Zeitumstellung am Sonntag: Eine Stunde länger schlafen – und bald sogar zehn Jahre jünger werden!

(fwu – 24.10.26) Es ist wieder so weit. Zweimal im Jahr wird an der Uhr gedreht, und zweimal im Jahr fragt sich die halbe Bevölkerung, in welche Richtung eigentlich. Am kommenden Sonntag, dem 25. Oktober, endet die Sommerzeit. Um 3 Uhr nachts werden die Uhren auf 2 Uhr zurückgestellt. Wir bekommen also eine Stunde geschenkt – jedenfalls diejenigen, die nicht ohnehin bis drei Uhr morgens wach sind.

Die gute Nachricht: Smartphones, Computer und Funkuhren erledigen die Umstellung normalerweise von selbst. Bei älteren Weckern, Wanduhren, Backöfen und insbesondere der Uhr im Auto ist dagegen noch Handarbeit angesagt. Wer also am Sonntagmorgen feststellt, dass die Küchenuhr eine andere Zeit anzeigt als das Handy, muss nicht gleich an der eigenen Wahrnehmung zweifeln.

Die nächste Zeitumstellung wird revolutionär

Doch die alljährliche Diskussion über Sinn und Unsinn der Zeitumstellung könnte schon bald völlig neue Dimensionen erreichen. Denn wie aus gewöhnlich schlecht unterrichteten Kreisen in Brüssel zu erfahren war, hat sich das Europäische Parlament auf eine geradezu sensationelle Neuregelung verständigt. Demnach soll die nächste große Zeitumstellung bereits am 1. April 2027 stattfinden. Und diesmal wird nicht um eine lächerliche Stunde vor- oder zurückgestellt, sondern gleich um ein ganzes Jahrzehnt! Statt 2027 schreiben wir dann wieder 2017. Das entsprechende Datum wird europaweit verbindlich eingeführt. Eine EU-Verordnung, die selbstverständlich noch niemand gesehen hat, soll bereits in Kraft sein.

Zehn Jahre jünger – ganz ohne Medikamente und Fitnessstudio

Der eigentliche Clou: Mit der Zeitumstellung werden sämtliche EU-Bürger automatisch zehn Jahre jünger. Wer heute 70 ist, wird wieder 60, wer 50 ist, darf sich erneut über seinen 40. Geburtstag freuen. Und wer gerade erst 20 geworden ist, muss sich allerdings überlegen, ob er wirklich noch einmal die Schulbank drücken möchte.

Die EU verspricht sich davon erhebliche gesundheitliche und wirtschaftliche Vorteile. Die Menschen erhalten zehn zusätzliche Lebensjahre, die durchschnittliche Lebenserwartung steigt praktisch über Nacht und das Problem der alternden Gesellschaft wäre zumindest vorübergehend gelöst.

Besonders interessant dürfte die Regelung für die Rentenkassen werden. Wer bereits Rente bezieht, könnte nach der Rückverjüngung wieder arbeiten müssen. Andererseits hätten die Krankenkassen schlagartig Millionen jüngere Versicherte. Ob bereits eingesetzte künstliche Hüftgelenke ebenfalls um zehn Jahre zurückaltern, wird derzeit noch geprüft.

Seltene Einigkeit im Europäischen Parlament

Bemerkenswert ist vor allem die parteiübergreifende Unterstützung. Von links bis rechts herrscht offenbar Einigkeit, dass zehn zusätzliche Lebensjahre ein Angebot sind, das man den Wählern kaum verweigern kann. Schließlich ist es wesentlich einfacher, die Menschen per Verordnung jünger zu machen, als die tatsächlichen Probleme des Gesundheitswesens zu lösen.

Politische Beobachter vermuten zudem einen geschickt gewählten Zeitpunkt. Angesichts wirtschaftlicher Schwierigkeiten und anhaltender Proteste unter anderem in Frankreich und Italien könnte die Aussicht auf eine kollektive Verjüngung die öffentliche Aufmerksamkeit in eine angenehmere Richtung lenken.

Ob die Franzosen allerdings aufhören zu demonstrieren, nur weil sie plötzlich zehn Jahre jünger sind, darf bezweifelt werden. Möglicherweise demonstrieren sie dann einfach zehn Jahre länger.

Und was bedeutet das für Leimen?

Auch in Leimen dürfte die Neuregelung auf reges Interesse stoßen. Insbesondere ältere Tennisspieler könnten ihre Leistungsklasse künftig mit dem Hinweis verteidigen, dass sie schließlich wieder zehn Jahre jünger seien. Ob sich dadurch auch die Rückhand verbessert, bleibt abzuwarten.

Für Ehepaare ergeben sich ebenfalls interessante Perspektiven. Wer 2027 seinen 40. Hochzeitstag feiern wollte, müsste sich möglicherweise mit dem 30. begnügen. Bereits erhaltene Geschenke müssen nach bisherigem Kenntnisstand allerdings nicht zurückgegeben werden.

Und Leimen.News, das seit 2011 über das örtliche Geschehen berichtet, wäre plötzlich wieder eine gerade einmal sechs Jahre alte Lokalzeitung. Immerhin bliebe das gesamte Archiv erhalten – eine gewisse Erfahrung hätten wir also trotz amtlicher Verjüngung vorzuweisen.

Bis dahin bleibt alles beim Alten

Bevor nun allerdings jemand seinen Personalausweis ändern lässt oder den Rentenantrag zurückzieht: Die angebliche EU-Verordnung zur Verjüngung ist natürlich frei erfunden und ein vorgezogener Aprilscherz. Leider. Die Idee hätte durchaus ihren Reiz.

Ganz real ist dagegen die Zeitumstellung in der kommenden Nacht: Am Sonntag, 25. Oktober 2026, werden die Uhren um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Eine Stunde gibt es also tatsächlich geschenkt. Für zehn Jahre müssen wir wohl noch ein bisschen warten.


P.P.S.: An alle, die diesen Artikel für dümmlich, unsachlich und völlig unpassend halten: Ja, Sie haben recht. Und nur dadurch hat das jährlich zweimalige Erinnern an die Zeitumstellung einen gewissen redaktionellen Reiz erhalten. Wir versprechen aber hoch und heilig, uns bis zum 1. April 2027 jeder weiteren unnötigen Dummheit zu enthalten. Versprochen! Großes Ehrenwort! (Zumindest, soweit uns das möglich ist.)

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