(fwu – 9.8.26) Im August 2011 wechselte der damalige LeimenBlog ins Zeitungslayout. 15 Jahre später folgt der nächste große technische Schritt – diesmal mit einer drei Monate lang selbst entwickelten Plattform für Smartphone, Computer und lokale Werbung.
Kurzüberblick: Vor 15 Jahren wurde aus dem LeimenBlog eine richtige lokale Online-Zeitung. Seitdem hat sich vieles verändert – vor allem die Art, wie gelesen wird. Während 2011 noch der Desktop-PC das Maß der Dinge war, kommen heute fast zwei Drittel unserer Leserinnen und Leser mit dem Smartphone.
Mit dem grundlegenden Umbau haben wir trotzdem bewusst lange gewartet. Der Grund: Die meisten responsiven Zeitungslösungen überzeugten uns bei einem entscheidenden Punkt nicht – der sichtbaren und vernünftigen Einbindung lokaler Werbung. Genau diese Anzeigen von Handwerksbetrieben, Geschäften, Dienstleistern und Unternehmen ermöglichen den Betrieb unserer Zeitung.
Weil wir keine Lösung fanden, die unseren Ansprüchen genügte, haben wir sie schließlich selbst entwickelt. Rund drei Monate Arbeit stecken in der neuen Plattform, maßgeblich technisch entwickelt von Dr. Friedrich Wilhelm Uthe mit modernen KI-Werkzeugen. Gleichzeitig rückt der Name Leimen.News stärker in den Vordergrund; LeimenBlog, Leimen-Lokal, Leimen24 und die weiteren bekannten Adressen funktionieren weiterhin.
Und Leimen bleibt nicht allein: Auch die verbundenen hyperlokalen Zeitungen werden in den kommenden Wochen auf das neue Layout umgestellt.
Der August scheint bei uns ein gewisses Talent für größere Umbauten zu haben. Im August 2011 wechselte der damalige LeimenBlog von seiner ursprünglichen Blog-Oberfläche in ein richtiges Zeitungslayout. Aus dem kleinen lokalen Internetprojekt wurde auch optisch das, was es inhaltlich bereits werden wollte: eine Online-Zeitung für Leimen.
15 Jahre später ist es wieder so weit.
Zum 15. Zeitungsjubiläum bekommt unsere Zeitung eine grundlegend neue technische Plattform und ein vollständig neues, responsives Layout. Diesmal haben wir allerdings nicht einfach ein vorhandenes Zeitungssystem übernommen. Nachdem wir jahrelang keine mobile Lösung gefunden hatten, die unseren Anforderungen insbesondere bei der Darstellung lokaler Werbung genügte, fiel die Entscheidung: Dann entwickeln wir sie eben selbst.
Rund drei Monate Arbeit stecken in der neuen Oberfläche, die nun unter dem griffigeren Namen Leimen.News ihren Einstand gibt. Wobei „neuer Name“ nur die halbe Wahrheit ist: Wer weiterhin über LeimenBlog, Leimen-Lokal, Leimen24 oder eine unserer anderen bekannten Domains zu uns kommt, darf das selbstverständlich weiterhin tun. Wir bauen die Zeitung um, nicht die Gewohnheiten unserer Leser.
Dass zwischen diesen beiden großen Umbauten rund 15 Jahre liegen, war übrigens nicht als langfristiger Masterplan angelegt. 2011 wären wir schon froh gewesen, zuverlässig vorherzusagen, wie eine Internetzeitung 15 Monate später aussehen würde. Von künstlicher Intelligenz als Programmierhelfer, Smartphones als wichtigstem Lesegerät und einem Sohn, der in Sachsen die nächste Zeitung aufbaut, war damals noch keine Rede.
Am Anfang war der Blog
Wer heute in unserem alten Archiv zurückblättert, unternimmt eine kleine Reise in das Internet des Jahres 2011. WordPress, RSS-Feed, Facebook-Gruppe, Twitter-Kanal, Themes und Widgets – und natürlich ein richtiger Computer mit einem richtigen Bildschirm auf einem richtigen Schreibtisch. Unter diesem stand nicht selten noch ein ebenso richtiger Rechnerkasten.
