Haustiere via Internet: Tierschutzverein beobachtet Trend äußerst kritisch

7750 - GinaGina, eine junge und aufgeweckte englische Bulldogge, ist vor kurzem im Tom-Tatze-Tierheim in Walldorf eingezogen. Sie tollt herum, läuft voller Elan auf die Menschen zu und zaubert jedem ein Lächeln auf die Lippen. Sogar Menschen, die mit Hunden nicht vertraut sind, können ihrem Charme nicht wiederstehen. Die Geschichte von Gina ist allerdings ein Trend, den der Deutsche Tierschutzbund und der Tierschutzverein Wiesloch / Walldorf mit großen Bedenken wahrnehmen.

Gina wurde nämlich ursprünglich über das Internet angeboten, gekauft und bis nach Hause geliefert. Als sie dann zu Hause war, kam das böse Erwachen. „Gina lebte sich zwar sehr schnell ein, hatte aber auch Hautprobleme“, weiß Karin Schuckert, Tierheimleitung. Der Besitzer kam damit nicht zurecht. „So schnell wie sie bei ihm eingezogen war, so schnell durfte sie dann auch wieder ausziehen. Schwupp die wupp kam sie zu uns ins Tom-Tatze-Tierheim.“ Hier wird sie nun liebevoll umsorgt und tierärztlich betreut. Sie hat Demodex Milben, ist also für andere Junghunde und Hunde mit einem schlechten Immunsystem ansteckend, so dass sie bis auf weiteres in Quarantäne sitzt und man natürlich auch keinen Kontakt zu anderen Hunden zulassen kann. Gerade für junge Hunde ist das besonders wichtig.

„Gina wird wieder vollständig gesund und sie ist so lernbegierig und aufgeschlossen dem Menschen gegenüber, dass wir alle wissen, sie wird alles in kürzester Zeit nachholen, sobald sie wieder gesund ist“, freut sich Karin Schuckert. Sie drückt Gina an sich, während diese mit einem wohligen Seufzer jede Streicheleinheit genießt.

7750 - Gina 2Die Tatsache, dass Menschen ihr neues Familienmitglied im Internet bestellen und auch geliefert bekommen, sieht der Tierschutzverein Wiesloch / Walldorf äußerst kritisch. „Herkunft der Tiere, die meist miserable Haltung der Elterntiere und erst recht der Charakter ist für die Interessenten unbekannt. Den so genannten Züchtern ist es egal, dass sie ihr Tier in eine unbekannte Zukunft schicken. Sie kennen den Menschen nicht, der sich für ihr Tier interessiert und sie wollen ihn auch nicht kennenlernen. Sie nutzen nur die Tierliebe aus und verdienen so ihr Geld, “ macht Volker Stutz, 1. Vorsitzender des Tierschutzvereins Wiesloch / Walldorf, deutlich. Das alles kann nicht richtig sein! Natürlich, es ist nicht verboten, Tiere über das Internet zu versteigern, zu verkaufen oder zu versenden. Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes ist dieser Tierhandel aus ethischen Gründen sehr verwerflich, denn das Tier wird auf einen rein kommerziellen Gegenstand reduziert. Dieser Art von Tierhandel darf man nicht Tür und Tor öffnen. Ein Tierhandel lebt immer von der Nachfrage. Werden keine Tiere über einen solchen Händler bestellt, wird dieser kein Geschäft machen und somit diese Art von Gewerbe aufgeben.

„Der erste Weg zu einem neuen Familienmitglied sollte immer ins Tierheim führen“, so Schuckert. „Sicher ist auch, dass man ein Lebewesen mit Gefühlen erhält und man sich somit auch Zeit lassen sollte bei der Wahl. Deswegen gibt es bei uns vor der Vermittlung eine Kennenlernphase für den Interessenten und seinem auserwählten Schützling. Spontankäufe und Schnäppchen sind mit Tieren nicht zu machen.“

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