(fwu – 1.9.26) Leimen bekommt in diesem Winter einen neuen Namen auf seinem Veranstaltungskalender – und zwar keinen kleinen. Das WinterVarieté Heidelberg zieht zur Saison 2026/27 erstmals in die Festhalle Leimen. Ab dem 19. November wird das Haus, vielen noch als Portland Forum vertraut, für mehrere Wochen zur Bühne für internationale Artistik, Magie, Lichtinszenierungen und ein Drei-Gang-Gourmetmenü. Rund 350 Gäste können die Show pro Abend erleben.
Für Leimen ist dieser Umzug durchaus eine Ansage. Nach zehn erfolgreichen Jahren wechselt ein etabliertes Veranstaltungsformat der Rhein-Neckar-Region seinen Standort und schlägt sein nächstes Kapitel nicht irgendwo, sondern hier auf. Künftig fahren Besucher aus Heidelberg und der gesamten Umgebung zum WinterVarieté nach Leimen. Für eine Stadt, die bei größeren Kultur- und Unterhaltungsformaten naturgemäß im Schatten des deutlich größeren Nachbarn steht, ist das eine bemerkenswerte Umkehr der üblichen Fahrtrichtung.
Aus dem Portland Forum wird ein Varieté-Theater
Die Festhalle soll für die Spielzeit vollständig verwandelt werden. Wo man das Gebäude sonst als Veranstaltungsort kennt, ziehen Bühne, Lichttechnik und die aufwendige Inszenierung des WinterVarietés ein. Die Veranstalter Riadh Bourkhis und Florian Keutel bezeichnen die Halle als „Rohdiamanten“, der in diesem Winter zum Juwel werden soll.
Dabei spielt die Architektur des Hauses ausdrücklich eine Rolle. Die Galerie erweitert das bisherige Raumkonzept und ermöglicht neue Perspektiven auf die Bühne. Dort entstehen unter anderem exklusive Zweiertische auf der VIP-Galerie. Die Größenordnung bleibt bewusst überschaubar: Wie bisher sollen rund 350 Gäste pro Abend die Show erleben. Das WinterVarieté wird also groß inszeniert, ohne dass die Festhalle dafür ihren vergleichsweise persönlichen Charakter verliert.
Von Monte-Carlo und dem Moulin Rouge nach Leimen
Auch beim Programm wird deutlich, welche Liga künftig in der Festhalle gastiert. Mit Shcherbak & Popov kommen zwei international renommierte Partnerakrobaten nach Leimen. Ihre Darbietung verbindet spektakuläre Hebefiguren, Würfe und Handstände mit jener Präzision, bei der man als Zuschauer recht schnell beschließt, die eigenen sportlichen Ambitionen für diesen Abend auf das sichere Erreichen des Sitzplatzes zu beschränken.
Das Duo wurde mit dem Goldenen Clown von Monte-Carlo ausgezeichnet und ist aus dem Pariser Moulin Rouge bekannt. Dass Künstler dieses Formats nun in Leimen auftreten, dürfte dabei fast ebenso bemerkenswert sein wie ihre Akrobatik selbst: Zwischen Paris, Monte-Carlo und Leimen liegen geografisch einige Kilometer, auf dem Spielplan des kommenden Winters dagegen nur wenige Zeilen.
Aus Kuba reist das Duo Life mit Yanet Correa und Abel Domínguez an. Die beiden zeigen eine seltene Form der Luftakrobatik und lassen sich dabei unter anderem von Haaren und Zähnen tragen. Auf der Bühne wirkt das schwerelos und elegant – hinter dieser scheinbaren Leichtigkeit stecken allerdings Körperbeherrschung, Kraft und jahrelanges Training.
Magie, Licht und ein noch geheimes Menü
Zurück beim WinterVarieté ist außerdem Sebastian Rosenbaum. Er verbindet Magie mit Comedy und gehört zu den Künstlern, deren Rückkehr nach Angaben der Veranstalter vom Publikum vielfach gewünscht wurde. Moderne Licht- und LED-Inszenierungen geben den einzelnen Darbietungen ihren optischen Rahmen und sollen die Festhalle Abend für Abend in eine eigene Bühnenwelt verwandeln.
Das vollständige Programm steht noch nicht öffentlich fest. Weitere Künstler und Showelemente sollen nach und nach bekanntgegeben werden. Auch beim Drei-Gang-Gourmetmenü bleibt die Küche vorerst verschlossen – zumindest was die Details betrifft. Verraten ist bislang nur, dass es dazugehört. Man muss ja schließlich nicht schon im September wissen, was im Winter auf dem Teller liegt.
Was das WinterVarieté für Leimen bedeutet
Der eigentliche Nachrichtenwert liegt deshalb nicht allein bei den einzelnen Künstlern. Zum ersten Mal wird Leimen selbst zum Standort des WinterVarietés. Ein überregional bekanntes Veranstaltungsformat bringt über die Spielzeit hinweg Abend für Abend mehrere hundert Menschen in die Stadt. Menschen, die hier ankommen, parken, durch die Türen der Festhalle gehen und anschließend Leimen mit diesem Abend verbinden.
Das stärkt zugleich die Festhalle als Veranstaltungsort. Ihre markante Architektur bekommt eine neue Nutzung und eine Aufmerksamkeit weit über die Stadtgrenzen hinaus. Gerade die Verbindung aus historischem Gebäude und moderner Showtechnik könnte zu einem Erkennungsmerkmal des neuen Standorts werden. Heidelberg bleibt nur wenige Minuten entfernt – doch die Bühne steht nun eben in Leimen.
Und das darf man vor Ort ruhig mit einem gewissen Selbstbewusstsein zur Kenntnis nehmen. Schließlich kommt nicht jeden Winter ein etabliertes Varieté vorbei und beschließt, künftig hier seine Scheinwerfer einzuschalten.
25 Euro Heimvorteil: Sonderaktion für Leimen
Zum Start am neuen Standort gibt es außerdem einen ausgesprochen konkreten Heimvorteil: Für die Vorstellung am Freitag, 20. November 2026, gilt der Promocode „LEIMEN25“ und bringt 25 Euro Vorteil pro Ticket. Die Aktion ist ausdrücklich für diesen Termin vorgesehen.
Damit bekommt der Lokalpatriotismus ausnahmsweise einen messbaren Gegenwert. Kein Aufkleber fürs Auto, kein Fähnchen am Balkon – 25 Euro pro Eintrittskarte. Wer am 20. November dabei sein möchte, sollte bei der Buchung also an LEIMEN25 denken.
Ein neuer Termin im Leimener Kalender?
Ob das WinterVarieté irgendwann ähnlich selbstverständlich zum Leimener Jahreslauf gehört wie die Kerwe, entscheidet nicht die erste Pressemitteilung, sondern das Publikum. Die Voraussetzungen für einen neuen festen Termin sind allerdings vorhanden: eine bekannte Show, internationale Künstler, eine außergewöhnliche Spielstätte und mehrere Wochen, in denen Leimen zum Ziel für Besucher aus der ganzen Region wird.
Am 19. November 2026 geht es los. Und wer später einmal sagen möchte, er sei beim ersten Leimener WinterVarieté dabei gewesen, hat nun Gelegenheit, diese Behauptung vorsorglich mit Tatsachen zu unterfüttern.
Für Leimener könnte man es noch etwas einfacher formulieren: Die große Show kommt diesmal nicht nach Heidelberg. Sie kommt zu uns. Hingehen ist damit noch keine amtlich verordnete patriotische Pflicht – aber man muss es ja auch nicht unnötig auf eine Verordnung ankommen lassen.





