Emmaus-Gemeinde, Schule und Arul Trust helfen Familien in Delhi
(arl – 16.6.26) Kleidung, Schuhe, Bücher und Spielzeug: Schülerinnen und Schüler der Deutschen Botschaftsschule New Delhi haben in den vergangenen Wochen Sachspenden gesammelt und sie gemeinsam mit der katholischen Emmaus-Gemeinde Delhi und dem Arul Trust Indien an Kinder und Familien in den Slums von Delhi weitergegeben.
Die Aktion begann mehrere Wochen vor der Übergabe. Die Schülerinnen und Schüler warben in ihrer Schulgemeinschaft für das Projekt. Eltern, Lehrkräfte, Mitschülerinnen und Mitschüler beteiligten sich und brachten Spenden in die Schule. Auch in der katholischen Emmaus-Gemeinde kamen zahlreiche Sachspenden zusammen.
Mehr als 40 Kinder warteten im Nachunterrichtszentrum
Zur Übergabe fuhren einige Schülerinnen und Schüler der Deutschen Botschaftsschule gemeinsam mit Pfarrer Dr. Arul Lourdu und einer Lehrerin in die Slums. Dort übergaben sie die gesammelten Hilfsgüter direkt an die Kinder.
Obwohl Ferien waren, kamen mehr als 40 Kinder im örtlichen Nachunterrichtszentrum zusammen, um die Gäste zu empfangen. Das Zentrum befindet sich in einem kleinen Apartment. Ein katholisches Ehepaar führt es ehrenamtlich. Kinder aus armen Familien bekommen dort Hilfe beim Lernen und einen geschützten Raum für ihre Entwicklung.
Die Kinder nahmen die gespendeten Kleider, Schuhe, Bücher und Spielzeuge dankbar entgegen. Viele sahen die Besucher zunächst mit großen, staunenden Augen an. Dann wurde ausgepackt, gezeigt, sortiert. Für die Kinder aus den Slums und die Schülerinnen und Schüler aus der Deutschen Botschaftsschule war es eine Begegnung auf Augenhöhe, aber aus sehr unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten.
„Wenn jeder Mensch auf der Welt etwas gibt“
Auch die Jugendlichen aus der Deutschen Botschaftsschule zeigten sich nach dem Besuch tief berührt. Sie sagten, die Begegnung habe ihnen vor Augen geführt, dass hinter Berichten über Armut konkrete Menschen stehen: Kinder und Familien mit Hoffnungen, Träumen und dem Wunsch nach einer besseren Zukunft.
Nach der Rückkehr in die Schule fassten einige Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke in einem Satz zusammen. Zu ihrem Lehrer, Pfarrer Dr. Arul Lourdu, sagten sie: „Wenn jeder Mensch auf der Welt etwas gibt, dann gibt es keine Armen mehr.“
Ihre Erfahrungen wollen die Schülerinnen und Schüler nun mit der gesamten Schulgemeinschaft teilen. Am kommenden Kulturtag der Schule planen sie eine Präsentation über ihren Besuch in den Slums von Delhi. Dabei möchten sie über die Lebensbedingungen der Familien berichten und zeigen, was gemeinsames Engagement bewirken kann.
Zugleich kündigten die Jugendlichen an, auch künftig ähnliche Spendenaktionen zu organisieren. Sie wollen dranbleiben und andere junge Menschen zum Mitmachen ermutigen.
Offener Abwasserkanal gefährdet die Gesundheit
Die Lebensbedingungen in den Slums bleiben schwierig. Viele Familien leben in einfachen Hütten und sehr beengt. Besonders belastend ist ein nahegelegener offener Abwasserkanal. Während der Regenzeit tritt das Abwasser immer wieder über die Ufer und dringt in Häuser ein. Das verschärft die hygienischen Probleme und gefährdet die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner.
Die Begegnungen mit den Familien machten deutlich, dass weitere Hilfe gebraucht wird. Der Arul Trust Indien hat deshalb angekündigt, in naher Zukunft ein kostenloses medizinisches Hilfsprogramm zu organisieren. Bei einem „Medical Camp“ sollen Menschen in den Slums untersucht werden und eine kostenlose Grundversorgung erhalten. Krankheiten sollen früh erkannt und die gesundheitliche Lage der Familien verbessert werden.
Dank an Spenderinnen und Spender
Die Organisatoren danken allen Spenderinnen und Spendern, den Schülerinnen und Schülern, den Eltern, der Lehrerschaft sowie den Mitgliedern der Emmaus-Gemeinde für ihre Unterstützung.
Pfarrer Dr. Arul Lourdu sagte nach der Übergabe: „Jede Spende ist ein Zeichen der Würde und der Hoffnung. Noch wichtiger als die geschenkten Dinge war die persönliche Begegnung mit den Kindern und ihren Familien. Solche Erfahrungen verändern nicht nur das Leben der Empfänger, sondern auch das derjenigen, die geben.“
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