Sonntag: SV Sandhausen will sich mit Sieg aus 2. Liga verabschieden

SV Sandhausen Logo(sim – 18.5.13). Zwar ist das letzte Heimspiel in der zweiten Bundesliga (Sonntag 13.30 Uhr gegen FC Erzgebirge Aue) in dieser Woche durch die Präsentation des neuen Trainers Alois Schwartz und die neuen Strukturen im sportlichen Bereich etwas in den Hintergrund getreten, doch unabhängig davon möchte sich der SV Sandhausen mit einem Sieg von seinen Fans und der zweiten Liga verabschieden. Darin sind sich Präsident, Geschäftsführer und Trainer einig.

„Das sind wir unseren Besuchern und der Liga einfach schuldig. Es soll ohne Wettbewerbsverzerrung zu Ende gehen“, so Trainer Hans-Jürgen Boysen: „Es geht um die Ehre, dass die Spieler alles geben und Charakterstärke sowie Ehrgeiz unter Beweis stellen“. Letztendlich ist der Neuling zu Hause nur schwer bezwingbar, denn 19 der 26 Punkte wurden im Hardtwaldstadion geholt.

„Am Sonntag gegen FC Erzgebirge Aue sollen nochmals drei Zähler hinzu kommen, zumal das Augenmerk der gesamten Liga auf die beiden Partien Dresden – Regensburg und Sandhausen – Aue gerichtet ist“, wie der Trainer richtig beurteilt, zumal fünf der sechs Entscheidungen teilweise schon seit geraumer Zeit gefallen sind.

Die Vorbereitung in der Trainingswoche war professionell und personell wird sich gegenüber den letzten drei Wochen so gut wie nichts ändern. Von den Verletzten ist niemand fit geworden „und umgekehrt sind keine weiteren Ausfälle zu beklagen“ (Boysen).

Der scheidende Trainer ist sich im Übrigen sicher, „dass in dieser Saison erstmals der Zweitligist die Relegation schadlos überstehen wird, egal ob es Dynamo Dresden oder Erzgebirge Aue ist“. Hans-Jürgen Boysen liefert auch sofort die Begründung: „Beide Teams sind im Abstiegskampf erfahren, leben ohnehin überwiegend von Einsatz und einem intensiven Zweikampfverhalten, sodass die Euphorie beim Drittligisten damit mehr als ausgeglichen wird“. Auf diese Tugenden wird sich die SV-Elf am Pfingstsonntag ohnehin einstellen müssen. Boysen: „Dass wir dagegen halten können, haben wir im Erzgebirge bewiesen, wo uns der Sieg sehr spät durch einen zweifelhaften Elfmeter weggeschnappt wurde“. In punkto Einsatz und Präsenz auf dem Spielfeld, egal wie das Ergebnis lautet, ist der DFB-Fußballlehrer von den Gästen überzeugt. „Allerdings haben sie derzeit das Handicap, dass Torjäger Jan Hochscheidt verletzungsbedingt nicht spielen kann“, wie Boysen vermerkt: „Er ist ein absoluter Schlüsselspieler, der Kopf der Mannschaft. Von der Wichtigkeit kann man in mit Frank Löning bei uns vergleichen“. Ein zweiter Topstürmer steht mit Sylvestr zur Verfügung. Boysen: „Er ist ein Sturmführer, der nur noch in einem Nachholbedarf hat. Er muss mit seinen Möglichkeiten mehr Tore erzielen, um den großen Durchbruch zu erzielen“.

Sowohl Dresden wie auch Aue hat noch einen gemeinsamen Vorteil im Hinterkopf: Beim 16. Tabellenplatz handelt es sich um die Relegation und nicht um den Direktabstieg. Der Sturz ist also nicht ins uferlose, sondern bei zwei weiteren Partien kann jeder aus eigener Kraft den Hals noch aus der Schlinge ziehen. Zwischen 1.500 und 2.000 Anhänger werden die Gäste am Pfingstsonntag nach Sandhausen begleiten.

Bislang steht ein Abgang definitiv fest: Jan Fiesser wechselt zum Zweitligaaufsteiger Arminia Bielefeld auf die Alm. Wie Geschäftsführer Otmar Schork weiter erwähnte, steht David Blacha mit Hansa Rostock in Verhandlungen und Julia Schauerte hat von zwei Zweitligisten eine Angebot. Schork: „Ihn würden wir natürlich gerne behalten, weshalb wir unser Bestreben auf eine Vertragsverlängerung auch noch nicht aufgegeben haben“. In diesem Zusammenhang stellte der Geschäftsführer klar, dass Transfereinnahmen bei der Lizenzierung keine Rolle spielen, „denn diejenigen die gehen werden, sind ab 1. Juli vertragslos“.

