(von Wolfang Müller – 7.10.26) Leimener Urgestein, Persönlichkeit und großer Sportler! Wenn für jemanden in Leimen alle drei Wertschätzungen zutreffen, dann für Manfred Zugck, der am gestrigen 6. Oktober seinen 80. Geburtstag feiern durfte. Geboren wurde er daheim in der Rohrbacher Straße – in der Nacht nach der Weinlese – als erstes von vier Kindern im Hause Zugck und somit mit Leimener, aber auch – durch seine Mutter Christel – mit pommerschen Wurzeln. Und von ihr hat der Jubilar sicher seine perfekte Sprach- und Rechtschreibsicherheit geerbt.
Sein Großvater Friedrich war Kommandant der Leimener Feuerwehr, und er und auch Manfreds Vater Fritz waren über viele Jahre stolze SPD-Gemeinderäte. Fritz war zudem eine herausragende und äußerst beliebte Sportlerpersönlichkeit und Mitbegründer der KuSG Leimen. Und gerade dieses sportliche Gen sollte sich bei Manfred noch stärker entfalten und aktiv gelebt werden.
Vom „Kettengässler“ zum Studiendirektor
Aber los ging es bei Manfred, dem heutigen Studiendirektor a. D., erst einmal in der Leimener Volksschule, und danach fuhr er mit der Straßenbahn nach Heidelberg ins „Helmholtz“. Und hier machte der „Kettengässler“ Abitur, um – nach Bundeswehr und „Luftwaffen-Leutnant“ – Englisch und Sport zu studieren. Der Englisch- und Sportlehrer unterrichtete dann einerseits am ehrwürdigen Heidelberger Kurfürst-Friedrich-Gymnasium, andererseits war er zudem noch verantwortlich für die Referendarausbildung der Sportlehrer an Gymnasien im nordbadischen Raum. Zwischen diesen Jahren liegen u. a. aber auch noch 25 Jahre für und bei der VHS Leimen und viele Vorträge zum Koronarsport und zur Erwachsenenbildung.
Sportliche Erfolge bis nach Tokio
Die sportliche Karriere von Manfred hatte aber auch eine nicht mindere Strahlkraft. Wie es über viele Jahrzehnte in deutschen Turnvereinen üblich und der normale Weg war, so war das auch bei ihm: erst Turnen, dann Leichtathletik und dann sehr oft eine Mannschaftssportart – meistens Handball. Und sein „Wettkampfbuch“ konnte sich sehen lassen. Das fing an mit Turnfestsiegen, dann folgten regionale und überregionale Siege und Meisterschaften, vor allem in seinen Paradedisziplinen Hochsprung, 110 Meter Hürden und im Zehnkampf.
Der größte Erfolg war aber vom Erlebnis her sicher seine Teilnahme am Olympischen Jugendlager 1964 in Tokio. Er bestand das „knallharte“ Ausleseverfahren und war mit bei Olympia in Fernost. Er berichtete in der RNZ von seinen Eindrücken dort, und die Jugend der Region bewunderte ihn. Ein Traum.
Dagegen verblasst sicher seine letzte finale sportliche Aktivität: der Handball. Dennoch war diese Zeit, die noch mit dem Feldhandball begann, durchaus erfolgreich mit den Jahren in der legendären 1. Division, und der „Mittelblock Müller-Zugck“ war ein Bollwerk.
Heimat in „Loomarisch“ festgehalten
War die „Olympia-Teilnahme Tokio 1964“ von Manfred Zugck sein Meisterwerk, so muss man seinen von ihm verfassten „Leimener Duden“, also sein „Looma Wäddabuuch“, als sein Meisterstück loben und preisen. Denn es ist viel mehr als aufgeschriebener Dialekt oder schriftlich formulierte Mundart: Es ist in Worten festgehaltene Heimat und gelebte kulturelle Identität.
Und so eint und verbindet bis heute – und inzwischen seit mehr als 50 Jahren – seine alten Handballkameraden mit ihm eine wunderbare Freundschaft, die Verbundenheit zur alten Kurpfalz, zur badischen Heimat und die Liebe zum Heimatort. Und dies alles spüren wir ganz intensiv in unserer „Schbrooch: Loomarisch“.
Dein Freund Wolfgang





