Pony Purzel testet die Strecke des Schildkrötenlaufs im Zoo Heidelberg

(zoo – 21.8.26) Wer eine Laufstrecke ordentlich prüfen will, braucht Erfahrung, einen sicheren Tritt und möglichst wenig Neigung zu unnötiger Hektik. Im Zoo Heidelberg fiel die Wahl deshalb auf eine Teilnehmerin, die alle drei Voraussetzungen erfüllt: Shetlandpony-Stute Purzel. Mit 37 Jahren gehört sie zu den ältesten Bewohnern des Zoos – und hat die Strecke des diesjährigen Schildkrötenlaufs schon einmal unter die Hufe genommen, bevor am 6. September 2026 die menschliche Konkurrenz folgt.

Der Test beginnt mit klappernden Hufen an der künftigen Startlinie. Purzel setzt sich in Bewegung, begleitet von Menschen, die an diesem Tag eher Streckenposten als Tempomacher sind. Das wäre bei einer 37 Jahre alten Ponydame ohnehin unangemessen. Am Flamingosee vorbei, weiter zu den Trampeltieren und Affenanlagen führt die Route zunächst durch den Zoo. Später werden die Läufer das Gelände verlassen, ein Stück am Neckarkanal zurücklegen und anschließend wieder zwischen die Tieranlagen zurückkehren.

Zebras links, Elefanten rechts – Purzel kennt das schon

An den Zebras geht Purzel unbeeindruckt vorbei, bei den Elefanten fällt immerhin ein neugieriger Blick ab. Vieles auf diesem Weg ist für die Shetlandpony-Stute nicht neu. Regelmäßige Spaziergänge gehören im Zoo zu ihrer Beschäftigung, sodass unterschiedliche Untergründe, Gerüche, Geräusche und die Begegnungen mit anderen Tieren längst zum erweiterten Alltag gehören. Andere Menschen gehen dafür um den Block; Purzel passiert eben Flamingos und Trampeltiere.

Solche Rundgänge sollen den Tieren Bewegung und zugleich neue Eindrücke bieten. Tierpfleger Jonathan Truman berichtet, dass Purzel trotz ihres stattlichen Alters noch gern unterwegs sei und schnell bemerke, wenn wieder ein Spaziergang bevorsteht. Nicht nur Ponys ziehen dabei über die Wege: Auch Schafe, Ziegen, Esel, Rinder, Alpakas und Trampeltiere sind nach Angaben des Zoos regelmäßig auf Spaziergängen im Gelände unterwegs. Ein Zoobesuch kann damit gelegentlich Begegnungen hervorbringen, die im üblichen Wegeplan so nicht ausdrücklich vorgesehen sind.

Zwischen Streckentest und Gesundheitskontrolle

Unterwegs wartet auf Purzel noch eine Station, an der bei Menschen erfahrungsgemäß deutlich weniger Begeisterung aufkommt: die Waage. An der Elefantenwaage steigt die Stute routiniert auf die Plattform. Das Wiegen gehört zum medizinischen Training, bei dem die Tiere lernen, freiwillig und möglichst stressfrei an Gesundheitskontrollen mitzuwirken.

Das Gewicht liefert den Tierpflegern Hinweise auf den körperlichen Zustand des Ponys. Eine konkrete Zahl nennt der Zoo allerdings nicht – über das Gewicht einer Ponydame spricht man schließlich nicht. Der kurze Gesundheitscheck fällt nach Angaben des Zoos positiv aus, und damit ist die Sache auch schon erledigt. Keine Tabellen, keine öffentlichen Erörterungen, keine guten Ratschläge zur Ernährung. Manches funktioniert im Tierreich erfreulich diskret.

3.200 Meter pro Runde

Nach dem Zwischenstopp geht es zurück auf die Laufstrecke. Purzel setzt ihren Weg fort und überquert schließlich als erste Teilnehmerin des Jahres die Ziellinie. Einen offiziellen Streckenrekord vermeldet der Zoo nicht, was angesichts des eher gemächlichen Prüfauftrags auch unnötigen Leistungsdruck erzeugt hätte.

Für die Läufer wird es am Sonntag, 6. September, etwas sportlicher. Beim Schildkrötenlauf führt dieselbe Strecke durch den Zoo und entlang des Neckarkanals. Eine Runde ist 3.200 Meter lang; je nach Kondition und Ehrgeiz können eine, zwei oder drei Runden absolviert werden. Wer drei nimmt, kommt damit auf 9,6 Kilometer – und dürfte an einigen Stellen deutlich weniger Zeit für einen neugierigen Blick zu den Elefanten haben als Purzel.

Laufen für die Rückkehr der Riesenschildkröten

Der sportliche Teil hat einen konkreten Zweck: Die Spenden der Teilnehmer unterstützen den Neubau des Schildkrötenhauses im Zoo Heidelberg. Dort sollen künftig wieder Riesenschildkröten leben. So führt die Geschichte dieses Laufes vom Pony über den Neckarkanal am Ende tatsächlich zur Schildkröte – zoologisch eine etwas ungewöhnliche Reihenfolge, organisatorisch aber durchaus schlüssig.

Die Anmeldung für den Schildkrötenlauf ist noch bis zum 30. August 2026 online möglich. Der Lauf selbst findet am 6. September statt. Purzel hat bis dahin ihren Teil bereits erledigt: Strecke geprüft, Waage passiert, Ziellinie überquert. Und das alles auf vier Hufen und offenbar ohne Diskussion über Zwischenzeiten.

Information: Schildkrötenlauf im Zoo Heidelberg, Sonntag, 6. September 2026. Angeboten werden eine, zwei oder drei Runden zu jeweils rund 3.200 Metern. Anmeldeschluss ist der 30. August 2026. Die Teilnehmer-Spenden unterstützen den Neubau des Schildkrötenhauses.

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