei völliger Dunkelheit und fliegen nicht vor hellem Himmel. Trotzdem sind sie da. Und sie fressen Stechmücken.
Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des BUND Sandhausen/Walldorf sowie unter: https://tag-der-artenvielfalt-bw.de
Quelle: C. Kienle
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