Einweihung der neuesten Murmelbahn des Wichtelpfades – SWR filmte Rundgang
(fwu – 5.8.26)
Wer die neuen Murmelbahnen auf dem Leimener Wichtelpfad ausprobieren möchte, sollte schon am Anfang des Weges aufmerksam sein. Dort steht zwischen Bäumen und dichtem Grün ein rot umrandeter Automat, über dem in erfreulich klarer Sprache zu lesen ist: „1 Kugel = 1 Euro“. Wer daran vorbeigeht, läuft zunächst gut gelaunt weiter, erreicht später die erste hölzerne Bahn – und stellt dann fest, dass eine Murmelbahn ohne Murmel zwar immer noch ordentlich gezimmert ist, aber ihren eigentlichen Sinn nur eingeschränkt erfüllt. Der Rückweg zum Automaten gehört dann gewissermaßen zum pädagogischen Gesamtkonzept.
Am Dienstag allerdings waren genügend Kugeln vorhanden. Zur offiziellen Einweihung der neuen Murmelbahnen hatten sich Sponsoren, Unterstützer, Familien und Mitwirkende am Wichtelpfad neben Wildgehege und Abenteuerspielplatz versammelt. Unter dem dichten Blätterdach fiel das Sonnenlicht in hellen Flecken auf den Waldweg, Kinder liefen zwischen den lang gezogenen Holzkonstruktionen hin und her, und am Rand standen Erwachsene mit Getränken und Gesprächsstoff. Die Bahnen selbst warteten dabei nicht lange auf ihren ersten Einsatz.
Eine Strecke aus Holz, Kurven und Kreuzungen
Die Murmelbahnen ziehen sich in mehreren Abschnitten durch den Wald. Helle Holzrinnen laufen auf stabilen Gestellen in langen Geraden, engen Winkeln und kreuzförmigen Passagen über den mit Laub bedeckten Boden. Schon aus einiger Entfernung ist zu hören, wie die Kugeln durch die Rinnen rollen, an Übergängen kurz klackern und dann in der nächsten Kurve verschwinden. Für Kinder ist das deutlich interessanter als eine Station, die man nur ansehen darf – hier wird eingesetzt, verfolgt, gesucht und sofort noch einmal begonnen.
Gerade diese Möglichkeit, selbst aktiv zu werden, macht die Murmelbahnen zu einer passenden Ergänzung des Wichtelpfads. Die Kinder bleiben nicht nur vor einer Kulisse stehen, sondern setzen etwas in Bewegung. Auf den Fotos der Einweihung ist gut zu sehen, wie selbstverständlich sie die langen Bahnen in Beschlag nahmen, während die Erwachsenen danebenstanden und mit jener gelassenen Aufmerksamkeit zusahen, die regelmäßig in eigene Testläufe übergeht. Murmeln sind in dieser Hinsicht altersübergreifend wirksam.
Der Wichtelpfad ist in den vergangenen Jahren zu einem festen Ziel für Familien geworden. Zwischen kleinen Häusern, fantasievollen Figuren und Stationen wie der Wichtelburg, dem Handballspiel der KuSG Leimen oder der Polizeistation gibt es entlang des Weges immer wieder etwas zu entdecken. Die neuen Bahnen fügen sich in dieses Konzept ein, ohne den Wald in einen Vergnügungspark zu verwandeln. Es bleiben Holz, Blätter, schmale Wege und das Rascheln in den Bäumen – ergänzt um das Rollen kleiner Kugeln, das nun vermutlich an vielen Tagen zur Geräuschkulisse gehören wird.
Dank an Gaby Schlenker und Yvonne Blesch
Rudi Kuhn, Geschäftsführer der Leimener Stadtwerke, begrüßte die Gäste auch im Namen von Oberbürgermeister John Ehret. Vor den Murmelbahnen, zwischen Stehtischen, Waldweg und den ersten wartenden Kindern, erinnerte er daran, dass sich der Wichtelpfad längst nicht mehr nur bei Leimener Familien großer Beliebtheit erfreut. Die Grundidee, Kinder spielerisch für Wald und Natur zu interessieren, habe hier einen Ort gefunden, an dem sie ganz praktisch funktioniert.
