Langjährige Treue, zahlreiche Beförderungen und eine besondere Auszeichnung beim Ehrungsabend in Gauangelloch!
(fwu – 27.10.26) Wenn die Feuerwehr gerufen wird, zählt jede Minute. Wenn sie dagegen ihre eigenen Kameradinnen und Kameraden ehrt, darf es ruhig etwas länger dauern. Schließlich geht es dabei um Menschen, die über Jahre und Jahrzehnte hinweg einen erheblichen Teil ihrer Freizeit für die Sicherheit ihrer Mitbürger geopfert haben. Menschen, die ausrücken, wenn andere schlafen, die ihre Familien verlassen, wenn der Melder Alarm schlägt, und die sich aufeinander verlassen können müssen, wenn es ernst wird.
Am Freitagabend, dem 23. Oktober, stand deshalb in der Schlossberghalle in Gauangelloch ausnahmsweise nicht die Einsatzbereitschaft im Mittelpunkt, sondern die Anerkennung für diejenigen, die diese Einsatzbereitschaft überhaupt erst möglich machen.
Die Freiwillige Feuerwehr Leimen hatte zu ihrem Ehrungsabend eingeladen. Zahlreiche Feuerwehrangehörige aus den Abteilungen Leimen, St. Ilgen und Gauangelloch waren gekommen, um langjährige Kameraden zu ehren, Beförderungen vorzunehmen und einen Mann besonders auszuzeichnen, der die Entwicklung der Leimener Feuerwehr über Jahrzehnte entscheidend geprägt hat: Armin Nelius, der an diesem Abend zum Ehrenkommandanten ernannt wurde.
Oberbürgermeister John Ehret: Feuerwehr ist weit mehr als Brandbekämpfung

Nach der musikalischen Eröffnung durch die Stadt- und Feuerwehrkapelle Leimen begrüßte Feuerwehrkommandant Jochen Michels die Anwesenden. Anschließend richtete Oberbürgermeister John Ehret sein Grußwort an die Feuerwehrangehörigen. Ehret erinnerte daran, wie selbstverständlich die Arbeit der Feuerwehr im Alltag häufig wahrgenommen werde. Die Bürgerinnen und Bürger erwarteten zu Recht schnelle und professionelle Hilfe, wenn es brennt, nach einem Verkehrsunfall Menschen gerettet werden müssen oder technische Hilfeleistungen erforderlich sind. Was hinter dieser Verlässlichkeit steht, bleibe dagegen oft unsichtbar.

Denn zu den eigentlichen Einsatzstunden kommen unzählige Stunden für Übungen, Lehrgänge, Fortbildungen, Fahrzeugpflege, technische Ausbildung und die Betreuung des Feuerwehrnachwuchses. Dabei sei das Aufgabenspektrum der Feuerwehr längst erheblich größer geworden. Technische Hilfeleistungen machten inzwischen einen wesentlichen Teil der Einsätze aus. Neben körperlicher Leistungsfähigkeit und technischem Können seien deshalb auch Einfühlungsvermögen und menschliche Stärke gefragt. Schließlich treffen Feuerwehrleute häufig auf Menschen, die sich gerade in einer extremen Ausnahmesituation befinden. Der Oberbürgermeister würdigte ausdrücklich die Bereitschaft der Ehrenamtlichen, sich diesen Herausforderungen immer wieder zu stellen.
Sein Dank galt dabei auch den Familien und Partnern der Feuerwehrangehörigen. Denn hinter jedem nächtlichen Einsatz stehen nicht selten Menschen, die Verständnis dafür aufbringen müssen, dass ein gemeinsamer Abend plötzlich unterbrochen wird und der Partner oder die Partnerin innerhalb weniger Sekunden das Haus verlässt.
„Als Oberbürgermeister macht es mich unglaublich stolz, dass wir uns in Leimen auf eine so engagierte Feuerwehr verlassen können“, erklärte Ehret.
70 Jahre Feuerwehrdienst – eine außergewöhnliche Lebensleistung
Wie viel Beständigkeit und persönliches Engagement hinter dem Feuerwehrdienst stehen, zeigte sich bei den anschließenden Ehrungen. Ingo Schmiedeberg, stellvertretender Kreisbrandmeister des Rhein-Neckar-Kreises, übernahm die Landesehrungen. Die Auszeichnungen des Kreisfeuerwehrverbandes wurden durch Johannes Kern vorgenommen. Dabei reichte die Spanne der gewürdigten Dienstzeiten von zehn Jahren bis zu außergewöhnlichen 70 Jahren.
