Sport-Angel-Club-Mysterium: Wo sind ca. 35.000 m3 Wasser geblieben?

v.l.n.r.: Gerhard Strempel (1. Vors. SAC) Wolfgang Stern (CDU), Dieter Hertel (KW SAC) Ralf Frühwirt (GALL) Wolfgang Krauth (SPD), Achim Mouhlen (2. Vors. SAC) Christa Hassenpflug (GALL)

Der Sport-Angel-Club Leimen hatte für Dienstag zu einer Vor-Ort-Begehung an seine zwei Angelteiche im Nordwesten Leimens (Nähe Zementwerk) eingeladen um über das „Verschwinden“ dieser Menge Wassers zu informieren. Im großen Angelsee ist der Wasserstand in den letzten drei Monaten um 56 cm gefallen und niemand weiß genau warum. Es gibt die Vermutung, daß dies mit der Grundwasserabsenkung für den Bau des neuen Regenwasser-Rückhaltebeckens zu tun haben könnte (Bericht Baubeginn <hier>, Bericht Grundwaser-Absenkung <hier>) . Dies wird von der Stadt Leimen allerdings verneint (Stellungnahme siehe unten).

Tatsache ist, das Wasser ist „weg“ und das hängt nicht mit der Verdunstung aufgrund des so formidablen Sommers zusammen, denn erstens hat es in diesem „Sommer“ (leider) reichlich geregnet und zweitens war selbst in „echten“ Sommern bisher die Verdunstung für maximal 5 cm Wasserstands-Abfall verantwortlich, so Gerhard Strempel, 1. Vorsitzender des SAC. Es bliebt also die Frage, wo das Wasser hin ist.

Die Fahne ist normalerweise direkt über der Wasseroberfläche

Zu wenig Wasser bedeutet, daß sich das verbleibende Wasser stärker erwärmt, dadurch das Algenwachstum angeregt wird und nach der Algenblüte der See „umkippt“, d. h. durch die „Verwesung“ der Algen dem See soviel Sauerstoff entzogen wird, daß die Fische sterben. Sollte der Wasserverlust in dieser Geschwindigkeit weitergehen, wäre das also für das dortige Ökosystem, das unter Naturschutz steht, katastrophal.

Da der Kiessee über keinen Zufluß verfügt, steht zudem die Frage im Raum, wie der Wasserstand wieder aufgefüllt werden kann. Zwar wird auf der Baustelle des Regenwasser-Rückhaltebeckens reichlich Wasser abgepumpt und in den Landgraben geleitet, aber dieses Wasser ist lt. Aussage des Wasserwirtschaftsamtes zu eisenhaltig und darf deswegen nicht in den See gepumpt werden, wie SAC-Vereinsvorsitzender Gerhard Strempel bei der Begehung erläuterte.

Auch am Ufer ist das Fehlen des Wassers gut zu erkennen

Auch die bei der Begehung anwesenden Gemeinderäte Wolfgang Stern (CDU), Wolfgang Krauth (SPD), Ralf Frühwirt (GALL) und Christa Hassenpflug (GALL) standen vor einem Rätzel und werden bei den zuständigen Behörden weitergehende Informationen einholen, um „Das Mysterium des Verschundenen Wassers“ aufzuklären.

Stellungnahme der Stadt Leimen zum Sachverhalt:

Der SAC-Vorsitzende behauptet, die für den Bau des Regenrückhaltebeckens an der B3 erforderliche vorübergehende Grundwasserabsenkung verursache ein Absinken des Wasserspiegels und könne zu einem „Umkippen“ dieses Gewässers führen. Hierzu möchten wir kurz ausführen:

1.)   Für die erforderliche Grundwasserabsenkung wurden Bodengutachten erstellt und Geologen haben den sogenannten „Absenktrichter“ für die Auswirkungen dieser Maßnahme geprüft. Diese Untersuchungen inkl. der Anzahl der Brunnen, ihrer Tiefe, der  Einleitmengen und der Qualität des in den Landgraben abgeleiteten Grundwassers sind Bestandteil der wasserrechtlichen Genehmigung durch das Landratsamt. Die Mitarbeiter des Landratsamtes nehmen regelmäßig an den wöchentlichen Baubesprechungen am Landgraben teil.

