(fu – 18.9.26) Heidelberg liegt praktisch vor der Haustür von Leimen, und die Anfahrt ist schnell erzählt. Die Linie 23 fährt vom Friedhof in Leimen bis zum Bismarckplatz durch, dem westlichen Ende der Heidelberger Hauptstraße. Eine knappe halbe Stunde, keine Parkplatzsuche, kein Umsteigen.
Die Hauptstraße führt einmal quer durch die Heidelberger Altstadt und eignet sich gut als roter Faden für den Ausflug. Universität, Marktplatz und Alte Brücke liegen von hier aus nur wenige Schritte auseinander.
Die Heidelberger Altstadt zu Fuß: Karzer, Marktplatz, Alte Brücke
Rund um die Alte Universität lohnt sich eigentlich immer ein Abstecher, auch ohne Immatrikulation. Heidelberg ist schließlich nicht nur Schlossstadt, sondern seit dem Mittelalter auch Studentenstadt. Gegründet wurde die Universität 1386, damit ist sie die älteste deutsche Hochschule.
Wie das Studentenleben früher aussah, zeigt ausgerechnet ein Gefängnis. Im Studentenkarzer in der Augustinergasse saßen Studenten bis 1914 ihre Arreststrafen ab. Abschreckend war das offenbar nicht. Die Insassen haben sich an Wänden und Decken mit Namen, Zeichnungen, Wappen und Sprüchen verewigt, und was davon erhalten ist, liest sich heute wie ein ausgesprochen dauerhaftes Gästebuch.
Vom Karzer sind es nur wenige Minuten zum Marktplatz mit Rathaus und Heiliggeistkirche. Für eine Pause liegt das Restaurant „Palmbräu Gasse“ hier günstig, direkt an der Hauptstraße, mit regionaler Küche ab dem Mittag.
Ein Stück weiter östlich überquert die Alte Brücke den Neckar. Sie ist wohl eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. An ihrem Südportal sitzt der Brückenaffe, eine Bronzeplastik von Gernot Rumpf aus dem Jahr 1979. Der Affe hält einen Spiegel in der Hand. Bei genauerem Hinschauen sind zu seinen Füßen auch zwei kleine Mäuse.
Solche Details gehen leicht unter. Was hat es beispielsweise mit den Mäusen auf sich? Auch wenn es nicht der erste Ausflug in die Stadt ist, lohnt sich eine Stadtführung in Heidelberg, bei der allerhand Wissenswertes rund um die Geheimnisse und versteckten Details der Schlossstadt vermittelt wird. Anbieter wie k3 stadtführungen haben neben klassischen Rundgängen auch verschiedene Themenführungen im Programm, bei denen auch Ortskundige noch Neues entdecken können.
Bevor es hinauf zum Schloss geht, lohnt sich noch ein Abstecher ins Kurpfälzische Museum. Einen unmittelbaren Bezug zur Region hat dort das Faksimile des sogenannten Unterkiefers von Mauer. Das Original wurde 1907 in einer Sandgrube gut zehn Kilometer von Leimen entfernt gefunden und war namensgebend für den Homo heidelbergensis.
Das Heidelberger Schloss: Ruine, Ausblick und ein Riesenfass
Vom Kornmarkt führen die Heidelberger Bergbahnen hinauf Richtung Königstuhl. Die erste Station auf dem Weg nach oben ist das Schloss. Wer lieber zu Fuß geht, erreicht die Anlage auch über den Burgweg.
Von der Terrasse reicht der Ausblick über die Dächer der Altstadt und den Neckar bis in die Rheinebene. Kriege, Zerstörungen und Brände haben aus der Residenz eine Ruine gemacht. Und gerade die wurde später zu einem der bekanntesten Motive der deutschen Romantik.
Im Fassbau der Schlossanlage steht das Große Fass, das rund 220.000 Liter fasst. Mit ihm verbunden ist die Geschichte von Perkeo, dem Hofnarren des Kurfürsten Carl Philipp, um dessen Weinkonsum sich bis heute so manche Anekdote rankt.
Heidelberg Ausflug mit Aussicht: Mit der Bergbahn hinauf zum Königstuhl
Nach dem Schloss lässt sich die Fahrt fortsetzen. Die untere Bergbahn fährt weiter bis zur Molkenkur. Dort wird in die historische obere Bergbahn umgestiegen. Ihre Wagen aus dem Jahr 1907 bringen Besucher auf dem letzten Abschnitt hinauf zum Königstuhl.
Oben angekommen, ist vom Trubel der Altstadt nichts mehr zu spüren. Der Blick reicht über das Neckartal bis in den Odenwald. Rund um den Gipfel führen Waldwege in alle Richtungen. Dazu kommen die Landessternwarte, das benachbarte Haus der Astronomie und, für Familien mit kleineren Kindern, das Märchenparadies.
Die andere Neckarseite: Über den Philosophenweg zum Heiligenberg
Eine andere Perspektive bietet der Philosophenweg auf der gegenüberliegenden Neckarseite. Von dort kommen Altstadt, Alte Brücke und Schloss gemeinsam in den Blick. Wer Aussicht und Genuss verbinden möchte, findet hier auch geführte Weinwanderungen mit Verkostungen regionaler Weine.
Der Weg lässt sich in Richtung Heiligenberg fortsetzen. Dort liegen die Ruinen des Michaelsklosters und die Thingstätte. Die Freilichtbühne wurde 1935 von den Nationalsozialisten für Massenveranstaltungen eröffnet und ist heute als Kulturdenkmal frei zugänglich.
Weniger Höhenmeter verlangt die Neckarwiese in Neuenheim. Sie bietet sich für eine längere Pause mit Blick über den Fluss zurück auf die Altstadt an.
Der Ausflug nach Heidelberg im Überblick
Für einen Nachmittag reicht eine einfache Route: vom Bismarckplatz durch die Altstadt, über das Universitätsviertel zu Marktplatz und Alter Brücke, danach vom Kornmarkt mit der Bergbahn zum Schloss und bei passendem Wetter noch hinauf zum Königstuhl. Das füllt den Tag.
Philosophenweg und Heiligenberg können bis zum nächsten Besuch warten. Von Leimen aus ist Heidelberg nah genug, um nicht alles an einem Tag sehen zu müssen. Und wenn es gar nicht erst in die Stadt gehen soll, finden sich im Outdoor- und Wander-Guide für Leimen und Umgebung genügend Ziele direkt vor der Haustür.





