(fwu – 26.10.26) Wer geht schon freiwillig am Samstagvormittag zum Arzt, um sich eine Spritze abzuholen? Offenbar eine ganze Menge Menschen. Jedenfalls dann, wenn man dafür keinen Termin braucht, nicht lange im Voraus planen muss und gleich mehrere Impfungen auf einmal erledigen kann.
Genau das bot das Zentrum Aktiver Prävention (ZAP) in Nußloch am vergangenen Samstag bei seinem ersten offenen Impftag an. Und das Interesse war so groß, dass sich schon vor dem eigentlichen Beginn eine Warteschlange bildete, die im Laufe des Vormittags immer länger wurde.

Die ersten standen schon vor Beginn Schlange
Offiziell sollte die Impfaktion um 10 Uhr beginnen. Für die Mitarbeiter des ZAP ging es allerdings bereits um 9.30 Uhr los. Doch schon eine Viertelstunde vorher warteten die ersten Impfwilligen. Und wer gehofft hatte, die Schlange würde sich irgendwann auflösen, sah sich getäuscht. Immer neue Besucher kamen hinzu.
Im Eingangsbereich des ZAP standen die Menschen geduldig an, bevor es zur Anmeldung und anschließend zur eigentlichen Impfung ging. Von Hektik keine Spur, dafür reichlich Betrieb.
Prävention gehört zum Konzept des ZAP
ZAP-Geschäftsführer Dr. Matthias Zimmermann sieht die Aktion als konsequente Ergänzung des bisherigen Angebots. Das ZAP verstehe sich als Teil der Gesundheitsbranche und handele im Sinne der Prävention. Ursprünglich habe man vor allem den eigenen Mitarbeitern und Mitgliedern einen zusätzlichen Service bieten wollen. Schließlich sei es für alle von Vorteil, wenn möglichst wenige Menschen im Winter krankheitsbedingt ausfallen – sei es am Arbeitsplatz oder beim Sport. Doch warum sollte man ein solches Angebot auf die eigenen Mitglieder beschränken? Also öffnete man die Aktion kurzerhand für alle Interessierten, unabhängig von einer Mitgliedschaft.
Zimmermann hatte im Vorfeld mit rund 250 – 300 Besuchern gerechnet. Angesichts der nicht abreißenden Warteschlange war er gegen 11 Uhr mit dem bis dahin gezeigten Publikumsinteresse jedenfalls sehr zufrieden. Die Aktion soll nach seinen Vorstellungen künftig jährlich stattfinden, aber zeitlich früher stattfinden – wahrscheinlich Anfang Oktober 2027.
Grippe, Corona, Pneumokokken und mehr
Für die medizinische Durchführung war Arzt Gerhard Veits zuständig. Angeboten wurden Impfungen gegen Grippe, Corona, Pneumokokken, Keuchhusten und FSME, die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis.
Die Besucher benötigten lediglich ihren Impfpass und ihre Krankenversichertenkarte. Nach dem Ausfüllen eines Fragebogens konnte es losgehen. Die Kosten der angebotenen Impfungen wurden von den Krankenkassen übernommen.
Dass ein solches Angebot durchaus praktisch ist, zeigte sich auch daran, dass ganze Familien gemeinsam erschienen. Statt mehrere einzelne Arzttermine organisieren zu müssen, ließ sich der Impfschutz an einem einzigen Vormittag erledigen.
Gleich drei Impfungen für den Herausgeber
Auch der Herausgeber dieser Internetzeitung (vulgo „Rasender Reporter“) nutzte die Gelegenheit und ließ sich gleich dreifach impfen: gegen Grippe, Corona und Pneumokokken. Drei Impfungen bei einem Besuch – wenn man schon einmal da ist, kann man die Sache schließlich auch gründlich erledigen. Die persönliche Erfahrung: Die kleinen Einstiche waren praktisch nicht zu spüren. Von einer besonderen Heldentat kann also keine Rede sein.
Bei einigen der jüngeren Besucher sah das naturgemäß etwas anders aus. Da genügte schon der Anblick einer Spritze, um die Tränen fließen zu lassen. Was Erwachsene mit jahrzehntelanger Spritzenerfahrung einigermaßen gelassen hinnehmen, kann für Kinder eben noch eine ziemlich aufregende Angelegenheit sein. Auch wenn der eigentliche Piks meist schneller vorbei ist, als man befürchtet hat.
Ein Angebot, das offenbar einen Nerv getroffen hat
Die lange Warteschlange zeigte jedenfalls deutlich, dass unkomplizierte medizinische Angebote auf großes Interesse stoßen. Keine vorherige Terminvereinbarung, kurze Wege und die Möglichkeit, verschiedene Impfungen miteinander zu verbinden – das überzeugte offensichtlich viele Besucher. Das ZAP möchte sein Engagement im Bereich der Gesundheitsvorsorge auch über den Impftag hinaus fortsetzen. Bis Dezember stehen weitere öffentliche Vorträge zu medizinischen Themen auf dem Programm.
Bereits am Mittwoch, 28. Oktober, um 18.45 Uhr spricht Professor Norbert Frey, Ärztlicher Direktor der Kardiologie am Universitätsklinikum Heidelberg, über Herzgesundheit. Auch für diese Veranstaltungen ist keine ZAP-Mitgliedschaft erforderlich.
Der erste offene Impftag in Nußloch war nach dem beobachteten Besucherandrang ein bemerkenswerter Erfolg. Die Idee einer jährlichen Wiederholung dürfte deshalb auf wenig Widerstand stoßen. Zumindest bei den Erwachsenen. Bei den ganz kleinen Besuchern könnte die Begeisterung für eine Neuauflage etwas verhaltener ausfallen.
Weitere Informationen: www.zap-nussloch.de