Am 1. Mai 2011 ging der damalige LeimenBlog an den Start. Im ersten Beitrag wurde die Idee recht schlicht beschrieben: Es fehle ein zeitnahes Online-Medium, das man zu Hause schnell aufrufen könne, um lokal auf dem Laufenden zu bleiben. „Schnell, aktuell und interessant“ sollte es sein, eine Art lokaler Bürgerfunk im Internet.
Der alte LeimenBlog ist bis heute erhalten. Dort lässt sich nicht nur nachlesen, was Leimen im Frühjahr und Sommer 2011 beschäftigte, sondern auch, wie schnell sich das Projekt selbst entwickelte.
Am 23. Juni wurde beispielsweise verkündet, dass die eigene Domain geschaltet sei. Der Blog sollte von WordPress auf einen eigenen Server umziehen, anschließend sollten das endgültige „Theme“ und die erforderlichen „Widgets“ eingerichtet werden. Das waren damals Begriffe, mit denen man durchaus noch einen gewissen technischen Sachverstand signalisieren konnte.
Im August 2011 wurde aus dem Blog eine Zeitung
Schon nach wenigen Wochen war klar, dass aus dem Blog mehr werden sollte. Im Rückblick auf die ersten sechs Monate wurde beschrieben, dass das Projekt zunächst „stilistisch und inhaltlich als typischer Internetblog“ gestartet war.
Die ersten Wochen dienten dazu, Kontakte aufzubauen, eigene Inhalte zu schaffen und Erfahrungen zu sammeln. Im August 2011 kam dann der entscheidende Schritt: der Wechsel zum Zeitungslayout.
Aus dem LeimenBlog wurde eine richtige lokale Online-Zeitung – mit eigener technischer Plattform und einem Erscheinungsbild, das sich an einer Zeitung und nicht mehr an einem klassischen Blog orientierte.
Zum Jahresende standen bereits fast 30.000 Besucher und rund 100.000 gelesene Seiten zu Buche, hinzu kamen knapp 12.000 Aufrufe des damaligen Videokanals. Für ein lokales Internetprojekt, das wenige Monate zuvor praktisch bei null angefangen hatte, konnte man damit ganz zufrieden sein. Zumal „viral gehen“ damals im lokalen Journalismus noch eher nach einem Fall für das Gesundheitsamt klang.
Eine Leimener Idee bekommt Ableger
Bei Leimen allein blieb es nicht. Das Konzept einer konsequent hyperlokalen Internetzeitung – Nachrichten aus dem unmittelbaren Lebensumfeld, aus Rathaus, Vereinen, Schulen, Unternehmen, Feuerwehren und all den anderen Stellen, an denen eine Stadt oder Gemeinde täglich ihre kleinen und größeren Geschichten produziert – fand auch andernorts Anhänger.
Nach und nach entstanden weitere lokale Zeitungen nach dem in Leimen entwickelten Konzept beziehungsweise als Franchise-Objekte. Dazu gehören heute neben Leimen unter anderem Bueckeburg-Lokal, Nussloch-Lokal, Schwetzingen-Lokal, Sinsheim-Lokal, WiWa-Lokal, Kraichgau-Lokal und Delitzsch.news.
Aus dem einzelnen Leimener Blog ist damit über die Jahre eine kleine Familie hyperlokaler Zeitungen geworden. Der Stammbaum begann allerdings nicht in einem Verlagshaus mit Marmorfoyer, Pförtner und Vorstandsetage, sondern mit einem WordPress-Blog in Leimen. Es gibt schlechtere Ausgangspunkte.
Zehn Jahre – damals schon Grund genug für einen Rückblick
Zum zehnjährigen Bestehen im Jahr 2021 haben uns einige Menschen aus Leimen in einem gemeinsamen Video begleitet und ihre Sicht auf den LeimenBlog beziehungsweise Leimen-Lokal geschildert. Mit dabei waren unter anderem Gerd-Peter Gramlich, Oberbürgermeister Hans Reinwald, Bürgermeisterin Claudia Felden, Stephan Walter, Pfarrer Arul Lourdu sowie Dres. Daum & Mutzek.
Fünf Jahre später ist dieses Video inzwischen selbst ein kleines Stück Zeitungsgeschichte. Damals ging es um zehn Jahre LeimenBlog, heute um 15 Jahre Zeitungslayout – und diesmal wird nicht nur zurückgeschaut, sondern technisch recht gründlich umgebaut.
