„Zahl des Monats“: 2021 gab es im Kreis 845 Einbürgerungen

(rnk – 11.5.22) Im ersten Quartal dieses Jahres ist bereits ein deutlicher Anstieg erkennbar. Zahlen und Ziffern spielen in einer Behörde wie dem Landratsamt bekanntlich eine große Rolle. In der Serie „Zahl des Monats“ stellt das Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Büro des Landrats neue beziehungsweise interessante Zahlen vor und beleuchtet wissenswerte Fakten, die sich hinter den nüchternen Ziffern verbergen. Für den Monat Mai lautet die Zahl 845: So viele Menschen wurden im vergangenen Jahr im Rhein-Neckar-Kreis eingebürgert, teilt das für Einbürgerungen zuständige Kreisordnungsamt in seiner Jahresstatistik mit. 

Während im Jahr 2020 nur 775 Menschen im Landkreis die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hatten, lag deren Zahl zum Stichtag 31. Dezember 2021 um 70 höher – ein Anstieg um 9 Prozent. Im Rhein-Neckar-Kreis kommen die neuen deutschen Staatsbürger aus insgesamt 79 Staaten rund um den Globus, die Anzahl der Herkunftsländer blieb somit im Vergleich zu 2020 exakt gleich (wenn auch in anderer Verteilung). Mehr als die Hälfte der 845 neuen deutschen Staatsbürger im Landkreis sind weiblich (458). 135 (Vorjahr: 112) der eingebürgerten Ausländerinnen und Ausländer waren minderjährig.

Vergleicht man die Einbürgerungszahlen in einem Fünf-Jahres-Zeitraum, wird deutlich, dass die Jahre 2019 und 2020 quasi „Ausreißer“ in den Jahresstatistiken sind:

Jahr

2016

2017

2018

2019

2020

2021

gesamt

824

895

837

996

775

845

 „Die hohe Gesamtzahl von fast 1000 eingebürgerten Menschen im Jahr 2019 lag sehr wahrscheinlich am seinerzeit endgültig nahenden Brexit“, erläutert Jürgen Gruber, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes im Landratsamt. Im Jahr vor dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs zum 31. Januar 2020 ließen sich im Rhein-Neckar-Kreis gleich 142 Personen aus Großbritannien einbürgern. „Und die mit 775 relativ niedrige Gesamtzahl im Jahr 2020 dürfte viel mit Corona und den beiden Lockdowns zusammenhängen“, so Gruber weiter. Er rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Einbürgerungen in diesem Jahr. Im ersten Quartal wurden im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis bereits 297 Einbürgerungen vollzogen, die Zahl der Neuanträge lag bei 516 – in beiden Fällen sind das deutliche Steigerungen zu den Zahlen des ersten Quartals im vergangenen Jahr (110/319).

75.695 Ausländerinnen und Ausländer leben im Rhein-Neckar-Kreis

Zurück zu den Einbürgerungen im Jahr 2021: „Spitzenreiter“ im Ländervergleich ist mit 121 Einbürgerungen übrigens die Türkei vor Syrien (100) und Rumänien (48). Den vierten Platz (jeweils 40 eingebürgerte Personen) teilen sich die Länder Indien und Italien. Aus diesen fünf Staaten kommen ursprünglich 41 Prozent aller im Jahr 2021 eingebürgerten Personen. Dass sich aus den drei europäischen Ländern regelmäßig mehr Leute als aus anderen Nationen einbürgern lassen, hängt vermutlich auch damit zusammen, dass Türken, Italiener und Rumänen einen hohen Anteil an der gesamten ausländischen Bevölkerung im Rhein-Neckar-Kreis ausweisen. Insgesamt lebten laut Statistischem Landesamt zum Stichtag 31.12.2021 im Landkreis 75.695 Personen, die nicht Deutsche im Sinne des Artikels 116 Abs. 1 GG sind. 13.375 hatten die türkische, 5.640 die italienische und 5.115 die rumänische Staatsangehörigkeit.

Ebenfalls interessant im Zusammenhang mit den Einbürgerungen ist noch die sprunghaft angestiegene Zahl von eingebürgerten syrischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern (2019: 19, 2020: 48, 2021: 100). Sie könnte ein Indiz für eine zunehmende gelingende Integration sein. Generell auffällig ist die konstant niedrige Zahl der Einbürgerungen von Menschen aus EU-Staaten. Deren Einbürgerungsquote ist im Jahr 2021 sogar auf unter ein Drittel gesunken (32,19 Prozent, 2020: 34,58 Prozent, 2019: 38,35 Prozent). „Das dürfte daran liegen, dass diese auch ohne deutsche Staatsbürgerschaft weitgehend den deutschen Staatsbürgern gleichgestellt sind“, sagt Gruber.

Das Ordnungsamt, in dem die Einbürgerungsbehörde des Rhein-Neckar-Kreises integriert ist, steht für Rückfragen rund um das Thema Einbürgerungen unter der Telefonnummer 06221/522-1219, E-Mail: [email protected], gerne zur Verfügung. Zu den Anforderungen, die Ausländer erfüllen müssen, um die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen, gehören unter anderem ausreichende Deutschkenntnisse oder auch ein Überblick über die Rechts- und Gesellschaftsordnung in Deutschland. Letzteres wird im Normalfall durch einen erfolgreich absolvierten Einbürgerungstest abgefragt.

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