Nach Pokalderby in Mannheim: Polizei bittet um private Videoaufnahmen

(pol – 4.9.26) Nach den Vorfällen beim DFB-Pokalspiel zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern hat das Polizeipräsidium Mannheim eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet. Das Derby fand am 21. August 2026 im Mannheimer Carl-Benz-Stadion statt. Die Gruppe trägt den Namen „Campus Ludi“.

Nach Angaben der Polizei begannen die Probleme bereits vor dem Anpfiff. Fans des 1. FC Kaiserslautern feuerten demnach Pyrotechnik auf das Spielfeld. Der Beginn der Partie verzögerte sich. Während des Spiels brannte laut Polizei in beiden Fanblöcken wiederholt Pyrotechnik.

Später gerieten Spieler beider Mannschaften auf dem Rasen aneinander. Nach Darstellung des Polizeipräsidiums folgten Becherwürfe aus den Zuschauerrängen in Richtung der Kaiserslauterer Mannschaft. Anhänger des 1. FC Kaiserslautern sollen zudem Raketen in Richtung der Mannheimer Haupttribüne geschossen haben.

Im weiteren Verlauf stürmten Mannheimer Anhänger nach Angaben der Polizei den Platz. Einsatzkräfte betraten daraufhin das Spielfeld und drängten die Menschen zurück in die Zuschauerbereiche. Dabei seien Polizisten mit Pyrotechnik beschossen worden.

Die Polizei berichtet außerdem von Schäden im Stadion. Kaiserslauterer Anhänger sollen mehrere Sitzreihen aus der Verankerung gelöst haben. Nach dem Spiel verbrannten Fans nach Angaben des Polizeipräsidiums ihre Choreografie. Die Behörde spricht von einem erheblichen Sachschaden, nennt in ihrer Mitteilung jedoch keine Schadenssumme.

Die Ermittlungsgruppe „Campus Ludi“ besteht derzeit aus elf Beamtinnen und Beamten der Schutz- und Kriminalpolizei. Sie sollen die einzelnen Vorfälle untersuchen und vorhandenes Bildmaterial auswerten. Dabei will die Polizei Tatverdächtige identifizieren.

Für diese Arbeit sucht das Polizeipräsidium weitere Foto- und Videoaufnahmen. Besucher des Spiels, die entsprechende Bilder aufgenommen haben, können sie über das Hinweisportal der Polizei Baden-Württemberg einreichen. Die Behörde weist darauf hin, dass auch Aufnahmen hilfreich sein können, die auf den ersten Blick nebensächlich wirken.

Die Mitteilung nennt keine Zahl möglicher Tatverdächtiger. Auch zu konkreten Straftatbeständen oder bereits eingeleiteten Verfahren gegen einzelne Personen macht das Polizeipräsidium darin keine näheren Angaben.


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