Gemeinderäte informierten sich vor Ort: v.l.n.r.: Wolfgang Stern (CDU), Wolfgang Krauth (SPD), Ralf Frühwirt (GALL), Christa Hassenpflug (GALL)

2.)   Stadtverwaltung (Umweltbehörde) und Eigenbetrieb haben die Befürchtungen des SAC-Vorsitzenden unverzüglich dem Wasserrechtsamt des Rhein-Neckar-Kreises mitgeteilt. Von dort kam die Bestätigung der im Vorfeld der Baumaßnahme angestellten Untersuchungen: Diese für den Bau des Regenrückhaltebeckens unabdingbare vorübergehende Grundwasserabsenkung wirkt sich bis zu einem Radius von max. ca. 200m um die Stelle, an der das Grundwasser entnommen wird, aus. Der See (oder genauer: die beiden Seen) von Heidelberger Cement an der Schwetzinger Straße sind aber ca. 500m von dieser Stelle entfernt, das Wasserrechtsamt schließt dadurch aus, dass die vorübergehende Grundwasserabsenkung dort zu einem Absinken des Wasserspiegels führt.

3.)   Kontinuierlich während der Baumaßnahme durchgeführte Wasserstands-Messungen des Sees wurden und werden mit der laufenden Grundwasserabsenkung verglichen. Der Wasserspiegel des Sees unterlag während dieser Zeit der Grundwasser-Absenkung seinerseits ständigen Schwankungen. Er wies an verschiedenen Tagen immer wieder unterschiedliche Höhen auf, an manchen Tagen war er um einige Zentimeter gestiegen, an anderen Tagen um einige Zentimeter gefallen. Die Veränderungen des Wasserstandes im See können somit in keinen Zusammenhang mit der Grundwasserabsenkung gebracht werden, zumal die Menge und die Tiefe der Absenkung aufgrund der erreichten Baufortschritte seit Wochen rückläufig sind.

4.)   In den letzten Jahren ist es in den Sommermonaten bei diesen beiden Gewässern mehrmals, also lange vor der aktuellen vorübergehenden Grundwasserabsenkung in ca. 500m Entfernung, zu ganz erheblichen Schwankungen und deutlichem Absinken des Wasserspiegels gekommen. Es drohte sogar mehrmals ein „Umkippen“. Deshalb  wurde auf Bitten von Heidelberger Cement und Anglerclub die Feuerwehr Leimen wiederholt tätig und belüftete in jeweils stundelangen Aktionen die Gewässer, um sie vor diesem „Umkippen“ zu bewahren.

5.)   Nach allem können wir davon ausgehen, dass das vom SAC-Vorsitzenden  behauptete Absinken des Wasserspiegels und das befürchtete „Umkippen“ des Anglersees nichts mit der aktuellen Grundwasserabsenkung an der Baustelle für das Regenrückhaltebecken zu tun haben können.

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6 Kommentare für “Sport-Angel-Club-Mysterium: Wo sind ca. 35.000 m3 Wasser geblieben?”

  1. Skeptiker

    Die Sache ist schwierig.
    Hätten wir jetzt einen heißen Sommer, dann käme noch die Wasserentnahme durch private Brunnen mit in Betracht. Wir haben aber keinen heißen trockenen Sommer.
    Meines Wissens ist der Anglersee durch den Abbau von Kies entstanden. D.h. dort gibt es Kies, und vermutlich liegt im weiteren Umkreis ebenfalls Kies, bzw. Erde mit Kies.
    Kies ist durchlässig und deshalb ist eine Verbindung zwischen der Grundwasserabsenkung und dem fallenden Wasserspiegel durchaus möglich. Vom Physikunterricht her ist bekannt, dass sich der Wasserstand in verschiedenen, aber miteinander verbundenen Gefässen ausgleicht und schließlich überall die gleiche Höhe erreicht. D.h., dass es durchaus nicht sein muß, dass sich die Grundwasserabsenkung nach 200 m nicht mehr auswirkt. Wieso sollte das Wasser auch aufhören nach unten zu fließen, wenn es nicht durch Lehm verzögert oder gestoppt wird?
    Was tun? Die Grundwasserabsenkung scheint notwendig zu sein, beim See besteht die Gefahr des Umkippens. Wenn man das Umkippen verhindern kann, indem man während der Bauarbeiten auf Kosten der Stadt den See belüftet, dann sollte die Stadt dies tun. Wenn es sonstige Ma0nahmen geben sollte, das Umkippen zu verhindern, dann sollte die Stadt als der Verursacher auch dies tun.
    Frage:
    Laut Artikel ist das entnommene Grundwasser ist zu eisenhaltig um dem See ohne Schaden zugeführt zu werden. Wieso kann man aber nicht einen Teil des entnommenen Grundwassers dem See zuführen? Würde dies bereits zu einer Schädigung führen?
    .

