
Auf Einladung der CDU-Gemeindeverbände Leimen und Sandhausen erläuterte der hiesige CDU- Bundestagsabgeordnete Dr. Stefan Harbarth am Freitag in Sandhausen die gegenwärtige politische „Großwetterlage“ und die Position der CDU zu den mometan mit Abstand wichtigsten Politikfeldern. Insbesondere die Frage der europäischen Finanzen war für die rund 25 Zuhörer im Vereinsheim der Hundefreunde Sandhausen vorrangig.
Harbarth schloß die sogenannten „Eurobonds“, also eine gemeinschaftliche Haftung aller Eurostaaten für die Schulden einzelner Staaten, kategorisch aus. Hilfen für Problemstaaten, wie z. B. aktuell Griechenland und Zypern, könne es nur geben, wenn konkret beschlossene Strukturreformen auch durchgeführt würden und daraus auch eine tatsächliche Verbesserung der Finanzierungslage wahrscheinlich sei.
Kein Abgeordneter mache sich die Entscheidungen in diesen Fragen leicht und die richtigen Antworten auf die gegenwärtigen Problemstellungen seien sehr schwer zu finden, da sich auch die Finanzexperten bei der Prognose möglicher Szenarien alles andere als einig seien. Klar sei, daß Hilfen und Kredite nicht in „Fässer ohne Boden“ erfolgen dürfe und weiter im jeden Einzelfall eine Entscheidung unter Berücksichtigung der Folgen für den gesamten Euroraum zu treffen sei. Mögliche Dominoeffekte oder „Ansteckungsrisiken“ müssten immer genau geprüft werden, da ein Auseinanderfallen der Eurozone unüberschaubare Risiken mit sich brächte.

Auch die Problematiken der Energiewende erläuterte Dr. Harbarth eingehend und schilderte, welche Anforderungen sich an die Energiepolitik nach der „Atomwende“ stellten und wie die Wechselwirkungen zwischen den Anforderungen, wie z. B. dem Ausbau der Transportnetze, und den regionalen oder gar lokalen Befindlichkeiten sind, die oft dazu führen, daß erforderliche Maßnahmen nicht in der notwendigen Geschwindigkeit umgesetzt werden könnten.

An seine Ausführungen schloß sich eine intensive Diskussion mit den anwesenden Zuhörern an, die aufzeigte, wie unterschiedlich die Meinungen und Positionen zu diesen entscheidenden Fragen sind und daß einfache Lösungen weder in der Finanz- und Europapolitik noch in auf dem Energiesektor geboten werden könnten. Der Vorsitzende der Sandhäuser CDU, Robert Hoffmann, bedankte sich nach mehr als zwei Stunden Vortrag und Diskussion bei Dr. Harbarth für seine Erläuterungen und betonte, wie wichtig es sei, daß die Basis durch solche Veranstaltungen tiefere Einblicke in die Entscheidungsprozesse und die sie beeinflussenden Faktoren in der Bundes- und Europapolitik erhielte.





