(pm – 21.8.26) Nach den verheerenden Waldbränden in Südwestfrankreich starten Nußloch und Sandhausen eine gemeinsame Spendenaktion. Das Geld kommt den Partnergemeinden Andernos-les-Bains und Lège-Cap-Ferret zugute. Gesammelt wird im September bei Veranstaltungen in beiden Gemeinden sowie in den Rathäusern.
Die Bilder und Nachrichten von der französischen Atlantikküste haben auch im Rhein-Neckar-Kreis für große Sorge gesorgt. Besonders betroffen waren das Becken von Arcachon und die Halbinsel Cap Ferret.
„Mitansehen zu müssen, wie sich unsere französischen Freunde in Gefahr befinden und es ihnen drohte, Haus und Hof zu verlieren, war schwer“, sagt Nußlochs Bürgermeister Joachim Förster. Sandhausens Bürgermeister Hakan Günes erinnert an „massive Flammenwände und Rauchwolken“ rund um das Becken von Arcachon und die Halbinsel Cap Ferret.
Beide Gemeinden wollen nun konkret helfen.
Spenden bei Kerwe und „Hopfe zopfe“
Die Bürgermeister Joachim Förster und Hakan Günes haben dazu eine gemeinsame Spendenaktion für Lège-Cap-Ferret und Andernos-les-Bains gestartet. Unterstützt wird sie von den Nußlocher Vereinen PeB – Pflege europäischen Brauchtums und Freundeskreis Nußloch-Andernos e. V.
In Sandhausen werden beim traditionellen „Hopfe zopfe“ von Donnerstag, 3. September, bis Sonntag, 6. September 2026, Spenden gesammelt.
In Nußloch steht die Kerwe von Samstag, 12. September, bis Montag, 14. September 2026, im Zeichen der Hilfsaktion. Dort wird um das Pfandgeld und um zusätzliche Spenden für die betroffenen Partnergemeinden gebeten.
Eine weitere Möglichkeit gibt es den gesamten September über: Vom 1. bis 30. September 2026 stehen in den Rathäusern von Nußloch und Sandhausen Spendendosen bereit.
42.000 Hektar von Bränden betroffen
An der Atlantikküste bei Bordeaux liefen nach Angaben der beiden Gemeinden bereits die Arbeiten zum Wiederaufbau. Dort hatten die bislang massivsten Brände der Saison in Frankreich auf einer Fläche von 42.000 Hektar gewütet. Zwischenzeitlich mussten weit über 200.000 Menschen fliehen.
„Wiederaufbau und Brandschutz lautet die Devise bei unseren Freunden vor Ort und dafür möchten wir einen kleinen Beitrag leisten“, sagt Hakan Günes.
Förster und Günes standen bereits während der akuten Brände mit ihren französischen Amtskollegen in Kontakt. Dadurch wissen die beiden Bürgermeister nach eigenen Angaben, was in den Partnergemeinden derzeit besonders dringend gebraucht wird. Entsprechend soll das gesammelte Geld eingesetzt werden.
Die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden besteht damit auch dann, wenn gerade keine Feste, Besuche oder Jubiläen anstehen. Förster und Günes bringen es so auf den Punkt: „Europäische Freundschaft bedeutet nicht nur, in guten Zeiten miteinander zu feiern, sondern auch, in schweren Zeiten füreinander da zu sein.“




