(zoo – 15.8.26) Der Nachwuchs bei den Roten Pandas im Zoo Heidelberg entwickelt sich gut. Das Anfang Juni geborene Jungtier wurde jetzt erstmals von der Tierärztin untersucht. Dabei klärte sich auch eine bislang offene Frage: Es ist ein Männchen. Mit rund acht Wochen bringt der kleine Katzenbär 1,2 Kilogramm auf die Waage.
Herz, Lunge und Gebiss kontrolliert
Seine ersten Lebenswochen verbrachte der junge Rote Panda fast ausschließlich schlafend in der Wurfkiste. Vergangene Woche stand mit rund zwei Monaten die erste tierärztliche Untersuchung an.
Die Tierärztin kontrollierte den allgemeinen Gesundheitszustand, hörte Herz und Lunge ab und untersuchte Ernährungszustand und Gebiss. Außerdem bekam das Jungtier einen Transponder-Chip. Damit lässt es sich künftig eindeutig identifizieren.
„Das Jungtier macht einen sehr guten Eindruck. Es ist fit, gut genährt und entwickelt sich altersgerecht. Besonders schön ist, wie aktiv es inzwischen ist und wie gut die Mutter den Nachwuchs versorgt“, erklärt Tierärztin Dr. Barbara Bach.
Auch das Wiegen gehörte zum Termin. 1,2 Kilogramm zeigte die Waage. Ausgewachsene Rote Pandas wiegen in der Regel zwischen drei und sechs Kilogramm. Männchen werden dabei etwas größer und schwerer als Weibchen.
Noch kümmert sich die Mutter
Bis zu einem Alter von etwa zwölf Monaten versorgt die Mutter ihr Jungtier. Nach und nach wird der Nachwuchs selbstständiger. Schon einige Monate vorher beginnt er, feste Nahrung zu fressen.
Dabei dürfte Bambus schnell auf dem Speiseplan stehen. Die Panda-Jungtiere der vergangenen Jahre im Zoo Heidelberg fraßen ihn besonders gerne. Rote Pandas ernähren sich hauptsächlich von Bambus und dessen Blättern, nehmen aber auch Früchte, Wurzeln und Kleintiere zu sich. Obwohl sie zu den Raubtieren gehören, fressen sie überwiegend pflanzliche Nahrung.
Vorerst hält sich der kleine Panda noch meist in seiner Wurfkiste auf. Das dürfte sich bald ändern. In den kommenden Monaten wird er mobiler werden, erste Kletterversuche unternehmen und häufiger die Anlage außerhalb der Kiste erkunden. Besucher könnten ihn dann mit etwas Glück bei seinen ersten Ausflügen beobachten.
Weniger als 10.000 ausgewachsene Tiere
In freier Wildbahn steht es schlecht um den Roten Panda. Die Weltnaturschutzorganisation IUCN führt die Art auf ihrer Roten Liste als „stark gefährdet“ („endangered“). Weltweit leben nach Schätzungen weniger als 10.000 ausgewachsene Tiere in der Natur, die Bestände gehen weiter zurück. Zu den Ursachen gehört der Verlust ihres Lebensraums. In den Bergwäldern des Himalayas schrumpfen die geeigneten Gebiete unter anderem durch Abholzung und die Ausweitung menschlicher Nutzung.
Der Zoo Heidelberg beteiligt sich am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Das Programm koordiniert die Zucht der Roten Pandas in europäischen Zoos und soll eine stabile Population in menschlicher Obhut erhalten.