Geleitet wird die Begegnung von dem international erfahrenen Peter Sippel. Der 42-jährige Münchner Diplom-Betriebswirt steht seit 1996 auf der DFB- Schiedsrichterliste, leitet seit 2000 Bundesligaspiele und gehörte zwischen 2003 und 2011 zudem der FIFA-Liste an. 21 Europapokalspiele und acht Länderspiele stehen in seinen Analen mit zusätzlichen Auftritten bei der K- League Südkorea (2004 und 2008) sowie der Stars-League Katar (2005, 2006, 2007, 2008).

 

 

 

Für Erzgebirge Aue geht es um alles / Relegation droht

 

Aue (sim). Nicht immer sind Trainerwechsel das Allheilmittel. Was beim VfL Bochum zum Nichtabstieg führte, verpuffte beim FC Erzgebirge Aue ohne Wirkung. Am 29. April wurde Carsten Baumann beurlaubt und in Windeseile Falko Götz verpflichtet. Bei zwei Begegnungen trug er bislang die Verantwortung und zweimal haben die Erzgebirgler den Platz als verlieren verlassen. Jetzt folgt im Hardtwaldstadion beim SV Sandhausen der dritte Auftritt, der den Klassenerhalt bringen kann oder die Relegation.

Am 4. März 1946 wurde der Verein als SG Aue gegründet, jedoch schon 1949 in BSG Pneumatik umgetauft. Es gibt wahrscheinlich im Profifußball kein anderer Verein, der so oft seinen Namen änderte oder ändern musste. Im Jahr 1954 hieß er nämlich bereits Wismut Karl-Marx-Stadt, der gängige Namen bis es zum FC Erzgebirge Aue kam, ist sicherlich Wismut Aue. Zwischen 1955 und 1959 wurde Aue dreimal in Folge DDR-Mester und war demzufolge auch dreimal international im Eurocup der Landesmeister vertreten. In den Analen ist auch ein DDR-Pokalsieg vermerkt.

Seit der Wende konnte FC Erzgebirge Aue zwei Mal in die zweite Liga aufsteigen. Das erste Mal 2002/03 und zuletzt 2009/10 und seit diesem Zeitpunkt gehören sie dem Profibereich an. Der Verein hat rund 2.600 Mitglieder, wobei Aue nur unwesentlich größer als Sandhausen ist. Exakt leben in Aue 17.338 Einwohner. Wenn man immer von einer Größe von rund 60.000 Einwohner hört, dann handelt es sich hierbei um den Landkreis Erzgebirge. Das Sparkassen-Erzgebirgsstadion steht im Übrigen im Eigentum des Landkreises Aue und wurde 1950 erbaut. Der letzte Umbau erfolgte 2011 und bis 2020 sind die Namensrechte vergeben. Es fasst 15.690 Zuschauer. Hiervon stehen 9.390 Sitz- und 6.300 Stehplätze zur Verfügung. Noch zu DDR-Zeiten war es das Otto-Grotewohl-Stadion.

Beim letzten Spieltag der zweiten Bundesliga sind lediglich noch zwei Begegnungen von Wichtigkeit und da sind die vier Rangletzten unter sich. Die SG Dynamo Dresden auf dem Relegationsplatz mit 34 Punkten und einer Tordifferenz von minus 16, empfängt Schlusslicht SSV Jahn Regensburg und der FC Erzgebirge Aue, einen Rang besser postiert, aber auch 34 Punkte (Tordifferenz minus 8) reist zum Vorletzten SV Sandhausen.

„Wir wollen uns sportlich fair ohne Wettbewerbsverzerrung von der zweiten Liga verabschieden“, macht SV-Trainer Hans-Jürgen Boysen den Gästen wenig Hoffnung auf Schützenhilfe: „Das sind wir unseren treuen Fans ganz einfach schuldig“. Deshalb möchte der Absteiger zum Ausklang auch nochmals punkten und dies mit der vollen Ausbeute.

Zwischen 1.500 und 2.000 Anhänger werden die Gäste in die Kurpfalz begleiten. Mit Hochscheidt, der verletzt ist (9 Treffer) und Sylvestr (8 Treffer) besitzt der FC Erzgebirge zwei herausragende Torjäger, die es zunächst gilt, entsprechend auszuschalten. „Wir hoffen, dass wir eine ähnliche Form wie zuletzt gegen den FC Ingolstadt 04 bringen werden und dann ist es mir nicht bange“, steht Hans-Jürgen Boysen, wie mehrere Spieler des SV Sandhausen, vor seinem letzten Arbeitstag im Hardtwald.

 

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