Würdevolles Sterben in der Familie – Auch Haustiere haben ein Anrecht darauf

Wenn man sich ein Haustier anschafft, dann geht man eine Verpflichtung ein bis zum Tod des Tieres. Eigentlich ist das jedem klar, dennoch erleben die Mitarbeiter im Tierheim immer mal wieder das genaue Gegenteil. Eine Dame gab den alten Hamster ihrer Enkelkinder ab, damit diese nicht mitbekommen, wie ihr geliebtes Haustier eines Tages stirbt. Die Mitarbeiter des Tierheims erklärten der Dame: „Den letzten Weg gemeinsam mit seinem Tier zu gehen, ist immer schmerzhaft, und die Angst vor dem, was auf einen zukommt, ist ebenso groß. Kindern kann man das kindgerecht erklären. Das geliebte Tier selbst braucht im Sterbeprozess liebevolle Unterstützung, denn es möchte sich auch verabschieden.“ An der Einsicht der Dame war gar nicht zu denken und so hat sie ihren Enkelkindern die Möglichkeit genommen, diese wertvolle Erfahrung zu machen.

Wenn die Lebenszeit zu Ende geht, haben Menschen meist nur einen Wunsch: Sie möchten die verbleibende Zeit nicht allein sein. Genauso geht es auch unseren Haustieren. Ein würdevoller „Übergang“ ist für die Tierseele genauso wichtig wie für die Menschenseele.

Wenn der Moment gekommen ist, darf der Mensch seinem Haustier zeigen, was es ihm bedeutet hat. Die Atmosphäre sollte stets ruhig und entspannt sein. So können die letzten Momente friedvoll und vor allem würdevoll zusammen verbracht werden. Das kann ein Tierheim niemals bieten.

Für die Mitarbeiter des Tom-Tatze-Tierheims ist Sterbebegleitung immer das schwerste. „Für jedes Tier, das wir bislang auf seinem letzten Weg begleitet haben, wünschten wir uns immer, wir hätten mehr Zeit miteinander gehabt. Das Tier entscheidet selbst, wann es gehen möchte. Manchmal möchte es ganz alleine nachts sterben. Uns bleibt nichts anderes über, als das zu akzeptieren. Dennoch: Wie schön wäre es, wenn jedes Tier bei seinem Menschen zu Hause sterben dürfte.“

Jedes Lebewesen stirbt auf seine einzigartige Weise. Je früher man das lernt, umso besser kann man es akzeptieren und loslassen. Kinder sollte man nicht vor dieser wertvollen Erfahrung schützen.

Jedes Tier hat ein sicheres, liebevolles Zuhause verdient – bis zu seinem Lebensende.

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