Zehn Jahre LeimenBlog im Jahr 2021 – fünf Jahre später ist schon wieder ein runder Abschnitt erreicht.
2011 war ein Smartphone noch etwas Besonderes
Während sich die Zeitung entwickelte, veränderte sich allerdings auch die Art, wie ihre Leser ins Internet gingen – und zwar gründlich.
2011 war beispielsweise das iPhone 4 aktuell, Samsung brachte das Galaxy S II auf den Markt und im selben Jahr erschien auch das erste Galaxy Note. Dessen 5,3-Zoll-Bildschirm galt seinerzeit als derart gewaltig, dass sich für diese Geräte sogar der Begriff „Phablet“ einbürgerte – halb Phone, halb Tablet. Heute würde man bei 5,3 Zoll vermutlich zunächst prüfen, ob beim Auspacken ein Stück Bildschirm im Karton liegen geblieben ist.
Vor 15 Jahren wurde unsere Zeitung überwiegend auf einem Desktop-PC oder Notebook gelesen. Heute sieht die Wirklichkeit völlig anders aus: Fast zwei Drittel unserer Leserinnen und Leser besuchen die Zeitung mit dem Smartphone.
Die Nachrichten aus Leimen werden morgens beim Kaffee gelesen, zwischendurch unterwegs, in der Mittagspause oder abends auf dem Sofa. Der Computer ist nicht verschwunden, aber seine frühere Vormachtstellung hat er verloren. Leimen steckt heute, jedenfalls nachrichtentechnisch, meistens in der Hosentasche.
Warum wir trotzdem so lange beim bisherigen Layout geblieben sind
Natürlich haben wir diese Entwicklung nicht erst gestern bemerkt. Und selbstverständlich gab es schon seit Jahren responsive Zeitungssysteme, die ihre Darstellung automatisch an Smartphones und Tablets anpassen.
Wir haben uns viele davon angesehen.
Das Problem war nur: Überzeugt hat uns keines.
Und der wesentliche Grund dafür war ausgerechnet ein Bereich, ohne den eine kostenlose lokale Internetzeitung auf Dauer kaum funktionieren kann: die Werbung.
Auf einem großen Computerbildschirm lassen sich redaktionelle Inhalte und Anzeigen gut nebeneinander anordnen. Auf dem Smartphone bleiben dafür plötzlich nur noch wenige Zentimeter Breite. Bei vielen responsiven Zeitungslösungen verschwinden Anzeigen deshalb aus den gewohnten Bereichen, werden stark verkleinert, nach unten verschoben oder tauchen irgendwo zwischen den Artikeln auf.
Das mag technisch elegant sein. Für den örtlichen Handwerksbetrieb, das Geschäft oder den Dienstleister, der mit seiner Anzeige die Zeitung finanziert, ist es weniger elegant, wenn ihn anschließend kaum noch jemand sieht.
Die Frage, wie klassische Werbeformen auf dem Smartphone sichtbar bleiben können, ohne dass aus einer Nachrichtenseite eine digitale Litfaßsäule wird, beschäftigt nicht nur uns. Wir haben jedenfalls über Jahre darauf gewartet, dass eine Lösung auf den Markt kommt, die unseren Vorstellungen entspricht.
Das tat sie nicht.
Deshalb sah unsere Zeitung auf dem Smartphone lange bewusst anders aus als viele moderne Nachrichtenportale. Das bisherige Layout war kein 15 Jahre dauernder technischer Winterschlaf. Die Zeitung selbst entwickelte sich ständig weiter; nur beim grundlegenden Seitenaufbau hielten wir an einem Konzept fest, das auch unseren Inserenten die notwendige Sichtbarkeit sicherte.
Das haben wir übrigens nie verborgen. Auf unserer Seite „Werbeplätze & Preise“ wurde ausdrücklich erklärt, warum der LeimenBlog bewusst etwas „old fashioned“ daherkommt: Die Anzeigen sollten auf allen Geräten an verlässlicher Stelle sichtbar bleiben.
Irgendwann muss man allerdings feststellen: Wenn die Lösung, auf die man wartet, nicht kommt, gibt es zwei Möglichkeiten. Man kann weiter warten.