Ehrungen des Kreisfeuerwehrverbandes Rhein-Neckar-Kreis
Für zehn Jahre Feuerwehrdienst – Ehrennadel mit Bandspange in Bronze:
- Marius Franke, Feuerwehrmann
- Anna Grunert, Oberfeuerwehrfrau
Für 20 Jahre Feuerwehrdienst – Ehrennadel mit Bandspange in Silber:
- Tobias Lyska, Löschmeister
Für 30 Jahre Feuerwehrdienst – Ehrennadel mit Bandspange in Gold:
- Sebastian Benz, Hauptfeuerwehrmann
- Michael Czok, Hauptfeuerwehrmann
- Michael Masgai, Oberlöschmeister
- Daniel Mußler, Oberlöschmeister
- Wolfgang Müller, Hauptbrandmeister
- Christian Schott, Oberbrandmeister

Für 50 Jahre Feuerwehrdienst – Ehrennadel mit Bandspange in Gold:
- Dieter Bender, Hauptbrandmeister
- Roland Blaschke, Oberfeuerwehrmann
- Albert Schott, Hauptfeuerwehrmann
Für 70 Jahre Feuerwehrdienst – Ehrennadel mit Bandspange in Gold:
- Walter Dörner, Hauptfeuerwehrmann
Gerade die Ehrungen für 50 und 70 Jahre Feuerwehrzugehörigkeit machten deutlich, welche Bedeutung die Kameradschaft für die Feuerwehr hat. Wer ein halbes Jahrhundert oder sogar sieben Jahrzehnte mit seiner Feuerwehr verbunden bleibt, hat nicht nur unzählige Veränderungen in Technik, Ausrüstung und Organisation erlebt, sondern auch Generationen von Feuerwehrangehörigen kommen und gehen sehen. Eine solche Verbundenheit verdient besondere Hochachtung.
Landesauszeichnungen für langjährigen Feuerwehrdienst
Auch das Land Baden-Württemberg würdigte langjährige Verdienste.
Feuerwehr-Ehrenzeichen in Bronze für 15 Jahre Dienst:
- Nick Navratil, Oberlöschmeister
- Andreas Arp, Oberlöschmeister
- Niklas Capdeville, Löschmeister
Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre Dienst:
- Michael Czok, Hauptfeuerwehrmann
Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold in besonderer Ausführung für 50 Jahre Dienst:
- Wolfgang Roth, Hauptlöschmeister
Auch diese Auszeichnungen stehen für jahrzehntelange Bereitschaft, Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen. Sie würdigen nicht nur die Dauer der Zugehörigkeit, sondern die kontinuierliche Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft.
Armin Nelius wird Ehrenkommandant – eine besondere Würdigung
Den herausragenden persönlichen Höhepunkt des Abends bildete die Ernennung von Armin Nelius zum Ehrenkommandanten der Feuerwehr Leimen. Oberbürgermeister John Ehret ließ in seiner Laudatio die beeindruckende Laufbahn des langjährigen Feuerwehrmannes und früheren Kommandanten Revue passieren. Am 1. Januar 1978 trat Armin Nelius in den aktiven Dienst der Feuerwehr Leimen ein. Seither hat er die Entwicklung der Wehr über nahezu 48 Jahre begleitet und maßgeblich mitgestaltet.
Besondere Bedeutung kam seiner Tätigkeit als erstem hauptamtlichen Kommandanten der Feuerwehr Leimen zu. In dieser Funktion übernahm er Verantwortung für die organisatorische und technische Weiterentwicklung der Feuerwehr und stellte wichtige Weichen für deren Zukunft. Während seiner Amtszeit wurden elf Feuerwehrfahrzeuge beschafft und das Feuerwehrhaus in Gauangelloch eingeweiht. Auch die Stadtgruppe wurde ins Leben gerufen, eine Einsatzgruppe aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die die Feuerwehr bei ihren Aufgaben unterstützt.
Darüber hinaus wurde unter seiner Führung die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen Leimen und St. Ilgen ausgebaut und weiterentwickelt. Das sind Veränderungen, die weit über einzelne Beschaffungen oder organisatorische Entscheidungen hinausgehen. Sie haben die Feuerwehr dauerhaft geprägt und ihre Leistungsfähigkeit gestärkt.
Ehret betonte in seiner Würdigung, dass hinter diesen Entwicklungen nicht nur fachliche Entscheidungen standen, sondern auch persönlicher Einsatz, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, die Feuerwehr langfristig für kommende Herausforderungen aufzustellen.
Davon profitiere nicht allein die Feuerwehr selbst, sondern die gesamte Stadt und damit die Sicherheit ihrer Bürgerinnen und Bürger. Mit der Ernennung zum Ehrenkommandanten sprach die Stadt Leimen Armin Nelius ihren besonderen Dank und ihre aufrichtige Wertschätzung aus. Die entsprechende Urkunde wurde ihm von Oberbürgermeister John Ehret überreicht.
Eine hohe und wohlverdiente Auszeichnung für einen Mann, der fast ein halbes Jahrhundert seines Lebens in den Dienst der Feuerwehr gestellt hat.
Beförderungen: Verantwortung für die nächste Generation
Neben der Würdigung langjähriger Verdienste richtete sich der Blick auch auf die weitere Entwicklung der Feuerwehr. Insgesamt 16 Kameradinnen und Kameraden wurden an diesem Abend befördert.
Die Beförderungen nahm Oberbürgermeister John Ehret vor.
