Kreatives trotzt dem Nieselregen: Gelungener Krämermarkt auf der Diljemer Kerwe

(fwu – 14.9.26) Wer behauptet, das Wetter mache die Stimmung, der war am gestrigen Sonntag ganz offensichtlich nicht auf der Diljemer Kerwe. Petrus schickte zwar den einen oder anderen Niesel- und Regengruß vorbei, doch die Besucher und Standbetreiber des Handwerker-, Krämer- und Kreativmarktes ließen sich davon nicht im Geringsten beeindrucken. Der Stadtteilverein hatte gerufen, Organisation und Idee stammten aus seinen bewährten Reihen – und insgesamt acht liebevoll hergerichtete Stände bewiesen eindrucksvoll: Gegen handgemachte Unikate, kulinarische Seelentröster und gute Laune hat trübes Wetter keine Chance.

Schon beim ersten Schritt auf die bunte Marktmeile stieg den Gästen der vertraute, appetitanregende Duft von feinsten Gewürzen in die Nase. Wer danach noch immer Frösteln verspürte, fand seine Rettung bei Reinhart Ewald: Der Plankstädter Meister der heißen Töpfe versorgte hungrige Marktbummler mit dampfenden Prachtexemplaren – echten Dampfnudeln mit satter Vanillesoße, ganz wie bei Oma. Man kennt ihn eigentlich mit deftigem Kartoffelsalat vom Dielheimer Wochenmarkt, doch hier schmolzen die Herzen bei der süßen Variante dahin. Gleich nebenan sorgte die moderne Technik für glänzende Augen: Ein Vorwerk-Berater aus der Rhein-Neckar-Region demonstrierte den staunenden Passanten, wie man Krümel und Staub elegant den Garaus macht.

Doch das pulsierende Herz dieses Marktes schlug ganz klar im Takt von Nähnadel, Häkelhaken und jeder Menge Herzblut.

Aus Birkenau war „Tamerys Creative Corner“ angereist – eine herrlich schräge wie faszinierende Symbiose aus Tradition und High-Tech: Zwischen detailverliebten Häkelarbeiten und veredelten Geschenken summten 3D-Drucke um die Wette. „Zuspruch trotzdem gut, läuft prima, tolle Location!“, lautete das rundum zufriedene Fazit am Stand.

Familiär ging es auch bei der Generationen-Zusammenarbeit zu: Unter der Marke „Salida“ präsentierten Saskia Höpfer und Mama Claudia aus Baiertal wunderschöne, selbstgenähte Kinderkleidung vom Strampler bis zur Grundschulausstattung. Ein Renner für stolze Schulanfänger: individuelle Schultüten und Handtücher, die auf Wunsch mit Namen bestickt werden. Ähnlich vertraut das Bild bei Nicole Rummel und ihrer Mutter Waltraud: Unter dem herrlich ehrlichen Label „Hat Nicole gemacht“ brachten die beiden Damen aus St. Ilgen feine Handarbeiten an den Mann bzw. die Frau. Von winzigen Babyschuhen über kuschlige Schals und Tücher bis hin zu den unverzichtbaren Sorgenpüppchen – wer hier vorbeiging, nahm automatisch ein Lächeln mit.

Dass Wolle und Nadeln keine Altersgrenzen kennen, bewies auch Sandra, die den Weg aus dem Odenwälder Vorderheubach nicht gescheut hatte. Da ihre Eltern in St. Ilgen leben, war der Kontakt schnell geknüpft. Vor gerade einmal einem Jahr entdeckte sie das Fingerhäkeln für sich – nun feierte sie ihre glänzende Premiere auf dem Kreativmarkt. Ihre handgehäkelten Taschen passten praktisch zu jedem Outfit, doch die absolute Nummer eins bei den modebewussten Damen war schnell ausgemacht: Taschen im Leo-Look waren der unangefochtene Renner des Tages.

Gestrickt und genäht wurde auch weiter südlich: Aus Dielheim kamen bunte Schlüsselbänder, warme Socken, wohltuende Dinkelkissen, putzige Stoffmäuse und kunstvoll konservierte Pusteblumen im Glas samt passender Bilder. Abgerundet wurde das Stöber-Paradies von Gigi aus Gauangelloch, die zeigte, wie nachhaltig Schönes sein kann: Unter dem Motto „Recycling & Upcycling“ verwandelte sie ausgediente Jeans und Stoffreste in zauberhafte Taschen und zarte Engel – echte Handarbeit mit Sinn und Stil.

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