Saisonale Spezialität Kurpfalzbräu Eisbock:
Ein starkes, leckeres Bier aus dem Eis

(30.11.19) Sanft und dunkel fließt der Eisbock ins Glas, ein karamelliger Duft steigt auf. Die Kurpfalzbräu-Bierfamilie vergrößert sich um ein saisonales Bockbier. Für die kalte Jahreszeit ist das starke Bier ein klassischer Genuss. Die Grundlage stammt erneut aus dem Rezept-Nachlass von Braumeister Hans Hirsch, der dieses Starkbier bereits um 1918 während seiner Ausbildung in München kennenlernte. Die Bierspezialität wurde traditionell gebraut und im Tank ausgefroren.

Das alte Rezept von Hirsch lebe nun mit dem Kurpfalzbräu Eisbock wieder auf. „Wir haben das Bockbier nach der Reifung über acht Wochen im Tank ausgefroren. So entziehen wir dem Bier Wasser und konzentrieren und verstärken es, wir bekommen also eine aromenreiche Essenz des Bieres“, erklärt Braumeister Stephan Dück. Wasser hat eine andere Gefriertemperatur als Alkohol, deshalb trennen sich im Gefriervorgang die beiden Flüssigkeiten. Dück geht davon aus, dass der Eisbock um die 8,5-8,7%Vol.alc. haben werde. Gebraut worden sei das traditionell gebraute Bockbier mit zwei Hallertauer Hopfensorten, nämlich Tradition und Perle, so Dück weiter. Außerdem seien zwei verschiedene Karamellmalze und Melanoidinmalz – ein speziell gedarrtes Gerstenmalz mit Honig- und Biskuitnoten – zum Einsatz gekommen.

Kulmbacher Legende

Ende des 19. Jahrhunderts wurde in einer Brauerei in Kulmbach durch einen Zufall das Eisbock „erfunden“. Der Legende nach hatte ein Brauergeselle an einem Winterabend keine Lust mehr, die Holzfässer ins Lager zu räumen, wie ihm sein Braumeister aufgetragen hatte. Der Fassinhalt gefror und der Geselle durfte sich auf einen Satz heiße Ohren vom Meister freuen. Doch Glückes Geschick: nicht das ganze Bier war vereist, in der Mitte der „Eistonnen“ hatte sich ein Bierkonzentrat gebildet, das wegen seines hohen Alkoholgehaltes nicht zu Eis wurde. Des Gesellen Strafe? Einmal Fass austrinken. Gesagt, getan, aber überraschenderweise stellte sich das konzentrierte, malzig-süße Gebräu mit wenig Wasseranteil als sehr schmackhaft heraus. Das fand der Braumeister auch – und der Eisbock war geboren.

Hirschs Vermächtnis

Von Kulmbach bis München und darüber hinaus sprach sich die Geschichte in Brauerkreisen schnell herum und so lernte auch Braumeister Hirsch diese Bierspezialität kennen, als er im Winter 1918/19 in München seine Ausbildung machte. Sein Vermächtnis, die alten Rezepte und anderen Aufzeichnungen, werde nach wie vor gehütet, aber auch genutzt, erzählt Welde Geschäftsführer Max Spielmann. Immer wieder stöberten er und die Braumeister in den Aufzeichnungen seines Urgroßvaters und fänden oft neue Anregungen. Vom Kurpfalzbräu Eisbock habe man eine kleine Menge gebraut, es sei ein reines und limitiertes Saisonbier, das besonders gut schmecke, wenn es draußen kalt und ungemütlich sei, sagt Spielmann.

Der Winter kann kommen.

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