Leserbrief Jens Steinle zum Bericht: „Unser Ziel ist ein zweiter Wahlgang“

Wenn auch – nach meinem Lesebrief vom 20./21. 02. – von mehreren Seiten versucht wurde, mir Rede-/Gedankenverbot zu erteilen, erlaube ich mir gerade jetzt – nach dem heutigen, erneuten Bericht in der RNZ – meine Gedanken zu den Hintergründen der Leimener OB-Wahl auch in Leimen-Blog offen zu legen.

Mir geht es nicht darum zu klären, wie es sich mit dem Versprechen zwischen Frau Felden und der CDU verhält, das ist Sache der CDU. Nur so viel: die Zeit der „ehrbaren Kaufleute“, in der ein Handschlag noch absolute Geltung hatte, scheint lange vorbei zu sein.

Hinter der „Initiative“ stehen also die beiden Herren Gayer und Winter, bekannt und aktiv im VfB. Es ist in Leimen ein offenes Geheimnis, dass der VfB in hohem Maße zur FDP tendiert. Dies allein wäre schon Grund genug sich für eine Kandidatur von Frau Felden stark zu machen. Doch – wenn man Insiderstimmen in Leimen glauben darf – es steckt mehr dahinter, wenn man genauer hinsieht:

Frau Felden muss (zwangsweise) antreten und die Wahl gewinnen, weil gewisse Kreise ansonsten ihren bisherigen Einfluss nicht mehr geltend machen können:

Da gibt es den VfB, der in den letzten 20 Jahren so viel Förderung durch die Stadt erfahren hat, dass andere Sportvereine nur neidisch sein können. Der VfB hat also ein gerüttelt Maß Interesse daran, dass die bisherigen langjährigen, ertragreichen Verbindungen zur Stadt bestehen bleiben: also positiv für den VfB, aber negativ für die Stadt.

Es ist anzunehmen, dass Frau Felden, die – nachdem der CDU Kandidat sich schon dazu erklärt hat, Finanzen und Wirtschaftsförderung zur Chefsache zu machen – in ihrer derzeitigen Tätigkeit wohl entmachtet und mit neuen Aufgaben betraut werden würde: Damit schwindet hier der bisherige Interesseneinfluss angeblich wichtiger Personen von außen: also negativ für die beteiligten Personen, aber positiv für die Stadt.

Und da gibt es weiterhin aus eigenem Anspruch heraus „wichtige“ Personen in Leimen, die bei einem Sieg des CDU Kandidaten Ihren bisherigen, leider immer noch vorhandenen (negativen) Einfluss auf Entscheidungen der Stadt Leimen verlieren würden: auch hier negativ für die Personen, aber positiv für die Stadt.

Schlussendlich – so wie man hört – würde bei einem Sieg des CDU Kandidaten und einer Aufgabenneuverteilung bei Frau Felden die Vergabepraxis im Baubereich (die wohl heute schon – wie man hört – im Focus des RP ist) öffentlicher und nachvollziehbarer: negativ für die betroffenen Personen, aber positiv für die Stadt.

Allen Wählern, denen dieses (Wenige) bisher nicht bekannt war, sollten sich Ihre Gedanken über die „Initiative“ zur Wahl von Frau Felden machen (und besonders über die Aussage von Frau Felden selbst in der RNZ vom 20./21.02.): es geht hier klar und deutlich nicht ums Wohl der Stadt Leimen, sondern um knallharte egoistische Interessen einer kleinen Gruppe von Personen, nämlich den Finanziers dieser Aktion, die auch weiterhin ihren nicht unbedingt positiven Einfluss auf die Stadt zum eigenen Vorteil geltend machen wollen.

Jens Steinle, Gauangelloch


Hinweis der Redaktion: Zu diesem Leserbrief gibt es eine Replik von Alexander Hahn


 

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2 Kommentare für “Leserbrief Jens Steinle zum Bericht: „Unser Ziel ist ein zweiter Wahlgang“”

  1. Kai-Uwe Kalischko

    Aus Sicht des VfB leimen 1914.e.V. gilt für diesen Leserbrief die gleiche Stellungnahme wie beim Leserbrief vom TSV Gauangelloch Vorsitzenden Herrn Dussel.

    Zusatz: Außer, dass wir unseren Rechtsbeistand erweitern werden müssen, falls weiterhin irgendeiner unserer Ehrenvorsitzenden, beide CDU anhängig, wegen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für seinen / unseren Verein diffamiert wird.

    Der Vorstandschaft des VfB Leimen gehörten in der Vergangenheit auch SPD Anhänger und Stadträte an.

    Zwei aktuell handelnde Personen für den VfB Leimen standen bei der letzten Gemeinderatswahl auch auf der Liste der freien Wähler, welches wir begrüßten.

    Kai-Uwe Kalischko
    1.Vorsitzender VfB Leimen

  2. Robert Gayer

    Sehr geehrter Herr Steinle,

    wie ich bereits im Leserbrief von Herrn Dussel richtiggestellt habe (und den Sie offensichtlich nicht gelesen haben), handelt es sich bei

    – den Initiatoren der Initiative um Privatpersonen, die von den Vereinen oder der FDP in keinerlei Weise unterstützt werden – und auch nicht unterstützt werden wollen, weil sie unabhängig von Interessensgruppen agieren möchten

    – bei Herrn Gayer nicht um den VfB-Jugendleiter, sondern um dessen Vater, der nachweislich kein VfB-Mitglied ist (und auch keines der FDP)

    Im Übrigen gibt es den Handschlag aus der Zeit der „ehrbaren Kaufleute“ vereinzelt doch noch, wie gerade Frau Felden mit ihrem Verzicht auf eine Kandidatur nachhaltig bewiesen hat.

    Über ihre Verschwörungs- und Korruptionstheorie verbietet sich jeder Kommentar, und aufgrund des privaten Charakters der Initiative wird sie ohnehin ad absurdum geführt.

    Oder fürchten Sie gar um ihren eigenen kommunalpolitischen Einfluss, falls der kommende OB nicht „ihrer“ Partei angehört ?

    Honi soit qui mal y pense !

    Robert Gayer
    Mit-Initiator der Initiative
    „Wir wollen Felden“

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