(fwu – 30.9.26) 32 Mannschaften, 128 Spiele: Die „Beach Boyz“ brachten eine Handball-Mini-WM in die Kurpfalzhalle.
Von Chile nach Island waren es an diesem Wochenende nur ein paar Schritte. Dazwischen standen Nachwuchshandballer mit Länderflaggen, dahinter warteten Trainer und Eltern auf den Turnierbeginn. Die Kurpfalzhalle in St. Ilgen hatte sich für zwei Tage in eine kleine Handballwelt verwandelt – mit erstaunlich kurzen Reisewegen. 32 E-Jugendmannschaften aus der Region traten zur Handball-Mini-Weltmeisterschaft an.
Dabei kamen rund 300 Jungen und Mädchen sowie schätzungsweise 600 Zuschauer zusammen. In 128 Spielen wurde um Tore und Platzierungen gekämpft. Veranstalter waren die „Beach Boyz“, die 2024 gegründete Handballabteilung des TC Kurpfalz, der sich beim Deutschen Handball-Bund erfolgreich um die Ausrichtung beworben hatte.
Flaggen, Maskottchen und hellblaue Haarpracht

Die teilnehmenden Vereine vertraten zugeloste Länder. Beim gemeinsamen Einmarsch zeigten die Kinder ihre Fahnen; auf den Fotos reicht die Reihe von Nordmazedonien über Island und die USA bis nach Slowenien und Algerien. Chile brachte rot-blaue Pompons mit, der HSV Hockenheim repräsentierte Deutschland mit selbst gestalteten Plakaten, schwarz-rot-goldenen Accessoires und einem plüschigen Begleiter. Auch am Spielfeldrand wurde die Länderrolle ernst genommen. Hinter den Spielern in argentinischen Streifentrikots standen Erwachsene mit hellblau-weißen Perücken und passenden Fanutensilien. Auf dem Feld galt die Aufmerksamkeit dagegen dem Ball: werfen, decken, freilaufen – für eine Betrachtung der internationalen Beziehungen blieb zwischen zwei Angriffen wenig Zeit.
128 Spiele brauchen viele helfende Hände
Mitorganisator Waldemar Hermann begrüßte die Mannschaften und moderierte das Turnier. Die Spiele leiteten Schiedsrichter aus der Vereinsjugend. Unterstützung erhielten die „Beach Boyz“ vom Stadtteilverein St. Ilgen, dessen Helfer unter anderem Kaffee, Kuchen, Snacks und Getränke verkauften und sich auch darüber hinaus in die Veranstaltung einbrachten. Für die Spielpausen gab es in der benachbarten Aegidiushalle eine Spaß-Arena mit Hüpfburg und Spielstationen.
Wer gerade keinen Ball ins Tor werfen musste, konnte sich dort weiter bewegen. Sascha Pfrommer aus dem Organisationsteam berichtete anschließend von Jubel, gelegentlichen Tränen nach Niederlagen und Kindern, die einander trösteten. Größere Sportverletzungen seien ausgeblieben; Pflaster und Kühlpacks hätten genügt.
Viernheim gewinnt gleich zweimal
Den Titel holte der TSV Amicitia Viernheim als „Argentinien“. Damit qualifizierte sich die Mannschaft für das Finale auf baden-württembergischer Ebene im Januar in Stuttgart. Platz zwei ging an die HG Oftersheim als „Portugal“, Dritter wurde die SG Löwen Heddesheim als „Nordmazedonien“.
Viernheim erhielt außerdem den „World Spirit Award“ für Fairplay, Auftreten und die Darstellung seines zugelosten Landes. Zum Preis gehört ein gemeinsamer Tag mit Beach-Handball und Grillen in der Beach-Arena des TC Kurpfalz. Nach dem Hallenboden wartet auf die jungen Titelträger also noch der Sand.
Oberbürgermeister John Ehret besuchte am Sonntag die Finalspiele und die Siegerehrung und stellte sich auch selbst ins Tor. Die Nachwuchsspieler hatten an diesem Wochenende damit nicht nur internationale Gegner vor sich, sondern zwischenzeitlich auch das Leimener Stadtoberhaupt. Der Weltmeisterpokal ging dennoch nach Viernheim.






