„Starker Platzregen“ beim Neujahrskonzert des Musikvereins Sandhausen in der Festhalle

Das Jugendorchester eröffnete das Konzert


(von Jutta Staudt – 9.1.20) Voll besetzt war die Festhalle am 6. Januar, der Musikverein Sandhausen veranstaltete sein Neujahrskonzert. Die 1. Vorsitzende der Vorstandschaft, Angelika Burkhardt begrüßte alle Anwesende aufs Herzlichste. Zuerst schallte jedoch ein lautes „Prosit Neujahr“ durch die Halle! Wie in jedem Jahr durfte das 20-köpfige Jugendorchester das Konzert eröffnen.

Jutta Worsch hat erst im Oktober den Dirigentenstab bei den Jungen übernommen. Die verdiente, langjährige Musikerin und Vizedirigentin des Vereins, hat auch gleich ganze Arbeit geleistet und das Jugendorchester sehr gut vorbereitet. Mit „Circle of Life“ übersetzt, Kreislauf des Lebens, aus der Feder von Elton John, konnte die Jugend bereits zu Beginn, ein Ausrufezeichen setzen. Das bekannte Musikstück aus dem berühmten Musical „König der Löwen“ wurde ganz toll interpretiert und entsprechend groß war der Applaus.

Beim zweiten Stück hatte man auf einen großen Komponisten gesetzt: John Williams. Der mehrfache Oscar- und Grammy-Gewinner zählt seit den 1970er-Jahren zu den weltweit bekanntesten, erfolgreichsten und einflussreichsten Filmkomponisten. Die Bücher um Harry Potter, dem Zauberlehrling, wurden in unglaublicher Menge verkauft, über 450 Millionen Exemplare. Ein Hit wurde die Interpretation der Filmmusik in Sandhausen, den Zuhörern gefiel der Vortrag sehr gut. Man muss auch die leisen Töne spielen können. Natürlich kam auch in diesem Jahr die Jugend nicht ohne eine Zugabe von der Bühne.

Dieses Mal führte die musikalische Reise in den Orient, Arabian Dance, zu orientalischen Tänzerinnen am Lagerfeuer. Auch die Percussiontruppe konnte jetzt überzeugen und die orientalischen Klänge wurden alle glänzend gemeistert. Super, Jungs- und Mädels, ihr habt ihr wieder sehr gut gespielt und auch die Dirigentin hat ihr Debüt sehr erfolgreich absolviert. Mit donnerndem und anerkennendem Applaus wurde das Jugendorchester von der Bühne verabschiedet.

Als Nächstes betraten 40 Musikerinnen-, und Musiker die Bühne, das sprichwörtlich „Große Orchester“. Bombastisch und theatralisch begann das 1. Musikstück: Zarathustra 2000. Allerdings handelte es sich nicht um die Originalversion von Richard Strauss, sondern um eine moderne und zeitgemäßere Variante. Es wurde geklatscht getrommelt und gegroovt. Da hatte das Große Orchester einen prima Auftakt hingelegt!

Sehr klassisch ging es weiter mit Ludwig van Beethoven, der dieses Jahr seinen 250-jährigen Geburtstag feiern würde. Egmont, eine Ouvertüre aus dem Jahre 1810. Das relativ lange, kraftvolle und anspruchsvolle Musikstück forderte das Orchester und den Dirigenten Stanislav Klimow gewaltig. Groß war der Applaus für diese hervorragende Leistung!

Heike Arnold, die wieder sehr informativ, kurzweilig und unterhaltsam durch den Abend führte, hatte es schon angekündigt: Vorsicht es zieht ein Gewitter auf!

Durch Klatschen, Stampfen, mit den Fingern Schnippen u.v.m. schaffte es das Orchester, die perfekte Illusion eines Platzregens auf die Bühne zu zaubern. Der Effekt war wirklich unglaublich, als dann auch noch Regenschirme aufgespannt wurden, war der Regen förmlich zu spüren.

Gewitterdonner folgte und ein musikalisches Feuerwerk wurde anschließend abgebrannt. Ein buntes Medley aus den bekanntesten Hits des Walzerkönigs Johann Strauß (Sohn). Der 3/4 Takt war Trumpf in den nächsten Minuten und das Publikum war restlos begeistert von der großen Anzahl der Evergreens.

In der anschließenden kurzen Pause hatte man Gelegenheit sich gegenseitig, zum Beispiel bei einem Glas Sekt, ein Frohes Neues Jahr zu wünschen, bevor die Trompeter mit einer wunderschönen Fanfare die Pause beendeten.