Sein erster Dank galt Gaby Schlenker und Yvonne Blesch. Beide haben den Wichtelpfad über Jahre geprägt, neue Ideen entwickelt und gemeinsam mit zahlreichen Helferinnen und Helfern dafür gesorgt, dass aus einzelnen Stationen ein zusammenhängender Rundweg wurde. Auf dem Pfad bedeutet das nicht nur Planen und Gestalten, sondern auch regelmäßige Kontrollgänge, Reparaturen und Renovierungen. Holz arbeitet, Farbe verwittert, kleine Teile lösen sich – der Wald ist schließlich kein klimatisierter Ausstellungsraum.
Auch bei der Einweihung wurde sichtbar, wie breit das Projekt inzwischen getragen wird. Auf dem Gruppenbild stehen Erwachsene und Kinder gemeinsam hinter und zwischen den hölzernen Bahnen, dazu Vertreter der Unterstützer und die großen Spendenschecks. Das ist nicht nur der übliche Fototermin nach einer Ansprache, sondern zeigt recht anschaulich, wie viele Beteiligte nötig sind, bis eine Idee im Wald tatsächlich auf Füßen steht – beziehungsweise auf sauber gesetzten Holzgestellen.
Viele Unterstützer für ein gemeinsames Projekt
Besonders ausführlich dankte Rudi Kuhn den Sponsorinnen und Sponsoren, ohne deren Hilfe die neuen Murmelbahnen nicht hätten verwirklicht werden können. Die Sparkasse Heidelberg unterstützte das Projekt ebenso wie die Volksbank Kraichgau eG. Beide Institute trugen dazu bei, dass aus den Planungen eine nutzbare Anlage wurde, an der die ersten Kinder bereits am Tag der Einweihung ihre Kugeln auf die Reise schicken konnten.
Auch die Container Weis Entsorgung GmbH beteiligte sich an der Umsetzung. Olis Kinderwelt e. V. gehörte ebenfalls zu den Förderern und half damit, ein Angebot zu schaffen, das sich unmittelbar an Kinder und Familien richtet. Der Brandschutzservice Armin Nelius GmbH unterstützte das Vorhaben ebenfalls. Jede dieser Hilfen floss in ein Projekt, dessen Ergebnis nun nicht in einer Akte oder auf einer Präsentationsfolie verschwindet, sondern gut sichtbar am Waldweg steht.
Eine wichtige Grundlage lieferte zudem die Stadler Holzhandels GmbH mit einer Holzspende. Bei einer Anlage, die über viele Meter aus Rinnen, Trägern, Kurven und Verbindungen besteht, ist das keine symbolische Beigabe, sondern ein wesentlicher Teil des Ganzen. Die Katzer Printvision GmbH steuerte eine Druckspende bei und sorgte damit dafür, dass Hinweise und Informationen am Wichtelpfad ordentlich und gut lesbar angebracht werden konnten. Gerade der Hinweis am Kugelautomaten dürfte für manche Familie noch von besonderer praktischer Bedeutung sein.
Kuhn machte deutlich, dass dieses Zusammenspiel aus Geldspenden, Sachleistungen und persönlichem Einsatz die Voraussetzung für die neuen Bahnen war. Die Sponsoren halfen nicht nur bei einer einzelnen Anschaffung, sondern bei einer dauerhaften Erweiterung des Wichtelpfads. Künftig werden dort an Wochenenden, Ferientagen und gewöhnlichen Nachmittagen unzählige Kugeln durch die Holzrinnen laufen – vorausgesetz tnatürlich, ihre Besitzer haben den Automaten am Anfang nicht übersehen.
Viele Stunden Eigenleistung
Besondere Anerkennung erhielt Gerhard Mayer, der beim Bau der Murmelbahnen einen erheblichen Teil der praktischen Arbeit übernommen hat. Viele der hölzernen Elemente entstanden in seiner Freizeit. Er plante, sägte, montierte und stellte die Bahnen schließlich gemeinsam mit Helfern im Wald auf. Wer die fertige Anlage mit ihren langen Geraden, Kreuzungen und sauber eingepassten Verbindungen betrachtet, bekommt eine Vorstellung davon, wie viele Arbeitsstunden darin stecken.
