Borkenkäfer breitet sich wieder aus:
Waldbesitzer sollen Bestände kontrollieren
(rnk – 1.8.26) Die Borkenkäferlage im Rhein-Neckar-Kreis hat sich in diesem Jahr bislang entspannter entwickelt als in den Vorjahren. Dennoch warnt das Kreisforstamt davor, die Wälder aus dem Blick zu verlieren. Inzwischen treten im gesamten Kreisgebiet wieder erste Käfernester auf. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, befallene Bäume früh zu erkennen und zu entfernen.
Erste Käfernester im gesamten Kreisgebiet
„Die Borkenkäfersituation war in diesem Jahr bisher recht entspannt. Im Rhein-Neckar-Kreis sind die Befallsmengen im Vergleich zu den vergangenen Jahren zurückgegangen. Dennoch gibt es keinen Grund, die Kontrolle der Wälder zu vernachlässigen“, sagt Manfred Robens, Leiter des Kreisforstamtes des Rhein-Neckar-Kreises.
Die vergangenen warmen und trockenen Wochen setzen vor allem Fichten unter Stress. Fehlt Wasser im Boden, können sich die Bäume schlechter gegen den als „Buchdrucker“ bekannten Borkenkäfer wehren. Dadurch finden die Käfer günstige Bedingungen für ihre Vermehrung.
Diese Anzeichen weisen auf einen Befall hin
Ein Borkenkäferbefall lässt sich häufig erkennen, bevor sich die Baumkrone verfärbt. Als wichtigstes Frühwarnzeichen nennt das Kreisforstamt feines braunes Bohrmehl. Es rieselt aus den Einbohrlöchern und sammelt sich bei trockenem, windstillem Wetter am Stammfuß, in Rindenschuppen, Spinnweben oder auf der Bodenvegetation.
Weitere Hinweise sind:
- Harzfluss an der Rinde, besonders bei noch widerstandsfähigen Bäumen
- sich lösende oder abblätternde Rindenstücke
- eine zunehmend rot-braun verfärbte Baumkrone
- abgefallene grüne Nadeln rund um den Stamm
Eine grüne Baumkrone bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Baum gesund ist. Zwischen dem Einbohren der Käfer und einer sichtbaren Verfärbung können mehrere Wochen vergehen.
Zusätzliche Käfergeneration wahrscheinlich
Sollte die warme Witterung anhalten, rechnet das Kreisforstamt mit einer weiteren Vermehrung der Schädlinge.
„Die Entwicklung einer zusätzlichen Käfergeneration ist in diesem Jahr sehr wahrscheinlich. Die vielen daraus entstehenden Käfer können überwintern und im kommenden Jahr noch mehr Fichten befallen“, erklärt Robens.
Waldbesitzende sollten ihre Fichtenbestände deshalb regelmäßig kontrollieren. Werden erste Käfernester entdeckt, müssen die befallenen Bäume zügig aufgearbeitet und aus dem Wald gebracht werden, damit sich die Käfer nicht weiter ausbreiten.
Bei Fragen oder Unsicherheiten helfen die zuständigen Forstrevierleitungen des Kreisforstamtes weiter. Die Kontaktdaten sind auf der Seite des Kreisforstamts Rhein-Neckar-Kreis zu finden.
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