    • admin

      Gute Frage, der hoffentlich auch nachgegangen wird. Wird das eisenhaltige Grundwasser dem See zugeführt, so verdünnt es sich dort ja stark, so daß die toxische Wirkung (so im unverdünnten Zustand denn vorhanden) sinkt.
      Die Antwort auf eine andere Frage wäre auch interessant zu hören: Der See könnte lt. Aussage des SAC bis zu 200.000 m3 zusätzliches Wasser aufnehmen. Wäre das nicht ein prima „Regenwasser-Rückhaltebecken“?

  2. Gast

    Mysteriös Unaufgeklärtes.?
    War ich doch schockiert wie ich las, „Sport-Angel-Club-Mysterium“.

    Aber dann die Erleichterung, haben wir jetzt nicht ein echtes Wasser-Mysterium direkt vor der Tür? Eine echte Sensation. Ein schönes Bild mit den sieben ratlosen Kommunalpolitiker, sieben Fragezeichen.
    Mussten sich doch die Menschen seit über 2000 Jahren mit biblischen Wasser-Mythen herum quälen wie z. B. die Teilung des Roten Meeres durch Mose, wie Jesus über das Wasser geht oder wie er für eine völlig besoffene Hochzeitsgesellschaft Wasser in Wein verwandelt usw.

    Jetzt ist Schluss mit den fiktiven Wasser-Mythen, Fakt ist, das Wasser in See wird immer weniger und kein Mensch weiß warum. Die Aufklärung des Verschwundenen Wassers durch die Behörden wir dem „Sport-Angel-Club-Mysterium“ einen Riegel vorschieben.

    Wie das natürlich mit dem biblischen Hokuspokus ausgeht wird wohl immer ein Geheimnis für theistische Einfaltspinsel bleiben.

    • Skeptiker

      Hallo, Herr Gast.
      Warum ziehen Sie über religiöse Sachen her? Die Bibel und der Anglersee haben doch nichts miteinander zu tun. Manches in der Bibel ist nicht auf Anhieb zu verstehen, und es dauert bis man dahinterkommt. In der Bibel sind viele Mythen und Geschichten aus anderen Kulturen eingearbeitet und auch diese wollen erst einmal verstanden werden. Und dann gibt es Hinweise, dass es schon Zivilisationen vor der uns bewußten Zeit gegeben hat und es schaut so aus, als ob auch aus diesen Zivilisationen Spuren in die Bibel eingeflossen sind. Wir wissen heute nur noch nicht genug darüber. Bitte keine Themen vermischen und nicht unqualifiziertes Zeug über die Bibel schreiben.

      • Gast

        Sehr geehrter Skeptiker,
        dass die Bibel und der besagte Anglersee etwas miteinander zu tun haben, habe ich nicht behauptet, dies ist Ihrerseits eine Unterstellung.
        Weiterhin ziehe ich nicht über religiöse Sachen her, sondern ich habe lediglich das dort auftretende Sport- Angel-Club-Mysterium, das sich auf das verschwindendes Wasser bezieht mit der Bibel assoziiert, weil ich mich seit Jahrzehnten mit der Bibel befasse und darin sehr viele ebenfalls unfassbare Wasser-Mythen beschrieben werden.
        Es war eine gedankliche Verbindung von wunderlichen Dingen, eine Themenvermischung war nicht meine Absicht.

        Aber es sei mir mit Verlaub gestattet, Ihrer Darstellung zu widersprechen.
        Sie schreiben sehr richtig in die Bibel seien viele Mythen und Geschichten eingearbeitet und gleichzeitig dass diese erst mal zu verstehen sind und wir heute noch nicht genug darüber wissen.
        Mythen und Geschichten, bzw. alles was in der Bibel steht kann man bestenfalls glauben, aber nicht wissen oder wissenschaftlich belegen, diese Wahl sei aber jedem freigestellt. Keine Geschichte in der Bibel kann wissenschaftlich als Wahrheit nachgewiesen werden, wer dies aber trotzdem behauptet steht in der Beweispflicht.

        Aber zum eigentlichen Thema, das verschwundene Wasser im Anglersee ist sicherlich faktisch aufklärbar, warten wir die Ergebnisse ab.

  3. noch so ein Skeptiker

    Nunja, warum die Sachen einfach lösen, wenn man auch viel Geld dafür ausgeben kann?
    Es gibt nicht umsonst rundherum viele spötische Sprüche über Leimen und seine Bewohner…

Kommentare sind geschlossen

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