(cki – 26.8.26) Im Rhein-Neckar-Gebiet ist gerade in den flachen sandigen Gebieten die Pflanzung von Obstbäumen eine Herausfrderung. Wenn man die Wuchsweise der Sorten kennt, so kann man die Bäume besser pflegen.
Ein Flachwurzler, wie es der Apfelbaum ist, zeichnet sich dadurch aus, dass seine Wurzeln sich hauptsächlich in den oberen Bodenschichten horizontal ausbreiten und nicht tief in die Erde vordringen. Die Wurzeln des Apfelbaums wachsen in der Regel bis zu etwa einem Meter tief, wobei sie sich mehr zur Seite als in die Tiefe erstrecken. Die feinen Wurzeln, die für die Nährstoffaufnahme zuständig sind, befinden sich vorwiegend in der oberen Erdschicht. Das Wurzelsystem breitet sich mindestens so weit aus wie die Krone.
Birnbäume, die auf Birnensämlingen veredelt sind, entwickeln oft ein tiefes Wurzelsystem. Diese Bäume graben sich mit ihren Hauptwurzeln tief in den Boden, was sie besonders standfest macht und ihnen hilft, Wasser aus tieferen Bodenschichten zu erreichen. Tiefwurzler können dadurch Trockenperioden besser überstehen und benötigen weniger häufiges Gießen. Typische Vertreter sind Hoch- und Halbstämme, die dank ihrer tiefreichenden Wurzeln Wuchshöhen von bis zu zwölf Metern erreichen können.
Birnbäume, die auf Quittenunterlagen veredelt wurden, besitzen hingegen ein flacheres Wurzelsystem. Diese Wurzeln verlaufen eher horizontal und neigen dazu, sich in den oberen Erdschichten auszubreiten. Flachwurzler wie Busch-, Spindel- und Säulenbirnen sind weniger standfest und können unter Trockenstress leiden, da sie nicht auf tieferliegende Wasservorräte zugreifen können. Diese Bäume benötigen daher regelmäßigeres Gießen und sollten gerade in jungen Jahren mit einem Stützpfahl gesichert werden.
In den trockenen Jahren haben also die alten Hochstamm-Birnenbäume einen klaren Vorteil durch ihr tiefes Wurzelsystem.
Apfelbäume kann man dagegen leichter gießen, weil das Wasser nicht so tief eindringen muss. Allerdings sollte man beim Apfelbaum der gesamte Bereich unter der Krone bewässern und nicht nur den Schlauch an den Stamm legen. Äpfel sind anfälliger gegenüber Verbrennungen. An den hohen Zweigen werden die Äpfel durch die heiße Sonne schon „gekocht“.
Birnen sind besser durch die Blätter geschützt. Die Blätter der Birnbäume sind auch härter und glänzender und reflektieren die starken Sonnenstrahlen. Bei Trockenheit falten sich die Blätter und drehen die helle Seite nach außen. Leider muss man bei Birnen allerdings die Ernte eventuell mit Wespen und Hornissen teilen.
Nach dem trockenen Sommer ist für die Obstbäume eine milde Düngung im Winter mit Kompost, Kalk und /oder Tomatendünger sinnvoll.
Dieses Jahr ist die Birnsorte „Williams Christ“ besonders süß und aromatisch und der Birnbaum gedeiht sehr schön in einem Garten in Sandhausen. C. Kienle
Tipps für die Düngung: https://www.plantura.garden/obst/apfelbaum/apfelbaum-duengen
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