Wenn sich die Arbeitswelt verändert, verändert sich auch das Gespräch

(fwu -13.8.26) Wer in Leimen und der Region mit Unternehmern spricht, hört seit Jahren ähnliche Geschichten. Mitarbeiter gehen in Rente, neue Kollegen kommen aus dem Ausland, Teams arbeiten über Ländergrenzen hinweg. Aus Kollegen werden Führungskräfte. Kunden wechseln ihre Ansprechpartner. Und Englisch gehört in vielen Betrieben längst zum normalen Arbeitstag.

Dazu kommt seit einiger Zeit ein Werkzeug, das vieles einfacher macht und zugleich neue Fragen aufwirft: Künstliche Intelligenz schreibt Mails, übersetzt Texte und baut in wenigen Sekunden eine Präsentation zusammen.

Die Arbeitswelt verändert sich. Das klingt nach einer ziemlich großen Überschrift. Im Betrieb zeigt sich dieser Wandel allerdings oft in kleinen Momenten: in einem Mitarbeitergespräch, einer Videokonferenz oder bei der Frage, wie man einem internationalen Kollegen etwas erklärt, das für einen selbst seit 20 Jahren selbstverständlich ist.

Solche Veränderungen gehören auch zu den Themen, über die Leimen Lokal berichtet. Denn Wirtschaft vor Ort besteht nicht allein aus Neueröffnungen, Jubiläen und Geschäftszahlen. Interessant ist ebenso, wie sich die tägliche Arbeit in den Unternehmen verändert.

Eine, die sich seit vielen Jahren genau damit beschäftigt, ist Inge Dosch.

Seit Jahren im regionalen Unternehmensnetzwerk

Inge Dosch ist für Leimen Lokal keine Unbekannte. Sie ist seit vielen Jahren Werbekundin unserer Zeitung. Über den Gewerbeverband Leimen aktiv und den BDS gibt es ebenfalls eine langjährige Verbindung. Gerade deshalb lohnt sich der Blick auf ihre Arbeit. Denn das Thema, mit dem sie sich beschäftigt, hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert.

Dosch arbeitet als Sprachen- und Kommunikationsexpertin mit Führungskräften, Teams und Organisationen. Deutsch und Englisch gehören dazu, ebenso Kommunikationsstrategien und interkulturelle Fragen.

Das klassische Bild vom Sprachtraining greift dabei inzwischen zu kurz.

Wenn der Beruf derselbe bleibt – aber die Situation eine andere wird

Ein Beispiel: Jemand arbeitet seit 20 oder 25 Jahren erfolgreich in seinem Beruf. Dann wechselt die Führungskraft. Ein erfahrener Kollege geht in Rente. Der neue Kunde sitzt im Ausland. Oder aus dem langjährigen Kollegen wird plötzlich der eigene Mitarbeiter, weil man selbst eine Führungsposition übernommen hat.

Das Fachwissen ist noch dasselbe. Die Gesprächssituation ist es nicht.

Genau solche Veränderungen beschreibt Dosch in ihrer Arbeit. Da ist der Mitarbeiter, der seit 20 Jahren kein Vorstellungsgespräch mehr geführt hat und nun eines auf Englisch absolvieren soll. Da ist die erfahrene Fachkraft, die plötzlich vor internationalem Publikum präsentiert. Oder eine neue Führungskraft, die merkt, dass der lockere Ton unter Kollegen nicht auf jedes Gespräch in der neuen Rolle übertragbar ist.

Für Unternehmen in unserer Region sind das keine exotischen Fälle.

Auch ein mittelständischer Betrieb in Leimen, Heidelberg oder im Rhein-Neckar-Raum kann heute Kunden, Lieferanten, Kollegen oder Führungskräfte in Indien, China, Frankreich oder den USA haben.

Damit entstehen Fragen, die mit Vokabelkenntnissen allein wenig zu tun haben.

Warum heißt das bei uns eigentlich so?