Weiter ging die musikalische Reise mit „La Storia“ von Jacob de Haan. Der berühmte Filmmusikkomponist hat dieses spannungs-, und anspruchsvolle Musikstück, seinem ebenso bekannten Kollegen Ennio Moriccone gewidmet. Es handelt sich quasi um eine Filmmusik, ohne Film. Auch dieses doch schon komplizierte Werk wurde erfolgreich gemeistert.

Jetzt traten einmal mehr Solisten auf den Plan, Wolfgang Sonnleitner am Euphonium, beim wunderschönen und melodiösen Stück „Facedown“, vom 1981 geborenen Sven van Calster, konnte man die ganze musikalische Bandbreite des Instruments und das Können des Musikers erfahren. Wundervoll, der Applaus war entsprechend gewaltig.

Argentinien war das nächste Reiseziel, das Land der Gauchos! Libertango, mit diesem feurigen Tango unterstrich der Musikverein einmal mehr seine enorme musikalische Vielfalt. Der Magie dieser Musik konnte man sich wirklich nicht entziehen. Wie ein kleiner Urlaub. Gänsehautfeeling war angesagt! Super!

Udo Jürgens, verspricht mit seinem Hit „ich will ich kann“ pure Lebensfreude von Verliebten aus dem Jahre 1986. In einem Duett mit Sonja Kimmons bringen die beiden zum Ausdruck, dass fast alles Möglich ist, wenn man nur will, in der amerikanischen Version „I can I will“. „Yes we can“ lässt Grüßen, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Hier brillierten besonders die Solisten Bernd Pfeffer und Alexa Theis mit ihren Instrumenten.

Sing, Sing, Sing, die Percussion Abteilung um Uwe Kettenring legte los und jeder wusste, jetzt wird geswingt. Die Füße stillzuhalten war eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Ab ging die Post in der Festhalle, die Stimmung war am Kochen und auf dem Höhepunkt. Es war Können gefordert. Die Finger huschten nur so über die Tasten….viele Musikerinnen und Musiker zeigten tolle Soli!

Wie heißt es doch, wenn es am Schönsten ist, sollte man aufhören. Damit war der offizielle musikalische Teil des Konzerts auch schon beendet…leider! Aber, jetzt waren erst einmal Glückwünsche an der Reihe. Die Dirigenten wurden mit Präsenten bedacht und auch er….ja er.. er war wieder da. Mehr als 20 Mal ist unser treuer Freund Eric Hill extra für seinen Musikverein aus Amerika angeflogen um mitzuspielen. In all den Jahren hat er es sogar während Kriegseinsätzen geschafft zu uns zu kommen. Wir finden so viel Treue muss belohnt werden und da kann es nur Eines geben: Die Vorstandschaft hat beschlossen, Eric Hill die Ehrenmitgliedschaft beim Musikverein zu verleihen!  Eric Hill nahm sichtlich gerührt die hohe Ehrung an. Angelika Burkhardt übergab die Urkunde, die sicherlich einen tollen Platz in seinem Haus in Georgia finden wird. Lieber Eric, wir gratulieren Dir recht herzlich zur Ehrenmitgliedschaft und hoffen auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!

Selbstverständlich ließ man das Orchester nicht ohne Zugabe ziehen und so  wurde dann, zusammen mit dem Jugendorchester, der bekannte River Kwai Marsch aufgeführt. Das Stück aus dem Film die Brücke am Kwai, aus dem Jahre 1957 ist vor allem bekannt durch den gepfiffenen Beginn und war ein Gassenhauer seiner Zeit und so auch bei uns heute in Sandhausen.

Ein Stück bildet traditionell immer den Abschluss, unsere Hymne, unser Badnerlied. Aufgestanden und mitgesungen. Schön war`s! Wieder einmal war ein prächtiges Konzert gelungen. Viele Solisten, man kann nicht alle nennen, beide Orchester und auch die Dirigenten gaben wirklich alles! Ihr seid spitze!

Wir wollen aber nicht nur unseren Musikerinnen und Musikern danken, sondern allen Helfern vor und hinter den Kulissen. Vielen Dank an alle! Vor allem danken wir natürlich unserem Publikum, welches uns seit vielen, vielen Jahren die Treue hält. Euer Applaus ist unser Ansporn uns noch weiter ins Zeug zu legen!

Wir sehen uns alle wieder beim Kirchenkonzert, am 5. April, dieses Mal in der evangelischen Kirche in Sandhausen!

Bericht und Bilder: Jutta Staudt

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