85 Kinder, zwei Hallen und jede Menge Basketball

(pm – 18.8.26) Sommerferien haben eine bemerkenswerte Eigenschaft: Kaum sind die Schulranzen in der Ecke verschwunden, gilt es, die frei gewordene Energie anderweitig unterzubringen. In Sandhausen und Walldorf übernahmen das in diesem Sommer die Wild Bees – mit Basketbällen, Körben und ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainern. Insgesamt 85 Kinder machten bei zwei Ferienspaßaktionen mit. Und wer einmal 85 Kinder in Bewegung erlebt hat, weiß: Das ist durchaus eine eigene Maßeinheit.

45 Kinder erobern die Hardtwaldhalle

Den Anfang machte am Donnerstag, 30. Juli, das Ferienprogramm der Gemeinde Sandhausen. In der Hardtwaldhalle warteten auf 45 Kinder Basketball, Bewegung und reichlich Gelegenheit, einen Ball zunächst einmal davon zu überzeugen, ungefähr dort zu landen, wo man ihn gerne hätte. Bei sommerlichen Temperaturen keine ganz selbstverständliche Beschäftigung – während andernorts vermutlich nach Schatten und Eis gesucht wurde, wurde hier gedribbelt.

Nach kurzer Eingewöhnung waren die Bälle ständig unterwegs: Sie wurden geprellt, gepasst und in Richtung Korb geschickt. Mal trafen sie ihr Ziel, mal entwickelten sie jene gewisse Eigenständigkeit, die Basketbälle insbesondere bei Anfängern gern an den Tag legen. Kleine Spiele und Übungen sorgten dafür, dass die Kinder immer wieder in Bewegung kamen und unterschiedliche Grundlagen des Basketballsports ausprobieren konnten.

Dribbeln, passen, werfen – und wieder von vorn

Betreut wurden die Kinder von den ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainern der Wild Bees. Sie erklärten Bewegungsabläufe, zeigten Übungen und halfen dort weiter, wo Ball und Nachwuchsbasketballer noch unterschiedliche Vorstellungen vom nächsten Spielzug hatten. Dabei ging es nicht darum, innerhalb weniger Stunden 45 neue Profis auszubilden – der Transfermarkt hätte das ohnehin kaum verkraftet –, sondern den Kindern einen unkomplizierten Zugang zum Basketball zu ermöglichen.

Auch die hohen Temperaturen änderten daran wenig. In der Halle wurde weiter gedribbelt und geworfen, die Gruppen wechselten zwischen den Übungen, Bälle sprangen über den Boden und immer wieder war das typische Quietschen von Sportschuhen zu hören. Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Spielen: ausprobieren, weitermachen, noch einmal werfen.

Zwei Wochen später: Ferienspaß in Walldorf

Am Freitag, 14. August, waren die Wild Bees dann in Walldorf im Einsatz. Diesmal warteten 40 Kinder im Alter von sieben bis elf Jahren auf ihren Vormittag mit dem Basketball. Das Prinzip war ähnlich, der Ablauf etwas anders: Zunächst begann die gesamte Gruppe mit einem gemeinsamen Aufwärmen, bevor sich die Kinder auf mehrere Stationen verteilten.

Dort ging es um die drei Dinge, an denen im Basketball kaum ein Weg vorbeiführt: Dribbeln, Passen und Werfen. In kleinen Gruppen konnten die Kinder die Bewegungen ausprobieren und wiederholen. Gerade beim Dribbeln zeigte sich dabei die alte Erkenntnis, dass ein Basketball zwar zuverlässig nach unten fällt, der weitere Verlauf aber durchaus Verhandlungssache sein kann.

Vom Üben direkt ins Spiel

Nach den Stationen folgte ein kleines Turnier. Nun konnten die Kinder ausprobieren, was zuvor einzeln geübt worden war – nur eben mit Mitspielern und Gegenspielern und damit unter deutlich realistischeren Bedingungen. Plötzlich musste der Pass nicht nur grundsätzlich funktionieren, sondern möglichst auch bei der richtigen Person ankommen. Eine Feinheit, die bekanntlich selbst im Erwachsenenbereich nicht völlig an Bedeutung verloren hat.

Die Kinder liefen über das Spielfeld, suchten freie Mitspieler und versuchten sich am Korb. Ergebnisse und Platzierungen standen dabei nicht im Mittelpunkt. Entscheidend war, dass alle spielen konnten und Basketball nicht nur als Abfolge einzelner Übungen kennenlernten, sondern als Mannschaftssport.

85 Kinder, zwei Termine und viele helfende Hände

Zum Abschluss der Walldorfer Aktion erhielt jedes Kind eine kleine Belohnung. Hinter den beiden Ferienterminen standen zugleich zahlreiche ehrenamtliche Helferinnen, Helfer, Trainerinnen und Trainer, die Stationen betreuten, Übungen erklärten und dafür sorgten, dass insgesamt 85 Kinder beschäftigt waren – und zwar nicht mit Bildschirm, Ladekabel oder der Frage nach dem WLAN-Passwort, sondern mit einem orangefarbenen Ball.

Für die Wild Bees boten die beiden Termine zugleich die Gelegenheit, Kindern den Basketballsport ohne Leistungsdruck näherzubringen. Vielleicht findet sich der eine oder die andere später tatsächlich wieder in einer Trainingsgruppe. Und wenn nicht, bleiben zumindest ein paar Stunden mit Dribbeln, Pässen und Würfen in Erinnerung. In den Sommerferien ist schließlich schon einiges erreicht, wenn am Ende die Kinder müde sind und nicht die Eltern.

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