Die Beförderungen im Einzelnen
Zum Hauptbrandmeister:
- Jürgen Greiner, Abteilung Leimen
Zum Oberfeuerwehrmann beziehungsweise zur Oberfeuerwehrfrau:
- Alexander Hornig, St. Ilgen
- Karolina Lindenbach, Leimen
- Lea Kokot, Leimen
- Gabriel Kaschura, Leimen
- Marius Franke, Gauangelloch
- Simone Pantano, Leimen
- Tizian Hansen, Leimen
- Kai Kordelyos, Gauangelloch
- Luca Zimmer, St. Ilgen
- Maximilian Möhl, St. Ilgen
- Patrick Theobalt, Leimen
- Daniel Schenk, Leimen
Zum Feuerwehrmann beziehungsweise zur Feuerwehrfrau:
- Amelie Franke, Gauangelloch
- Sergej Alexa Nechaev, Gauangelloch
- Dilara Akdeniz, Leimen
Jede dieser Beförderungen steht für erworbene Kenntnisse, absolvierte Ausbildung und die Bereitschaft, innerhalb der Feuerwehr weitere Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen. Besonders erfreulich ist dabei, dass sich unter den Beförderten auch mehrere junge Feuerwehrangehörige befinden. Sie stehen für die nächste Generation einer Organisation, die auf kontinuierliche Nachwuchsarbeit angewiesen ist.
Ein besonderer Dank an die Jugendfeuerwehr
Oberbürgermeister Ehret ging in seiner Ansprache ausdrücklich auch auf die Bedeutung der Jugendfeuerwehr ein. Die zahlreichen jungen Menschen, die sich bereits heute für den Feuerwehrdienst begeistern, seien die Zukunft der Wehr. Angesichts der starken Beteiligung brauche ihm um die kommenden Jahre nicht bange zu sein.
Sein besonderer Dank galt den Jugendleiterinnen und Jugendleitern, die nicht nur feuerwehrtechnisches Wissen und praktische Fähigkeiten vermitteln, sondern auch Werte, die für das gesamte Ehrenamt von grundlegender Bedeutung sind: Zusammenhalt, Verlässlichkeit, Hilfsbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein. Damit erfülle die Feuerwehr eine Aufgabe, die weit über den eigentlichen Brandschutz hinausgehe. Sie schaffe eine Gemeinschaft, in der Erfahrungen über Generationen hinweg weitergegeben werden und junge Menschen Schritt für Schritt lernen, Verantwortung für andere zu übernehmen.
Wie berechtigt diese Worte waren, sollte sich übrigens bereits am folgenden Nachmittag zeigen: Bei der großen Gemeinschaftsübung der Jugendfeuerwehren aus St. Ilgen, Sandhausen, Gaiberg und Gauangelloch auf dem Dehoust-Gelände stellten 96 junge Feuerwehrleute eindrucksvoll unter Beweis, was sie bereits gelernt haben.
Musikalischer Rahmen durch die Stadt- und Feuerwehrkapelle
Für den würdigen musikalischen Rahmen des Ehrungsabends sorgte die Stadt- und Feuerwehrkapelle Leimen. Mit mehreren Musikstücken begleitete sie das Programm, das von der Begrüßung über die Ehrungen und die Ernennung des Ehrenkommandanten bis zu den Beförderungen reichte. Nach den abschließenden Worten von Feuerwehrkommandant Jochen Michels und einem weiteren musikalischen Beitrag klang der Abend bei einem gemeinsamen Umtrunk aus. Dabei bot sich Gelegenheit, Erinnerungen auszutauschen, den Geehrten persönlich zu gratulieren und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Anerkennung für Menschen, auf die sich Leimen verlassen kann
Die zahlreichen Urkunden, Ehrenzeichen und Beförderungen dieses Abends stehen stellvertretend für eine Leistung, die sich kaum in Zahlen ausdrücken lässt. Hinter zehn, zwanzig, dreißig oder fünfzig Jahren Feuerwehrdienst stehen ungezählte Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Hinter jedem Einsatz stehen Menschen, die bereit sind, ihre eigenen Interessen zurückzustellen, um anderen zu helfen. Und hinter einer funktionierenden Feuerwehr stehen Kameradschaft, Ausbildung, Erfahrung und die Bereitschaft, dieses Wissen an die nächste Generation weiterzugeben. Der Ehrungsabend in Gauangelloch war deshalb weit mehr als eine feierliche Übergabe von Auszeichnungen. Er war eine verdiente öffentliche Anerkennung für Menschen, deren Engagement für die Sicherheit unserer Stadt von unschätzbarem Wert ist.
Allen Geehrten und Beförderten herzlichen Glückwunsch – und vor allem herzlichen Dank für ihren Dienst an der Gemeinschaft.
Ein besonderer Glückwunsch gilt Ehrenkommandant Armin Nelius, dessen Lebensleistung für die Feuerwehr Leimen an diesem Abend die ihr gebührende Würdigung erfahren hat.





