Architekt Körkel: Die eigentliche Herausforderung war nicht sofort erkennbar.
Noch sind Ferien, aber bald kommen die Kinder – da ist es gut, dass sich der Umzug der Pestalozzischule in die Systemmodule des Friedrich-Ebert-Schulzentrums in den letzten Zügen befindet. Für die Schülerinnen und Schüler des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ) wurden die räumlichen Voraussetzungen geschaffen, ehe die Mitarbeiter der gemeinnützigen Beschäftigungs-GmbH (BIWU) in Wiesloch zuletzt den tatsächlichen Umzug vornahmen, Kisten und Möbel schleppten und in den neuen Räumen verteilten.
Der Auftrag, das benötigte Equipment von der Kirchstraße in den neuen Standort zu befördern, freute nicht zuletzt BIWU-Geschäftsführer Manfred Walter, denn er machte, wie er sagte, einen der größten bisher erledigten aus. Sechs bis acht Mitarbeiter waren über die Umzugstage voll beschäftigt, bis das Werk punktgenau beendet war. „Sie haben tolle Arbeit geleistet“, lobte deshalb Hauptamtsleiterin Nina Gellert und dankte beim Vororttermin Manfred Walter. Die BIWU wurde mit dem Ziel gegründet, Arbeitslosen im Raum Wiesloch bei der (Wieder-)Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu helfen. Betroffene werden in verschiedenen Projekten beschäftigt, qualifiziert und sozialpädagogisch betreut. Die BIWU übernimmt Aufträge rund ums Haus (auch Reparaturen, Renovierung, Entsorgung, Malerarbeiten), verkauft Möbel oder betreibt einen Second-Hand-Kleiderladen.
Auch Architekt Guido Körkel von Körkel Blome Architekten Heidelberg unterstrich die gute Arbeit der BIWU, lobte gleichfalls generell das tolle Miteinander beim Projekt der neuen Standort-Gestaltung in der Albert-Schweitzer-Straße. Die Herrichtung der neuen Räumlichkeiten in den Systemmodulen sei allerdings schon aufgrund der zeitlichen Vorgaben seit Weihnachten gar nicht so einfach gewesen. „Die eigentliche Herausforderung war nicht auf den ersten Blick erkennbar“, sagte Körkel und verwies beispielsweise auf die Herstellung des Raumbedarfs. Denn bei der Versetzung der Wände habe auch stets die Decke aufgrund einer zweiten Ebene entsprechend angepasst werden müssen.
Ein herausforderndes Thema sei auch die Leitungsführung des Ab-/Wassers gewesen. „Sie können bei solchen Modulbauten nicht einfach durch die Decke bohren“, sagte Körkel, um zu verdeutlichen, dass bei den Systemmodulen hierbei auch im Außenbereich Bauarbeiten vorgenommen werden mussten. „Wir haben eine sehr weitreichende Netzwerk-Struktur eingebaut“, sagte der Architekt – pro Raum ist die Schule jetzt mit dem Glasfasernetz verbunden. Eine Brandschutzertüchtigung habe zudem vorgenommen werden müssen. Die Installation neuer Melderinge sei erforderlich gewesen, damit die Anforderungen in diesem sensiblen Bereich vollumfänglich erfüllt seien, eine gute Entscheidung, wie Körkel findet: „Hier geht es auch um die Sicherheit von Kindern.“

Trotz der einen oder anderen unvorhersehbaren Hürde sei das Projekt im Zeitplan geblieben – „alle haben stets konstruktiv an einer Lösung gearbeitet, das hat richtig Spaß gemacht“, betont Körkel, der nicht zuletzt die sehr guten Umzugsvorbereitungen des Lehrerkollegiums der Pestalozzischule lobt.
Letzte Handgriffe im Innenbereich, für den die Gemeinde 700.000 Euro bereitgestellt hat, seien beispielsweise vom Schreiner noch zu tätigen oder fänden im Außenbereich der Systemmodule Anwendung. Gleichzeitig wird noch der Schulhof für das SBBZ hergestellt. Zunächst werden die rund 60 Schülerinnen und Schüler der Pestalozzischule ihre Pausen jedoch auf einem Interimsschulhof nutzen. Die eigentlichen Arbeiten auf dem Außengelände zur Schulhofgestaltung sollen bis Frühjahr 2027 beendet sein. Ebenfalls 700.000 Euro sind dafür eingeplant. Dieses Projekt hat sich verzögert, was auf einen langen Zustimmungsprozess des Regierungspräsidiums Karlsruhe zurückzuführen ist, da der Schulumzug zunächst genehmigt werden musste. Auf diese Genehmigung musste die Gemeinde gleichwohl mehr als ein Jahr warten und konnte mit den Außenarbeiten nicht wie geplant rechtzeitig beginnen.




