Nachruf auf Pfarrer Wolfgang Keller – Gehalten von Rudi Sailer bei der Trauerfeier

(rs – 21.1.22) Die Trauerfeier fand am heutigen Freitag auf dem Friedhof St. Ilgen statt.


Frau Dekanin Wolf und Bürgermeisterin Claudia Felden haben aus Sicht der evangelischen Kirche und aus Sicht der Stadt Leimen das außergewöhnliche Wirken unseres Pfarrers Wolfgang Keller in beeindruckender Weise gewürdigt.

Ich habe nun den ehrenvollen Auftrag, für den evangelischen Posaunenchor und die katholischen Pfarrgemeinde St. Aegidius, sowie für die Vereine zu sprechen, in denen Pfarrer Keller Ehrenmitglied war, nämlich der

Partnerschaft St. Ilgen – Tigy, dem Fußballverein FC Badenia und dem Karnevalclub Frösche St. Ilgen.

Zunächst habe ich aber als sein Organist in diesen Jahren von 1980 bis zu seiner Pensionierung 2010 so ziemlich alle dieser 1300 Gottesdienste, 1200 Taufen, 1200 Beerdigungen und 500 Trauungen begleitet und kann mit Genugtuung sagen, dass in dieser langen Zeit nicht e i n böses Wort gefallen ist. Ich gebe zwar zu – so hat mir die langjährige Kirchengemeinderätin Annette Ebinger verraten, dass Wolfgang Keller wegen meiner nicht ganz so strengen Pünktlichkeit manchmal geklagt hat: „Ich sitze hier wie auf glühenden Kohlen – der Rudi kostet mich noch meine letzten Nerven…“ -Aber wir haben hier in St. Ilgen und alle zwei Jahre auch in Tigy zusammen mit dem Posaunenchor und früher mit dem Kirchenchor viele besondere Gottesdienste gefeiert – dank seiner ausgezeichneten französischen Sprachkenntnisse.

Die gute Zusammenarbeit schätzten auch die Obleute des Posaunenchors Thomas Saladin und Gabriele Herb und Chorleiter Heinz Brucker. Sie sind dankbar für viele Konzerte in der Kirche oder auf der Wiese hinter dem alten Martin-Luther-Haus. Nie gab es ein NEIN bei Wünschen nach neuer Literatur oder neuen Instrumenten. Auch seine Ideen für anspruchsvolle und außergewöhnliche Gottesdienste waren für den Chor stets Ansporn für musikalische Höchstleistungen. Gerne spielt der Chor nachher noch Choräle, die Pfarrer Keller für heute selbst ausgesucht hat.

Für den Fußballverein FC Badenia dankt Peter Bitz für das häufige Zuschauen bei den Heimspielen, für das Mitfeiern bei Meisterschaften und für das offene Ohr bei den Wünschen nach Freistellung der Konfirmanden vom Gottesdienst, wenn wichtige Meisterschaftsspiele angesetzt waren.

Der Karnevalclub „Frösche“ ernannte den humorvollen Pfarrer Keller 2019 zum Ehrensenator und freute sich über den gern gesehenen Gast bei den Prunksitzungen, lange Jahre mit Präsident Dieter Sterzenbach, jetzt mit seinem Nachfolger Stefan Riemensperger.

Die Partnergemeinde Tigy wäre mit einer Delegation zu dieser Trauerfeier heute gekommen, was aber die Pandemie verhindert hat. Dank der technischen Möglichkeiten von Herrn Hoffmann vom Beerdigungsunternehmen Gehrig können aber die Freunde an den französischen Fernsehgeräten in Tigy dieser Trauerfeier heute beiwohnen – und für sie singt nachher Melanie Jäger-Gubelius von dem Bonhoeffer-Lied „Von guten Mächten“ zwei Strophen in Französisch.

Der Präsident des französischen Partnerschaftskomitees Guy Duteriez schreibt gerade aus den französischen Alpen, dass er mit Pfarrer Keller einen guten, weltoffenen, toleranten und kultivierten Freund verliert, der in den Werten von Brüderlichkeit und Gerechtigkeit fest verwurzelt war, ein Handwerker des Friedens und Botschafter für ein vereintes friedliches Europa.

Auch der Ehrenpräsident André Brinon dankt Wolfgang und Ellen Keller für ihre Gastfreundschaft und grenzenlose Hingabe für diese Völkerfreundschaft.

Eine intensive ökumenische Verbundenheit pflegte Pfarrer Keller mit der katholischen Pfarrgemeinde St. Aegidius St. Ilgen, wie die Sprecherin des Gemeindeteams Beatrice Hoffmann und die Vorständin des Kirchenchors Cäcilia Barbara Berlinger betonen. Viele gemeinsame Osternacht-, Kerwe- und Bazar-Gottesdienste feierte Pfarrer Keller mit seinen katholischen Amtskollegen Wolfgang Schmitt und Vincent Padinjarakadan.

Bei seinen vielen Reisen in die ganze Welt ermunterte Pfarrer Keller die Menschen aufeinander zuzugehen, andere Länder, Religionen und Kulturen, fremde Völker kennenzulernen und wurde so zum Mahner, unser Leben in unserer Wohlstandsgesellschaft zu überdenken, Demut, Gelassenheit und Dankbarkeit zu üben. Er beobachtete das Zeitgeschehen kritisch und forderte seine Reiseteilnehmer auf, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, um innerlich reicher zu werden, die Vielfalt der Geschöpfe Gottes zu entdecken und mit Verständnis und Toleranz zum Frieden in der Welt beizutragen.

Nun hat der „Reisepfarrer“ Wolfgang Keller seine letzte Reise angetreten.

Im Leben stets auf die Führung Gottes vertrauend, möge er nun für immer schauen, was er geglaubt hat.

Uns wird er unvergessen bleiben.

Unser tiefes Mitgefühlt gilt seiner lieben Frau Ellen und seiner Familie.

Lieber Wolfgang, danke für alles. Ruhe in Frieden!

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