(pm – 14.8.26) Fahrradfahren gehört zu jenen Dingen, die irgendwann ganz selbstverständlich aussehen. Aufsteigen, treten, lenken, anhalten – fertig. Zumindest so lange, bis jemand ein schmales Spurbrett, einen Kreisel und ein paar Slalomstangen aufstellt. Dann zeigt sich recht schnell, dass zwischen „Ich kann Fahrrad fahren“ und „Ich fahre genau dort entlang, wo ich soll“ noch einige Zentimeter liegen können.
19 Kinder konnten das beim Fahrradgeschicklichkeitsturnier im Ferienprogramm der Stadt Leimen ausprobieren. Gemeinsam mit der Jugendverkehrswacht hatte die Stadt einen Parcours aufgebaut, bei dem nicht möglichst hohes Tempo, sondern sicheres Fahren, Konzentration und Geschick gefragt waren.
Erst üben, dann wird gewertet
Unter schattigen Bäumen versammelten sich die jungen Radfahrerinnen und Radfahrer zunächst zur Einweisung. Fahrradhelme waren selbstverständlich dabei, ebenso die gespannte Aufmerksamkeit für das, was auf dem Parcours wartete. Anfahren, Spurbrett, Kreisel und Slalom gehörten zu den Aufgaben – Dinge also, die auf dem Papier recht harmlos klingen und auf zwei Rädern plötzlich erstaunlich viel Lenkgefühl verlangen.
Zunächst durften die Kinder eine Proberunde fahren. Danach folgte die Bewertungsfahrt, und damit wurde aus dem Ausprobieren ein kleiner Wettbewerb. Die grünen Pylonen standen ordentlich aufgereiht, die Strecke war markiert, am Ende wartete das Schild mit der erfreulich eindeutigen Aufschrift „Ziel“. Verfahren konnte man sich also kaum – vorbeifahren dagegen durchaus.
Der Oberbürgermeister fährt vor
Bevor die Kinder an die Reihe kamen, schwang sich auch Oberbürgermeister Hans D. Reinwald Ehret aufs Fahrrad und probierte den Parcours selbst aus. Als erster Teilnehmer fuhr er zwischen den Hindernissen hindurch, begleitet von den Anfeuerungsrufen der Kinder. Ein Oberbürgermeister auf dem Fahrrad ist im kommunalen Alltag zwar kein völlig exotischer Anblick; zwischen Pylonen und Wertungsstation bekommt die Sache allerdings doch einen gewissen Prüfungscharakter.
Das Tempo spielte dabei ausdrücklich keine Hauptrolle. Entscheidend war, das Rad kontrolliert durch die verschiedenen Aufgaben zu bewegen und möglichst sicher ans Ziel zu kommen. Das Motto „Mit Sicherheit & Spaß ans Ziel“ war deshalb weniger schmückender Veranstaltungssatz als ziemlich genaue Gebrauchsanweisung für den Vormittag.
Medaillen und ein kühler Anreiz
Für die Wertung wurden die 19 Kinder in zwei Altersklassen eingeteilt. Die jeweils drei Bestplatzierten erhielten eine Urkunde, eine Medaille und einen Gutschein der Eisdiele Dolce Freddo. Gerade letzterer dürfte bei sommerlichen Temperaturen eine bemerkenswert unmittelbar verständliche Form der Nachwuchsförderung gewesen sein.
Leer ging allerdings niemand aus. Für die übrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer standen kleine Präsente bereit, darunter Bleistifte, Lineale, Armbändchen und kleine Polizeikellen. Damit ließ sich der Vormittag auch ohne Podestplatz mit etwas Handfestem beenden – und eine Polizeikelle besitzt im Kinderzimmer bekanntlich ein erheblich größeres Einsatzspektrum, als es die Straßenverkehrsordnung vorsieht.
Üben für den echten Verkehr
Hinter Slalom, Spurbrett und Kreisel steckte schließlich ein durchaus ernstes Anliegen. Kinder müssen im Straßenverkehr gleichzeitig lenken, bremsen, beobachten und auf andere reagieren können. Wer sein Fahrrad sicher beherrscht, hat dafür eine wichtige Grundlage – und ein abgesperrter Parcours ist zweifellos der angenehmere Ort, um festzustellen, dass eine Kurve doch etwas enger ist als gedacht.
Die Stadt Leimen dankte der Jugendverkehrswacht für die Mitwirkung und die bereitgestellten Preise sowie allen Beteiligten, die das Fahrradgeschicklichkeitsturnier ermöglichten. Ein Dank ging außerdem an Stefano Brustolon für die Unterstützung mit den Eisgutscheinen.
Am Ende hatten 19 Kinder einen Parcours absolviert, Hindernisse umfahren und ganz nebenbei ein wenig Verkehrssicherheit trainiert. Und wenn dabei gelernt wurde, dass nicht der Schnellste automatisch der Beste ist, war das womöglich eine der nützlicheren Lektionen des Ferienprogramms – nicht nur fürs Fahrradfahren.