Dosch nennt dazu einige herrlich alltägliche Beispiele. Internationale Kollegen wollen wissen, weshalb deutsche Sicherheitsvorschriften anders sind. Warum Deutsche nackt in die Sauna gehen. Oder warum eine Zweizimmerwohnung in Deutschland eben zwei und nicht drei Zimmer hat.

Darüber kann man schmunzeln.

Im Unternehmensalltag steckt dahinter eine ernsthafte Aufgabe: Wir müssen plötzlich Dinge erklären, über die wir selbst nie nachgedacht haben.

Das betrifft Arbeitsabläufe genauso wie Umgangsformen. Wie direkt darf Kritik sein? Wie deutlich formuliert eine Führungskraft eine Erwartung? Was versteht mein Gegenüber unter einer verbindlichen Zusage? Und klingt das, was im Deutschen völlig normal wirkt, auf Englisch genauso?

Und dann kam die KI

Noch einmal verändert hat sich die Lage durch künstliche Intelligenz.

Eine englische Mail? In Sekunden übersetzt. Eine Präsentation? Schnell gegliedert. Einen höflicheren Satz für einen schwierigen Kunden? Auch dafür liefert die KI Vorschläge.

Damit verschwindet allerdings die eigentliche Kommunikationsaufgabe nicht.

Eine Führungskraft muss weiterhin entscheiden, was sie sagen will. Sie muss einschätzen, wie eine Botschaft beim Gegenüber ankommt und ob ein perfekt formulierter englischer Satz überhaupt nach ihr klingt.

Gerade für erfahrene Führungskräfte kann das interessant sein. Sie müssen nicht plötzlich zu Kommunikationswissenschaftlern werden. Aber die Werkzeuge, Teams und Erwartungen um sie herum verändern sich.

Erfahrung bleibt wertvoll. Manchmal braucht sie nur ein neues Vokabular.

Die Arbeit von Inge Dosch hat sich mitverändert

Hier liegt der Zusammenhang zu Inge Dosch.

Sie arbeitet seit vielen Jahren mit Menschen und Organisationen an deutsch- und englischsprachiger Kommunikation. Dabei geht es heute längst um mehr als Grammatik oder die Frage nach dem richtigen englischen Begriff.

Vorstellungsgespräche, Präsentationen, eine neue Führungsrolle, Kommunikation mit ausländischen Führungskräften und kulturell ungewohnte Situationen gehören zu den Themen, die sie nennt. Unternehmen können mit ihr außerdem an ihrer interkulturellen Kommunikation arbeiten. Dosch bietet ihre Unterstützung auch als Interim-Kommunikationsmanagerin an.

Ihre Kunden beschreiben dabei einen sehr praktischen Effekt. Eine Rückmeldung berichtet beispielsweise davon, dass sich durch das Training die Englischkenntnisse verbessert hätten – entscheidend sei jedoch gewesen, die Angst vor dem Sprechen und vor Fehlern abzulegen.

Das ist vielleicht der interessanteste Punkt.

Denn während Maschinen sprachlich immer perfekter werden, müssen Menschen weiterhin miteinander reden.

Ein Thema, das auch vor Ort angekommen ist

Leimen ist keine Insel. Die Veränderungen, über die bundesweit bei großen Konzernen gesprochen wird, landen ebenso bei mittelständischen Unternehmen, Selbstständigen und Handwerksbetrieben in unserer Region.

Andere Mitarbeiterstrukturen, internationale Geschäftsbeziehungen, neue Führungskulturen und KI verändern den Arbeitsalltag. Mal deutlich, mal fast unbemerkt. Als lokale Zeitung wollen wir solche Entwicklungen im Blick behalten – und Menschen aus unserem Wirtschaftsleben vorstellen, deren Arbeit sich mit diesen Veränderungen ebenfalls weiterentwickelt. Inge Dosch gehört dazu. Wir kennen sie seit vielen Jahren aus dem gemeinsamen Netzwerk von Leimen aktiv im BDS. Wer wissen möchte, was sie heute unter Sprach- und Kommunikationstraining versteht, kann sie am einfachsten selbst kennenlernen.

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