Oder man baut sie selbst.
Ein letzter Blick auf das bisherige Leimen
Bevor wir die alte Oberfläche nun endgültig in den digitalen Ruhestand schicken, darf sie noch einmal ins Familienalbum. Die beiden folgenden Aufnahmen zeigen unsere Zeitung so, wie sie bis zum 8. August 2026 aussah – einmal als Artikelseite und einmal als Startseite.
Das Layout hat uns viele Jahre begleitet und vor allem eines zuverlässig getan: Es hat auch auf kleineren Bildschirmen die Zeitung vollständig dargestellt – einschließlich der Anzeigen unserer Werbekunden. Dass man dabei auf dem Smartphone gelegentlich zwei Finger und etwas Zielvermögen benötigte, wollen wir 15 Jahre später nicht völlig verschweigen.

Ab dem 9. August 2026 gehört dieser Anblick zum Archiv. Nicht weil er plötzlich schlecht geworden wäre, sondern weil sich das Gerät, auf dem unsere Zeitung überwiegend gelesen wird, grundlegend verändert hat. Fast zwei Drittel unserer Leser kommen inzwischen mit dem Smartphone – und damit war irgendwann der Punkt erreicht, an dem aus „Das geht auch mobil“ ein „Das muss für mobil gebaut werden“ wurde.
Dann bauen wir sie eben selbst
Wir haben uns für diese Variante entschieden.
Rund drei Monate lang wurde entwickelt, ausprobiert, getestet, verworfen, verschoben, neu programmiert und wieder getestet. Nicht, um einfach ein hübscheres WordPress-Theme über die vorhandene Zeitung zu legen, sondern um eine eigene technische Lösung zu schaffen.
Das neue Layout unterscheidet sich deshalb im Seitenaufbau bewusst von vielen üblichen responsiven Nachrichtenportalen. Die redaktionellen Inhalte passen sich an Smartphone, Tablet und großen Bildschirm an – gleichzeitig bleiben unsere Werbekunden auch in der mobilen Darstellung sichtbar.
Das war für uns keine Nebensache, sondern eine der zentralen Vorgaben für die gesamte Entwicklung. Denn die Zeitung soll auf dem Smartphone angenehmer zu lesen sein, ohne ausgerechnet diejenigen unsichtbar zu machen, die ihren Betrieb wirtschaftlich ermöglichen.
Zwei Friedrich Wilhelm Uthes und ein Bindestrich
Und an dieser Stelle bekommt die Geschichte nach 15 Jahren noch eine familiäre Wendung.
Herausgeber von Leimen.News und Franchise-Geber der verbundenen Lokalzeitungen ist Friedrich-Wilhelm Uthe, den langjährige Leser auch als „rasenden Reporter“ kennen. Das „rasend“ war dabei durchaus wörtlich zu nehmen, wenn auch in überschaubaren Geschwindigkeitsregionen: Zu Presseterminen ging und geht es mit dem Redaktionsroller „Snailer“.
Wer einen Presseroller „Snailer“ nennt, hat sein Verhältnis zur Höchstgeschwindigkeit immerhin abschließend geklärt.
Wer in die kleine Fahrzeugchronik abbiegen möchte, findet über die Snailer-Artikel im Archiv reichlich Material – einschließlich jener kleinen Widrigkeiten, die entstehen, wenn Journalismus und motorisierte Zweiräder miteinander kombiniert werden.
Nun gibt es einen zweiten Friedrich Wilhelm Uthe. Sein Sohn trägt denselben Namen, allerdings ohne Bindestrich – und zur weiteren Unterscheidung mit einem Dr. davor. Damit sollte die Zuordnung zumindest so lange funktionieren, bis jemand am Telefon nur nach „Herrn Uthe“ verlangt.
Dr. Friedrich Wilhelm Uthe baut derzeit in Delitzsch in Sachsen eine eigene hyperlokale Internetzeitung auf. Zeitungstechnisch steht dieses Projekt damit ungefähr dort, wo der LeimenBlog vor 15 Jahren stand: am Anfang.
Nur die technischen Voraussetzungen sind vollkommen andere.
Vom Snailer zu Codex
Dr. Friedrich Wilhelm Uthe bringt ein ausgeprägtes technisches Verständnis mit und zeichnet maßgeblich für die Entwicklung der neuen Plattform verantwortlich.
