„… denn du bist bei mir!“ –
Weihnachtsgruß der Kirchen

(al – 2021) Der Advent und Weihnachten fallen auch in diesem Jahr nicht gerade in eine unbeschwerte Zeit. Es finden keine Weihnachtsmärkte oder Weihnachtsfeiern statt, es gibt kaum Möglichkeiten, anderen Menschen zu begegnen und insgesamt ist einfach wenig Freude zu spüren. Diese Situation und eine verzweifelte Stimmung betreffen nicht nur uns, sondern alle Menschen auf der ganzen Welt. Der Grund dafür ist in erster Linie die Coronavirus-Pandemie.

Pfarrer Arul Lourdu, Röm.- kath. Kirchengemeinde Leimen-Nußloch-Sandhausen

Daneben gibt es weltweit noch viele weitere Probleme. Für viel zu viele Menschen ist unsere Erde aktuell kein schöner Ort. Nach einer Statistik der Vereinten Nationen leiden rund 821 Millionen Menschen weltweit an Hunger, das ist etwa jeder neunte. Ende des Jahres 2020 lag die Zahl derjenigen, die aufgrund von Verfolgung, Konflikten, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen auf der Flucht waren, bei 82,4 Millionen Menschen. Und nach manchen Schätzungen werden rund 250.000 Kinder gezwungen, als Soldaten zu kämpfen und dabei auch die grauenhaftesten Gewalttaten und Verbrechen zu begehen – eine Traumatisierung, die sie ein Leben lang nicht mehr loslässt. Dies sind nur ein paar zufällig im Internet recherchierte Zahlen, die das Elend und die Verzweiflung, die sich dahinter verbergen, kaum erahnen lassen und die nur einen Ausschnitt von dem betreffen, wodurch Menschen anderen das Leben zur Qual machen.

In dieser schwierigen und scheinbar hoffnungslosen Zeit stellt sich die Frage, was uns Mut schenken kann? Kürzlich habe ich wieder einmal den Psalm 23 in die Hand genommen und ein wenig betrachtet. Dabei fand ich persönlich die Worte des Beters dieses Psalms „Ich fürchte kein Unheil, denn du bist bei mir!“ sehr tröstlich und ermutigend. Der Königsberger Philosoph Immanuel Kant schrieb über diesen Psalm, dass er nichts gefunden habe, das den Worten „Du bist bei mir“ gleichkommt.

Gerade wenn uns Menschen der Mut verlässt und wir uns mit offenen Händen zum Himmel strecken, dann spüren wir, welche großartige Kraft uns zufließt.

Die Situation der ersten Weihnacht vor 2000 Jahren war auch nicht anders als heute, auch damals waren Elend, Verzweiflung, Armut und Ausgrenzung vorherrschend. Und genau in dieser Zeit kommt Jesus als menschgewordenes Wort Gottes zu uns. Die Botschaft des Christentums ist die Teilhabe Gottes an den Schmerzen der Welt. Er kommt zu uns, um uns mit seiner göttlichen Kraft zu stärken, damit wir dem Elend der Welt entgegentreten – durch seine Kraft.

Die Welt braucht Menschen, die diese Kraft besitzen und die sich dem Leid widersetzen. Wenn diese Menschen nicht die Christen sind, wer sonst? Da den Christen die Menschwerdung Gottes als Lebensorientierung dient und sie ihr Leben durch diesen Geist gestalten, wartet die gesamte Welt auf ein ermutigendes Zeichen von ihnen.

Das Christentum ist nicht bloß eine Amtskirche, also eine öffentliche Institution, die Kirchensteuern erhebt oder ähnliches. Das Christentum ist in erster Linie das Leben in Christus und mit Christus. Wenn wir in diesen Tagen die Advents- und Weihnachtslieder singen und in kleinen Kreisen mit unseren nächsten Mitmenschen feiern, dürfen wir in aller Demut Hoffnung ausstrahlen und so alle Menschen mit Freude und Zuversicht stärken.

Auch im Namen der anderen christlichen Kirchen wünsche ich allen Menschen in unseren Gemeinden ein gesegnetes Weihnachtsfest und dass das Menschwerden unseres Gottes konkrete Spuren im Jahr 2022 hinterlässt. Möge es ein gesundes und freudiges neues Jahr werden!

Arul Lourdu, Pfarrer
Röm.- kath. Kirchengemeinde Leimen-Nußloch-Sandhausen


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1 Kommentar für “„… denn du bist bei mir!“ –
Weihnachtsgruß der Kirchen”

  1. G_Scheurich

    Lourdu schreibt: “ Die Welt braucht Menschen, die diese Kraft besitzen und die sich dem Leid widersetzen. Wenn diese Menschen nicht die Christen sind, wer sonst?“

    Das ist an Überheblichkeit kaum zu überbieten. Christen sind die besseren Menschen? Wohl kaum. Wer die Geschichte des Christentums und insbesondere der Kirchen kennt und nicht verdrängt, weiß das.

    Da sollte man es besser mit Theodor Heuss halten, der sagte: „Es ist kein Volk besser als das andere, es gibt in jedem solche und solche.“

    Nur wir Menschen als Gesamtheit schaffen uns eine lebenswerte Welt!

    Gerhard Scheurich
    Sprecher der Humanistischen IG Leimen
    wir-sind-leimen.de

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