Wasser für Wald und Felder: Speichern und versickern lassen, statt schnelles ableiten

(ck – 28.5.21) Trockenheit bedroht die hiesigen Wälder und auch den Hardtwald. Die Aufforstung ist schwierig und kann wahrscheinlich nur mit Bewässerung der jungen Bäume gelingen. In den letzten Jahren war das Frühjahr im Mai oft schon sehr trocken – im Gegensatz zu diesem Jahr!

Hardtbach zwischen engen Dämmen: schnurgerade bis zum Rhein – Bild: C. Kienle

Im Prinzip gibt es genügend Regenwasser, nur in den letzten Jahren mehrten sich die langen Monate komplett ohne Niederschläge, oft gepaart mit großer Hitze. Jetzt mag man über das regnerische Wetter klagen, aber im Sommer könnte es mal wieder wochenlang nicht regnen. Auf den sandigen Böden vertrocknen dann auch Bäume.

Hier ist jetzt ein Umdenken in der Wasserwirtschaft nötig: Über viele Jahrhundert war zu viel Wasser und die Überschwemmungsgefahr ein großes Problem in der Rheinebene und Umgebung. Das Wasser bedrohte Häuser und Ernte.

Der Landgraben und der Hardtbach wurden als Entwässerungskanäle gebaut und sind tief eingegraben. Der Leimbach, Hardtbach und Landgraben verlaufen zwischen engen Dämmen schnurgerade Richtung Rhein. Regenwasser wird so schnell wie möglich abgeleitet.

Jetzt muss ein Umdenken stattfinden: Das Regenwasser der feuchten Monate muss rechtzeitig für die trockenen Monate gespeichert werden und die Regenerierung des Grundwasser in den regenreichen Monaten gefördert werden.

Bei dieser Zukunftsaufgabe ist sind die Gemeinden am Hardtwald und jeder einzelne Bürger gefragt.

Hochwasserrückhaltebecken können auch als temporärer Regenwasserspeicher genutzt werden, um die Trockenzeiten im Sommer besser zu überbrücken und können als Versickerungsfläche dienen.

Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat schon vor vielen Jahren das Hochwasserschutz-Projekt Leimbach-Hardtbach begonnen. Das sollte jetzt allerdings ergänzt werden durch das Ziel Wasserrückhaltung für Trockenzeiten. Bei den nächsten Ausbaustufen am Leimbach sollten unbedingt Wasserflächen erhalten werden als Wasserspeicher und als neuer Lebensraum für Amphibien.

Doch auch innerhalb der Gemeinden lässt sich viel gegen die Trockenheit tun: Die Gemeindeverwaltungen achten jetzt schon bei Neugestaltung von Flächen auf Entsiegelung und Neupflanzung von einheimischen Grün.

Die Bürger sollte bei Bauvorhaben und Umgestaltung von Flächen immer auf Wasserspeicherung und natürliche Kühlung achten. Bäume oder eine Hecke speichern durch ihr Wurzelwerk viel besser das Regenwasser als ein Plastikzaun oder eine Steinmauer. Überdies geben Pflanzen nach und nach Feuchtigkeit über die Blätter ab und kühlen so die Umgebung, was besonders bei den Hitzewellen wichtig ist. Stellplätze sollten möglichst nicht dicht gepflastert sein, sondern mit offenen Rasensteinen belegt sein, um die Wasserversickerung zu ermöglichen.

C. Kienle

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