Dabei kamen moderne KI-gestützte Entwicklungswerkzeuge wie Codex und Paperclip zum Einsatz. Das beschreibt nebenbei ziemlich anschaulich, was in 15 Jahren Internetgeschichte passiert ist: 2011 suchten wir nach dem passenden WordPress-Theme und installierten Widgets, 2026 entwickeln wir mit Unterstützung künstlicher Intelligenz eine eigene Zeitungsplattform.
Der Vater fährt zum Termin, der Sohn schreibt am Code – und irgendwo dazwischen muss am Ende die Nachricht beim Leser ankommen.
Dass der Sohn gleichzeitig in Delitzsch seine eigene lokale Zeitung aufbaut, macht die Sache besonders interessant. Er steht publizistisch dort, wo sein Vater vor 15 Jahren in Leimen angefangen hat, arbeitet technisch aber bereits an der Plattform mit, auf der die inzwischen gewachsene Zeitungsfamilie in die nächsten Jahre gehen soll.
Früher hätte man gesagt, der Sohn trete in die Fußstapfen des Vaters. Bei einem Vater mit Presseroller und einem Sohn mit KI-Werkzeugen ist das Bild inzwischen etwas komplizierter.
Leimen macht den Anfang, die anderen folgen
Leimen.News ist die erste Zeitung unseres Verbundes, die auf die neue technische Plattform umgestellt wird.
In den kommenden Wochen sollen auch Bueckeburg-Lokal, Nussloch-Lokal, Schwetzingen-Lokal, Sinsheim-Lokal, WiWa-Lokal, Kraichgau-Lokal und die Mannheimer-Nachrichten folgen. Hinzu kommt das neue Zeitungsprojekt in Delitzsch.
Damit werden die miteinander verbundenen Zeitungen künftig technisch und optisch aus einem Guss erscheinen, ohne ihren jeweiligen örtlichen Charakter aufzugeben. Denn was morgens in Leimen für Gesprächsstoff sorgt, muss einen Leser in Bückeburg noch lange nicht vom Frühstück abhalten – und umgekehrt.
Die Technik darf gemeinsam sein. Die Nachrichten bleiben hyperlokal.
Mobile First – nun auch bei uns, aber auf unsere Art
Auch die großen Suchmaschinen haben den Wandel zum Smartphone längst nachvollzogen. Google begann bereits vor Jahren damit, bei der Erfassung und Bewertung von Internetseiten die mobile Version in den Mittelpunkt zu stellen. Unter dem Schlagwort „Mobile First“ wurde das Smartphone vom zusätzlichen Ausgabegerät zum Maßstab.
Für fast zwei Drittel unserer eigenen Leser ist es das ohnehin.
Wir haben uns mit diesem Schritt länger Zeit gelassen als viele andere. Nicht, weil wir das Smartphone übersehen hätten – das wäre angesichts unserer Zugriffszahlen auch eine bemerkenswerte Wahrnehmungsleistung gewesen –, sondern weil wir eine Lösung wollten, die zu unserem Modell einer kostenlosen, werbefinanzierten lokalen Zeitung passt.
Nachdem wir sie am Markt nicht gefunden haben, haben wir sie nun selbst entwickelt.
Ohne lokale Werbung keine lokale Zeitung
Und deshalb gehört zu diesem Neustart auch ein ausdrückliches Dankeschön an diejenigen, ohne die unsere Zeitungen nicht existieren könnten: unsere Inserenten.
Es sind die Gewerbetreibenden, Handwerksbetriebe, Geschäfte, Dienstleister und Unternehmen aus Leimen und der Region, die mit ihren Anzeigen den Betrieb dieser Zeitung ermöglichen.
Hinter diesen Anzeigen stehen keine anonymen Werbeetats aus irgendeiner fernen Konzernzentrale. Häufig steht dahinter der Betrieb ein paar Straßen weiter: eine Werkstatt mit Fahrzeugen auf dem Hof, ein Geschäft mit beleuchtetem Schaufenster, ein Handwerksbetrieb, dessen Transporter morgens schon unterwegs sind, oder ein Dienstleister, der darauf angewiesen ist, dass die Menschen in der Umgebung überhaupt wissen, dass es ihn gibt.
