
(fwu – 9.3.13) Gut 50% aller Menschen sind Frauen. Das ist bekannt. Doch sind nur sehr wenige Straßen nach Frauen benannt und die entsprechende Benennung erfolgte auch erst in den letzten 10 Jahren, seitdem man/frau sich der Tatsache der Unterrepräsentation bewußt geworden ist und begonnen hat, dies zu ändern.
Inzwischen gibt es in Leimen einige solcher nach Frauen benannten Straßen (die Links führen zu den entsprechenden Artikeln in der Wikipedia):
- Lida Gustava Heymann (* 1868; † 1943) war eine deutsche Frauenrechtlerin
- Lise Meitner (* 1878 ; † 1968) war eine österreichisch-schwedische Kernphysikerin
- Sophie Mereau (* 1770 ; † 1806) war eine Schriftstellerin der deutschen Romantik
- Bertha Benz (* 1849; †1944 ) war eine Pionierin des Automobils
- Fanny Hensel (*1805; † 1847 war eine Komponistin der deutschen Romantik
- Nelly Sachs (* 1891; † 1970) war eine jüdische deutsch-schwedische Schriftstellerin und Lyrikerin.
- und demnächst auch Margarete Steiff (Baugebiet „Quartier am Park).
Einige dieser Straßen in St. Ilgen wurden am Weltfrauentag von interessierten Bürgerinnen und Bürgern unter der Führung von Petra Scheurig und Teilnahme von Bürgermeisterin Claudis Felden, Gemeinderätin Jane Mattheier und Gemeinderat Ralf Frühwirt im Zuge eines Spazierganges ab Bahnhof St. Ilgen besucht. Zum Hintergrund der Straßenbenennungen nach bekannten Frauen erläuterte Petra Scheurig:
„Warum versuchen wir nach wie vor, Leistungen von Frauen im besonderen hervorzuheben? Nun, solange noch immer nicht die Güter und die Macht auf dieser Welt fair unter den Geschlechtern verteilt ist, halte ich dies für sehr notwendig. .
Sie, liebe Frau 1.Bürgermeisterin Felden stehen mit ihrem Amt auf den Schultern vieler engagierter, kämpferischer, außergewöhnlicher Frauen, die z.B. das Wahlrecht, das Recht auf Bildung auch für Mädchen, das Recht auf Berufstätigkeit, ohne den Mann vorher fragen zu müssen (ist noch gar nicht so lange her, dass dieses Recht nicht vorhanden war!) erkämpft haben. Und wir müssen jetzt unseren Töchtern und Enkelinnen unsererseits weiterhelfen.
Ich möchte sogar noch ein bisschen tiefer gehen: Solange es einen Unterschied macht, ob ein Junge oder ein Mädchen Schmuck, Make-up und was auch immer für Kleidungsstücke trägt, solange es irgendwie was besonderes ist, wenn Mädchen Mathe und Physik toll finden und Jungs im Kindergarten arbeiten wollen oder den Großteil der Elternzeit übernehmen, solange müssen die Definitionen von männlich und weiblich immer wieder hinterfragt werden und gnadenlos auf Ausgleich bei Ungleichgewichten in allen Bereichen gedrängt werden.
Das ist meiner Ansicht nach keine unsinnige Gleichmacherei, sondern ganz im Gegenteil der Respekt vor dem jeweiligen Individuum und seinen ganz speziellen Möglichkeiten und Grenzen, ganz egal, ob es in einem zufällig weiblichen oder männlichen Körper wohnt. Heute also möchte ich gerne mit Ihnen auf die Frauen anstoßen, in der Hoffnung, bald auf einfach die Menschen anstoßen zu können. Auf die Frauen!“
Dem ist nichts hinzuzufügen.





