Sandhäuser Betriebsplan für das Forstwirtschaftsjahr 2017

(sa – 3.11.16) Um den Betriebsplan im Forstwirtschaftsjahr 2017 zu präsentieren, waren Forstdirektor Sebastian Eick sowie Revierleiter Achim Freund der Einladung der Verwaltung zur Gemeinderatssitzung am 24. Oktober gefolgt.

7915-brennholz-polderholz680 Festmeter Einschlag sind nach dem Nutzungsplan für das kommende Jahr vorgesehen. Den Schwerpunkt der Holzernte bilden Verkehrssicherungsmaßnahmen. Zudem wiesen viele Kiefern Schäden durch Maikäferfraß und durch Mistelbefall auf, so dass der Einschlag seit 2009 aufgrund absterbender Kiefern zu 50% zwangsgenutzt werden müsste. Insgesamt ist im nächsten Jahr durch die Ernte von Forsterzeugnissen mit Einnahmen in Höhe von 26.530,00 € zu rechnen; die Ausgaben sind mit 43.700,00 € veranschlagt, so dass sich daraus eine Unterdeckung von 17.170,00 € ergibt. Für Kulturen sind 3.050 € vorgesehen.

Neben der Holznutzung stellte Eick die Maßnahmen im Naturschutzgebiet Pflege Schönau-Galgenbuckel, die als Ausgleich im öffentlich-rechtlichen Vertrag zum Erhalt der L600 vereinbart wurde, und das Nabu-Projekt Lebensader Oberrhein vor. Die Ausgleichsmaßnahme beinhaltet die Wiederherstellung lichter Sandrasen-Kiefer-Weißmoosflächen. Die Erweiterungsflächen konzentrierten sich auf einen Bereich außerhalb des Trimm-dich-Pfades. Während die Kosten der Naturschutzmaßnahme das Regierungspräsidium zu tragen habe, fiele der Gewinn aus dem Verkauf der anfallenden Holzhackschnitzel an die Gemeinde. Für das Nabu-Projekt möchte man am Speyerweg ein Biotop anlegen und im sogenannten Franzosenbusch im Staatswald auf einer Fläche von 0,5 Hektar eine kleine Sanddüne freilegen. Bisher wüchsen hier nur Ginster und spätblühende Traubenkirsche, die zu einem späteren Zeitpunkt entfernt werden sollen.

Anfragen im Gemeinderat bestanden u.a. zum Aufforstungsprogramm und der Ursache für den zunehmenden Bestand an Dürrholz. Auf Frage Gemeinderat Schulzes musste Forstdirektor Eick hierzu berichten, dass die angelegten Kulturen der Trockenheit und dem Maikäferfraß zum Opfer gefallen waren und nur noch rudimentär vorhanden seien. Daher habe man einen Trendwechsel hin zu den Ausgleichsmaßnahmen vorgenommen, die der Gemeinde überdies Ökopunkte einbrächten. Neben seiner Aufgabe als Naherholungsgebiet und als grüne Lunge habe der Gemeindewald einen wirtschaftlichen Nutzen, fasste Gemeinderat Diem zusammen. Was zu den rückläufigen Einnahmen seit 2013 geführt hatte, versuchte er zu ergründen. Als Ursache nannte Freund hierzu den Bau des Sportplatzes des SV Sandhausen, der in der Vergangenheit zu vermehrtem Holzschlag und somit höhere Einnahmen geführt hatte, ebenso wie die Trockenphase im Sommer 2015, die vermehrt Verkehrssicherungsmaßnahmen nach sich gezogen hatte. Die Ausgleichsmaßnahmen wie z.B. des Trimm-dich-Pfad-Weges, die zu Ökopunkten führten und die Handlungsfähigkeit bei anderen Maßnahmen erhöhe, begrüßte Diem.

Ob sich der Befall durch Maikäfer und Engerlingen eingrenzen ließe, musste Eick auf Nachfrage Gemeinderat Liebetraus verneinen. Da die flächendeckende Schädlingsbekämpfung mit dem Hubschrauber untersagt sei, bleibe nur zu hoffen, dass sich der Bestand auf natürliche Weise in 30-40 Jahren reduziert habe. Im Gemeinderat dankte man für die bisher geleistete Arbeit.

LeimenBlog.de Ihre lokale Internetzeitung für Leimen, Nußloch, Sandhausen

Kurz-URL: https://leimenblog.de/?p=85198

Kommentare sind geschlossen

Anmelden | Entworfen von Gabfire themes

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Informationen...

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen