Leserbrief Julia Müller zur Turmschulen-Schulhofproblematik
(Leserbrief – 8.7.26) Ich schreibe (Red.: diesen Leserbrief) als Mutter eines Grundschulkindes in Leimen. Die aktuelle Schulhofsituation an der Turmschule macht mir Sorgen. Die Kinder verbringen ihre Pausen auf mehreren kleinen, nicht zusammenhängenden Flächen, teils provisorisch mit klapprigen Zäunen abgegrenzt. Ein Schulhof sollte ein Ort sein, an dem Kinder sich bewegen, rennen und spielen dürfen. Wenn der Platz fehlt, geht genau das verloren, was eine Pause eigentlich sein sollte: Zeit für Bewegung und ein Moment zum Durchatmen zwischen den Unterrichtsstunden.
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Nun zeigt auch der Asbestfund auf der Treffpunkt-Leimen-Baustelle, wie unvorhersehbar die gesamte Baustellensituation ist. Auch wenn die Stadt betont, dass fachgerecht gearbeitet wird und der Zeitplan gehalten werden soll, entsteht bei vielen Eltern sicher ein zusätzliches mulmiges Gefühl wegen möglicher Gesundheitsrisiken. Darüber hinaus wächst, nach allem, was bereits passiert ist, die berechtigte Sorge, dass sich das Projekt weiter verlängern könnte.
Unsere Kinder nehmen seit Jahren massive Einschränkungen in der Gestaltung ihrer Pausenzeit hin. Stand jetzt wird das noch zwei weitere Jahre so bleiben. Es wird Kinder geben, die während ihrer gesamten Grundschulzeit keinen vernünftigen Schulhof hatten. Wenn wir noch mindestens zwei weitere Jahre mit einer Baustelle leben müssen, sollte es doch möglich sein, eine Lösung zu finden, die den Bedürfnissen der Kinder ebenso gerecht wird wie den berechtigten Anliegen der AnwohnerInnen und des örtlichen Gewerbes.
Eine temporäre Sperrung der Rathausstraße während der Schul- oder Pausenzeiten könnte helfen, Flächen sinnvoller zu verbinden und Konflikte zu entschärfen.
Ich wünsche mir, dass Stadt und Ordnungsamt die Situation neu bewerten. Kinder brauchen Platz, sichere Wege und Erwachsene, die ihre Bedürfnisse ernst nehmen.
Als Erwachsene sollten wir uns fragen, ob wir für uns selbst eine solche Situation akzeptieren würden und wie viel Raum uns unsere Kinder wert sind.
Julia Müller
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