Rudi Kuhn und Förster Markus Reinhard hoben dieses außergewöhnliche Engagement ausdrücklich hervor. Solche Projekte, sagten sie sinngemäß, lebten nicht allein von Spenden, sondern vor allem von Menschen, die bereit seien, ihre Zeit, ihr handwerkliches Können und ihre Erfahrung einzubringen. Gerhard Mayer sei dafür ein herausragendes Beispiel.
Vom offiziellen Teil direkt zum ersten Probelauf
Nach den Ansprachen verlagerte sich das Interesse rasch von den Redebeiträgen auf die Bahnen. Kinder stellten sich an die Startpunkte, ließen die Kugeln los und liefen neben den Rinnen her, soweit der Waldweg dies zuließ. An den Kreuzungen wurde genau beobachtet, welchen Weg die Murmel nahm, und am Ende begann das Ganze wieder von vorn. Die erwachsenen Gäste blieben derweil in kleinen Gruppen am Weg stehen, sprachen miteinander und warfen immer wieder einen Blick auf das Geschehen.
Die Anlage bietet dabei genug Strecke, damit ein einzelner Durchgang nicht schon nach wenigen Sekunden beendet ist. Die Murmeln rollen über längere Passagen, verschwinden kurz hinter einer Kurve und tauchen an anderer Stelle wieder auf. Das verlangt von den Kindern ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit und Bewegung – beides ist im Wald erfahrungsgemäß leichter zu vermitteln als in geschlossenen Räumen, in denen meist irgendein Bildschirm in der Nähe lauert.
Wichteleis unter dem Blätterdach
Nach der offiziellen Einweihung gab es Wichteleis. Auf kleinen Bechern lagen rote Beeren, dunkle Brombeeren und kleine Löffel bereit, während im Hintergrund noch die Kugeln durch die Bahnen rollten. An einem warmen Sommertag im Wald war das eine Zugabe, die keiner langen Erklärung bedurfte. Ein Helfer brachte die vorbereiteten Portionen in einer großen Transportbox an den Weg, und die Becher fanden rasch Abnehmer.
Das Eis passte zu diesem Vormittag: unkompliziert, kindgerecht und ohne feierliches Besteck. Zwischen Stehtischen, Getränkegläsern und den hölzernen Bahnen wurde gegessen, gesprochen und weiter ausprobiert. Die Kinder hatten dabei den Vorteil, dass sie den offiziellen Teil schon früh als beendet betrachten konnten, während Erwachsene bei solchen Gelegenheiten meist noch einige Hände schütteln und wenigstens drei Gespräche zu Ende führen müssen.
SWR begleitete den Termin
Am Rand des Geschehens war auch ein Fernsehteam des SWR unterwegs. Die Kamera begleitete Gaby Schlenker und Yvonne Blesch bei einer Runde entlang der Wichtelstationen und hielt fest, welche Arbeiten nötig sind, um den Pfad zu pflegen und zu erhalten. Während des Rundgangs wurden Stationen kontrolliert und kleinere Arbeiten erledigt; zugleich waren Mitbastlerinnen und Mitbastler vor Ort, die einzelne Bereiche renovierten und für die nächsten Besucher vorbereiteten.
Auch Kinder kamen vor der Kamera zu Wort. Sie berichteten von ihren Lieblingsstationen und zeigten unter anderem die Wichtelburg, das Handballspiel der KuSG Leimen und die Polizeistation. Der Fernsehbeitrag macht damit sichtbar, was Spaziergänger sonst meist nur im fertigen Zustand sehen: Menschen, die reparieren, gestalten, nachbessern und dafür sorgen, dass der Wichtelpfad auch nach vielen Besuchertagen nicht sich selbst und der Witterung überlassen bleibt.
Ausgestrahlt wird der Beitrag bereits am heutigen Mittwoch, 5. August, um 19.30 Uhr in „SWR Aktuell“. Er läuft als Abschlussbeitrag unmittelbar vor der Tagesschau. Wer also sehen möchte, wie die neuen Murmelbahnen, der Wichtelpfad und seine Helferinnen und Helfer im Fernsehen aussehen, muss am Abend nur rechtzeitig einschalten. Den Kugelautomaten kann man dabei ausnahmsweise nicht übersehen.
Kurz-URL: https://leimenblog.de/?p=205734















