Lokale Zeitung und lokale Wirtschaft gehören deshalb enger zusammen, als es beim schnellen Scrollen durch die Nachrichten manchmal erscheint.
Wer mit seiner Werbung dafür sorgt, dass wir über Gemeinderatssitzungen, Feuerwehreinsätze, Vereinsleben, Feste, Baustellen und die vielen anderen Dinge berichten können, die hier vor Ort geschehen, soll auch auf dem Gerät sichtbar bleiben, auf dem inzwischen die Mehrheit diese Berichte liest.
Genau deshalb war uns die mobile Darstellung der Werbung so wichtig. Und genau deshalb haben wir nicht einfach irgendeine fertige responsive Standardlösung übernommen.
Und vor allem: Danke fürs Lesen
Eine Zeitung braucht allerdings nicht nur Anzeigenkunden. Sie braucht vor allem Menschen, die sie lesen.
Manche unserer Leserinnen und Leser begleiten uns seit den ersten Monaten des LeimenBlogs. Andere sind irgendwann über eine Suchmaschine, einen geteilten Artikel oder schlicht über die Frage „Was war denn da gerade los?“ bei uns gelandet – eine Frage, die im Lokaljournalismus seit jeher zuverlässig für Arbeit sorgt.
Allen möchten wir für ihre Treue danken.
Für das tägliche Vorbeischauen, für Hinweise und Fotos, für Veranstaltungsmeldungen und Rückmeldungen, für Lob und Kritik und nicht zuletzt dafür, dass Artikel weitergeschickt und diskutiert werden. Eine Lokalzeitung lebt davon, dass Menschen nicht nur wissen wollen, was irgendwo auf der Welt geschieht, sondern auch, was gerade zwei Straßen weiter passiert.
Leimen.News – aber die alten Wege bleiben offen
Mit der neuen Technik rückt zugleich der kürzere und griffigere Name Leimen.News in den Vordergrund. Das bedeutet allerdings nicht, dass die bisherigen Namen und Internetadressen verschwinden.
LeimenBlog, Leimen-Lokal, Leimen24 und die weiteren bekannten Domains führen weiterhin zum richtigen Ziel. Wer seit Jahren „Leimen-Lokal“ eingibt, darf das weiterhin tun. Und wer „LeimenBlog“ im Muskelgedächtnis seiner Finger gespeichert hat, muss ebenfalls nicht umlernen.
Entscheidend ist nicht, durch welche Eingangstür jemand hereinkommt. Dahinter wartet künftig dieselbe neue Zeitung.
Vom August 2011 zum August 2026
So stehen am Ende zwei Zeitpunkte nebeneinander. Im August 2011 bekam der damalige LeimenBlog sein Zeitungslayout. Im August 2026, 15 Jahre später, beginnt die nächste technische Generation unserer Zeitung.
Dazwischen liegen 15 Jahre Lokaljournalismus, mehrere weitere hyperlokale Zeitungen, unzählige Artikel, Fotos und Termine, ein rasender Reporter auf einem ausgesprochen unrasenden „Snailer“, zwei Friedrich Wilhelm Uthes, ein Bindestrich weniger – und inzwischen sogar künstliche Intelligenz.
Geblieben ist die eigentliche Aufgabe: hinsehen, hingehen und berichten, was vor Ort passiert.
Nur das Lesen hat sich verändert. 2011 saß die große Mehrheit dafür vor einem Computer. 2026 hält fast zwei Drittel unserer Leserschaft die Zeitung in der Hand. Und genau deshalb war nach 15 Jahren der Zeitpunkt gekommen, auch die technische Grundlage neu zu bauen.
Unser herzlicher Dank gilt allen Leserinnen und Lesern, die uns auf diesem Weg begleitet haben – und ganz besonders den Inserenten, Gewerbetreibenden, Handwerksbetrieben, Geschäften und Unternehmen, die mit ihrer Werbung dafür sorgen, dass hyperlokale Berichterstattung überhaupt möglich ist.
Im August 2011 haben wir auf Zeitung umgestellt. Im August 2026 schalten wir die nächste Generation ein.
Für den übernächsten großen Umbau im August 2041 nehmen wir derzeit allerdings noch keine technischen Wünsche entgegen.






